Mercedes vs. Red Bull - Formel 1 - GP Italien - Monza - 10. September 2021 Motorsport Images
Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021
Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021
Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021
Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021 63 Bilder

Red Bull vs. Mercedes: Reicht Turbo-Vorteil aus?

Hoffnung für Mercedes in Mexiko? Turbo-Vorteil nicht einziger Faktor

Auf dem Papier müsste Red-Bull-Honda beim GP Mexiko überlegen sein. Doch der Vorteil des größeren Turboladers von Honda ist nicht der einzige Faktor, der den Ausschlag gibt. Wer die Kühlung nicht in den Griff bekommt, kann diesen Vorteil schnell verlieren.

Max Verstappen gibt nicht viel auf die Favoritenrolle: "Was nutzt dir die Papierform, wenn sie nicht eintritt? Hier geht es um Details. Sie müssen alle passen, angefangen beim Setup. Es kann schnell gehen, und du bist nicht mehr Favorit."

Das wird WM-Gegner Mercedes gerne hören. Denn auf dem Papier ist der Red-Bull-Honda in Mexiko das Auto, das die Messlatte legt. "Red Bull war hier immer stark", blickt Lewis Hamilton zurück. Vor zwei Jahren fehlte ihm in der Qualifikation eine halbe Sekunde auf Max Verstappen.

Der Holländer gewann die Mexiko-Rennen 2017 und 2018, und er hätte eigentlich auch 2019 als Sieger heimfahren müssen, doch er leistete sich zu viele Fehler. Missachten der gelben Flaggen im Training, drei Startplätze zurück, Kollision mit Valtteri Bottas, Reifenschaden und Neustart vom letzten Platz. Aber auch ohne Fehler ist Red Bulls Favoritenrolle noch nicht in Stein gemeißelt. Es ist nicht nur ein Faktor, der in 2.285 Meter Höhe über Sieg und Niederlage entscheidet.

Honda Jet
Honda
Honda profitiert beim Turbo von der Erfahrung aus dem Bau von Jet-Turbinen.

Honda-Erfahrung im Flugzeugmotorenbau

In der dünnen Luft leiden Autos und Motoren. Ein Saugmotor würde 20 bis 25 Prozent Leistung verlieren. Ein Turbo-Triebwerk in der Theorie drei bis fünf Prozent. Wegen des geringeren Luftangebots müsste die Turbine höher drehen, um die gleiche Verdichtungsarbeit zu leisten wie auf Seehöhe. Doch dem sind Grenzen gesetzt. Nicht nur durch das Reglement. Die maximal erlaubten 120.000/min erreicht sowieso niemand.

Die Turbolader sind auf den Großteil der Strecken im Kalender optimiert. Und die liegen unterhalb von 500 Metern über dem Meer. In der Theorie könnten die Turbinen also höher drehen, doch das halten sie gar nicht aus. Deshalb ist ein größerer Turbolader im Vorteil. Honda hat da eine Ausnahmestellung, weil es die Japaner dank ihrer Erfahrung im Flugzeugmotorenbau geschafft haben, auch mit einer großen Turbine hoch zu drehen.

Mercedes hat den Turbolader-Vorteil in der Saison 2019 auf ein Zehntel pro Runde beziffert. Das könnte in diesem Jahr noch ansteigen. Der 2021er Turbolader von Honda zeigte bei den beiden Spielberg-Rennen seine Qualitäten.

Die Analysen von Mercedes gehen alleine auf der Antriebsseite von einem Vorsprung von 0,15 Sekunden aus. Und Spielberg liegt nur 650 Meter über dem Meer. Rein rechnerisch müsste die Trumpfkarte in der Hauptstadt der Azteken noch wertvoller sein.

Max Verstappen - Formel 1 - GP Mexiko 2018
Red Bull
Feiert Max Verstappen seinen dritten Mexiko-Sieg?

Layout kommt Mercedes entgegen

Doch jetzt kommt der entscheidende Punkt. Auch Red Bull und Honda sind Grenzen gesetzt. Der größte limitierende Faktor in Mexico-Citys Höhe sind die Temperaturen. In der dünnen Luft ist der Kühleffekt geringer. Also wird überall maximal aufgemacht, beim Kühlen der Bremsen, des Motors, des Turboladers, des Auspuffs, der Steuergeräte. Irgendwann ist auch da Schluss. Also fahren die Teams freiwillig Leistung zurück, um im grünen Bereich zu bleiben.

Es ist noch nicht gesagt, wer die Kühlproblematik am besten in den Griff bekommt. Die Autos unterscheiden sich zum Teil deutlich von 2019. Deshalb kann man von damals nicht auf heute schließen. Wer zu heiß läuft, muss an der Ecke unter Umständen mehr herschenken, als er anderswo gewinnt. Das werden erst die Longruns am Freitag zeigen.

Vom Streckenlayout her ist das Autodromo Hermanos Rodriguez für Mercedes deutlich besser geeignet als Austin. "Läge die Rennstrecke auf Seehöhe, würden wir uns sogar leicht vorne sehen", trauen sich die Ingenieure zu sagen. Das liegt nicht nur an der Art der Kurven. Es gibt kaum richtig schnelle Ecken auf den 4,304 Kilometern durch die Parklandschaft im ehemaligen Olympiagelände.

Damit kann Mercedes sein Auto wieder stärker absenken als zuletzt beim GP USA. Und das macht den Power-Nachteil auf den Geraden möglicherweise wieder wett. Schließen wir die Geschichte mit einem Zitat von Lewis Hamilton: "Wir geben das Rennen gegen Red Bull noch nicht verloren. Aber um gegen sie zu kämpfen, muss von unserer Seite wirklich jedes Detail stimmen. Das Ziel ist immer der Sieg."

Formel 1 Aktuell Max Verstappen - Red Bull - GP Saudi-Arabien 2021 - Jeddah - Rennen Red Bull-Upgrade schlägt fehl Zocken für den Sieg

Red Bull unternahm alles, um Saudi-Arabien als Sieger zu verlassen.

Mehr zum Thema Red Bull F1
Max Verstappen - Red Bull - GP Saudi-Arabien 2021 - Jeddah - Rennen
Aktuell
Max Verstappen - Red Bull - GP Katar 2021
Aktuell
Perez & Verstappen - Formel 1 - GP USA 2021
Aktuell
Mehr anzeigen