Daniel Ricciardo - Red Bull - GP USA 2017 - Qualifying xpb
Vettel - Hamilton - GP USA 2017 - Qualifying
Lewis Hamilton - Mercedes - GP USA 2017 - Qualifying
Lewis Hamilton - Mercedes - GP USA 2017 - Qualifying
Lewis Hamilton - Mercedes - GP USA 2017 - Qualifying 43 Bilder

Red Bull vom Winde verweht

Ricciardo weiß nichts von neuem Motor

Red Bull ist nach dem Training nur dritte Kraft. Doch wie üblich liegen die Hoffnungen von Daniel Ricciardo und Max Verstappen im Rennen. Verstappen verspricht eine heiße Aufholjagd. Ricciardo glaubt, dass er Hamilton und Vettel folgen kann. Auch mit alten Motor.

Am Freitag sah Red Bull wie ein möglicher Sieger aus. Unter Rennbedingungen machten die blauen Autos wie üblich eine blendende Figur. Dann kommt die Qualifikation, und Mercedes und Ferrari packen ihre Joker aus. „Die haben den magischen Knopf, der ihnen drei oder vier Zehntel bringt. Der fehlt uns“, bedauerte Max Verstappen. Offenbar auch mit Renaults letzter Ausbaustufe. „Ich habe eine kleine, aber keine dramatische Verbesserung gespürt“, teilte Verstappen mit. Aus dem Team hieß es. „An den Daten sehen wir nichts.“

Alles fair bei Red Bull

Daniel Ricciardo war völlig perplex, als er damit konfrontiert wurde, dass Verstappen mit dem Motorwechsel auch eine neue Motorenspezifikation bekam. Er wusste auch nichts davon, dass er nicht mehr in den Genuss des Renault-Upgrades kommen wird, sollte er noch einen sechsten Motor brauchen. Renault hat pro Team nur eines Exemplar der Ausbaustufe gebaut. Zuerst dachten alle, der Australier erlaube sich wieder einen seiner berüchtigten Scherze, doch Ricciardo gestand: „Ganz ehrlich, diese Geschichte ist mir neu.“ Dann sprang er auf, reckte die rechte Faust nach oben und lachte breit: „Ich habe den schlechteren Motor und bin trotzdem schneller als Max.“

Auf die Frage, ob sich da schon die erste Bevorzugung von Verstappen anbahne, dem Fahrer der bis 2020 unterschrieben hat, winkt Ricciardo ab: „Ich kann euch versichern: Bis jetzt lief alles fair ab.“ Erhöht das den Druck auf Ricciardo, seinen Vertrag auch zu verlängern? Ricciardo bremst: „Das wichtigste ist, dass wir nächstes Jahr ein Auto haben, das gewinnen kann. Wenn dann auch die Perspektiven für 2019 gut sind, dann ist es wahrscheinlich, dass ich bei diesem Team bleibe.“

Verstappen hatte zweitbeste Zeit in der Hand

Ricciardo schlug seinen Teamkollegen um 81 Tausendstel. Trotzdem wird er 13 Startplätze weiter vorne ins Rennen gehen. Verstappen muss wegen des Motorwechsels 15 Positionen zurück, gewinnt aber wegen der Strafen von Kevin Magnussen und Lance Stroll wieder zwei Plätze. Verstappen ärgerte sich: „Ich hatte zwei große Böcke in meiner Runde. Einen in Kurve 8 und 9, den zweiten in Kurve 15. Trotzdem bin ich noch so nah an der Spitze dran. Mit einer perfekten Runde hätte ich die zweitschnellste Zeit fahren können.“ Teamberater Helmut Marko bestätigte: „Auf jeden Fall besser als Bottas.“

Max Verstappen - Red Bull - GP USA 2017 - Qualifying
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Max Verstappen bekam seine letzten Runden in Q3 nicht zusammen.

Red Bull brauchte am Samstag lange, um auf Speed zu kommen. „Wir sind im dritten Training mit dem Setup in die falsche Richtung gelaufen“, ärgerte sich Marko. Ricciardo explodierte auch erst im Q3. „Vorher hat mich immer der Wind verweht. Ich habe einfach keine Balance gefunden. Im Q1 habe ich eine Sekunde verloren. Auch im Q3 fühlte sich das Auto nicht an wie sonst. Deshalb war ich von meiner Zeit überrascht.“

Hätte es diese letzte Runde nicht gegeben, die Ricciardo auf den 4.Startplatz brachte, wäre der WM-Vierte ohne große Hoffnungen in das Rennen gegangen. „Angesichts der Zeit, die nur vier Zehntel über Lewis lag, sehe ich wieder Licht. Weil wir am Sonntag immer stärker als am Samstag sind. Ich muss beim Start an Bottas vorbeikommen. Dann sollte ich Lewis und Seb folgen können.“

Verstappen-Auto nicht auf Topspeed getrimmt

Während Verstappen den Wind nicht als Ausrede für die kritische Balance seines Autos verwenden wollte, glaubt sein Teamkollege: „Wir haben aerodynamisch vielleicht das beste Auto. Das könnte heißen, dass wir auch am meisten darunter leiden, wenn diese Aerodynamik gestört wird.“ Auch Verstappen macht sich Gedanken über seinen Start: „Wenn ich gut durch die ersten Runden komme, dann kann ich auch ein besseres Resultat als Platz 6 einfahren.“

Red Bull hat mit seiner Reifenwahl bereits vorgesorgt. Verstappen startet antizyklisch auf den Supersoft-Reifen. Sein Red Bull wurde aber nicht mit Hinblick auf die zu erwartende Aufholjagd auf höheren Topspeed getrimmt: „Wir sind sowieso schneller als die Autos vor uns. Deshalb spielt es auch keine Rolle, dass die Supersoft-Reifen langsamer auf Temperatur kommen. Wir haben unser Auto so abgestimmt, dass es seine Qualitäten ausspielen kann.“

Red Bull hat den Zeitpunkt der Strafe absichtlich auf eine Rennstrecke gelegt, auf der man gut überholen kann. „Ob es der richtige Zeitpunkt war, werden wir erst später wissen“, wehrt Verstappen ab. „Wenn es in Mexiko oder Brasilien regnet, ärgere ich mich vielleicht.“

Mit Ricciardo versucht Red Bull ohne weitere Strafe durch die Saison zu kommen. „Das wird in Brasilien und Abu Dhabi eine Zitterpartie“, gibt Teamchef Christian Horner zu. Auch der Fahrer selbst ist im Zweifel: „Eine Strafe ist wahrscheinlicher als keine.“

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