Max Verstappen - Red Bull - GP China 2017 - Qualifying xpb
Lewis Hamilton - Mercedes -  GP China 2017 - Qualifying - 8.4.2017
Lewis Hamilton - Mercedes -  GP China 2017 - Qualifying - 8.4.2017
Antonio Giovinazzi - Sauber - GP China 2017 - Qualifying - 8.4.2017
Antonio Giovinazzi - Sauber - GP China 2017 - Qualifying - 8.4.2017 48 Bilder

Red Bull 1,5 Sekunden zu langsam

Der RB13 wirft Rätsel auf

Red Bull ist rastlos. Dem Geheimfavoriten der Saison fehlen 1,5 Sekunden auf Mercedes und Ferrari. Doch im Moment weiß keiner, woran es liegt. Daniel Ricciardo lobte die Balance seines Autos, war aber trotzdem zu langsam.

Auf Red Bull kommt viel Arbeit zu. In Melbourne fehlten 1,3 Sekunden auf die Pole Position, in Shanghai waren es 1,4 Sekunden. Die Fahrer sprechen sogar von eineinhalb Sekunden Rückstand. „Das holen wir nicht über Nacht auf. Jetzt brauchen wir ein paar richtig gute Upgrades“, resümiert Daniel Ricciardo, der mit Startplatz 5 noch gut bedient war. Das China-Paket verfehlte seine Wirkung. „Ich fühlte mich besser im Auto, es war einfacher abzustimmen, ich bin aber immer noch zu langsam.“

Max Verstappen blieb auf dem vorletzten Rang hängen. Die Zündspule seines Renault V6-Turbo ging k.o. Der Renault-Motor lief nur noch auf vier Zylindern. Verstappens Renningenieur gab noch die Anweisung „FUEL 4, MODE 12“, doch mit dem Notprogramm war Verstappen chancenlos. „Ich hätte auch ohne Giovinazzis Unfall das Q2 nicht mehr geschafft.“

„Kein Job von einem Rennen aufs andere“

Die Aussagen der Fahrer zum Problem des Red Bull RB13 weichen voneinander ab. Ricciardo war mit seinem Auto eigentlich zufrieden: „Die Balance war gut, ich konnte attackieren. Doch am Ende fehlen uns eineinhalb Sekunden. Ich würde darauf tippen, dass wir mehr Abtrieb brauchen.“

Hauptsächlich im Heck? „Das war mein Urteil in Melbourne, doch nachdem hier die Balance gestimmt hat, fürchte ich, dass uns auch vorne Anpressdruck fehlt. Wir können uns auch nicht mehr rausreden, dass wir die Abstimmung nicht getroffen hätten. Da liegen höchstens noch zwei Zehntel drin. Uns fehlt aber mehr.“

Max Verstappen haderte im Vergleich zu seinem Teamkollegen mit der Abstimmung seines Autos. „Wir haben keine Balance zwischen langsamen und schnellen Kurven, wir brauchen mehr Grip, und uns fehlt Power. Das ist kein Job von einem Rennen aufs andere. Es wird schwer werden, den Rückstand aufzuholen, weil sich die anderen ja auch weiter bewegen. In diesem Jahr mit den neuen Regeln haben alle neue Autos und damit alle auch viel Spielraum zur Verbesserung.“

Ricciardo kann sich nicht vorstellen, dass Red Bull vor dem Europa-Auftakt in Barcelona viel an der Situation ändern kann. „Bis Bahrain ist es nur eine Woche. Da geht nicht viel. Ich werde den Test im Anschluss fahren und danach in England im Simulator sitzen. Danach sollten wir ein besseres Bild haben und uns zusammensetzen um zu sehen, wo wir stehen.“ Verstappen drückt es noch ein bisschen deutlicher aus: „Wir müssen unsere Probleme erst einmal verstehen. 2016 sind wir auch nicht perfekt in die Saison gestartet, aber wir wussten, was wir zu tun hatten.“

Auch im Regen fehlt dem RB13 der Abtrieb

Teamberater Helmut Marko hofft, dass wie in Melbourne wie im Rennen der Rückstand schrumpft. „Die Longruns haben besser ausgesehen. Wir hatten Probleme, die Reifen für die Qualifikationsrunde in ihr Fenster zu bringen. Das spricht dafür, dass wir im Rennen wieder länger als die anderen fahren können.“ Ricciardo zweifelt: „Dann sind wir vielleicht nur noch eine Sekunde hinten. Das ist aber immer noch zu viel.“

Auch die Hoffnung auf Regen könnte trügerisch sein. Sie könnte Verstappen helfen, schneller Plätze gutzumachen. Doch der Regengott des GP Brasilien 2016 warnt vor allzu hochfliegenden Träumen: „Wenn dir auch trockener Strecke der Abtrieb fehlt, hast du ihn auch auf nasser Bahn nicht. Wir werden sicher nicht Mercedes und Ferrari schlagen, nur weil es nass wird.“ Obwohl das PS-Manko im Regen eine geringere Rolle spielt? „Das ist nicht für den ganzen Rückstand verantwortlich“, korrigiert Ricciardo.

Hat sich am Ende Red Bull mit seinem Konzept der simplen Formen verzockt? Ricciardo bedauert: „Ich glaube, da sind wir als Fahrer überfragt. Diese Frage können nur die Ingenieure beantworten.“ Nicht nur für Red Bull selbst kommt der enttäuschende Saisonauftakt erwartet. Der WM-Zweite von 2016 galt als Geheimfavorit. „Sie haben diese Regeln erfunden. Es überrascht uns schon, dass sie so weit weg sind“, erinnert Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Er warnt aber auch: „Was wir hier sehen, ist eine Momentaufnahme. Man muss in diesem Jahr mit Prognosen ganz vorsichtig sein. In diesen Autos liegt so viel Entwicklungspotenzial, dass sich das Bild schnell drehen kann.“

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