Jos Verstappen - Max Verstappen - GP Ungarn 2019 - Budapest Motorsport Images
Ferrari - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Donnerstag - 1.08.2019
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Ferrari - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Donnerstag - 1.08.2019
Mercedes - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Donnerstag - 1.08.2019 83 Bilder

Red Bulls fast makellose Bilanz

Glaubt Verstappen an den WM-Titel?

Max Verstappen fährt so gut wie nie. Red Bull ist so zuverlässig wie lange nicht mehr. Und der RB15 wird von Rennen zu Rennen besser. Glaubt der fliegende Holländer deshalb an eine Titelchance?

Red Bull wird den Saisonstart verfluchen. Der schleppende Start könnte dem Team aus Milton Keynes die Chance auf den Titel genommen haben. Statt sofort um Siege zu kämpfen, hängte Mercedes die dunkelblauen Autos ab. Chassis und Motor blieben unter den Erwartungen. Red Bull musste erst einmal sein Auto verstehen, bevor man an die Aufholjagd denken konnte. Der RB15 war zu schwer zu fahren. Und er funktionierte nur in einem sehr kleinen Arbeitsfenster.

Spätestens mit dem GP Österreich kam die Wende. Seither hat Max Verstappen zwei von drei Rennen gewonnen. Seither geht der RB15 unter allen Bedingungen auf jeder Rennstrecke. In der Qualifikation und im Rennen. In der Hitze und im Kühlen. In schnellen und langsamen Kurven. Im Nassen und im Trockenen. Die Schwächen sind kuriert. „Es gibt keine große Baustelle mehr“, sagt Verstappen. „Wir müssen im Prinzip nur noch Feintuning mit unserem Auto betreiben.“

Mercedes noch mit besserem Auto

Red Bull ist in der Lage, auf jeder Strecke auf das Podest zu fahren. „Wir haben keine Angststrecken mehr“, sagt Motorsportchef Helmut Marko. Selbst die Highspeedstrecken nicht. Zumal Motorenpartner Honda zum GP Italien ein Motorupgrade verspricht, das 25 PS Mehrleistung bringen soll. Hätte die Saison in Spielberg begonnen, wäre Red Bull ein ernsthafter Titelkandidat gewesen. So beträgt der Rückstand auf Mercedes und Lewis Hamilton nach elf Rennen bereits 63 Punkte. Realistisch gesehen ist das nicht aufzuholen – trotz zehn ausstehenden Rennen und maximal 260 Punkten, die man mit zehn Siegen und schnellsten Rennrunden holen kann.

Die Entwicklung macht dem Team Hoffnung. Glaubt Max Verstappen trotz des großen Rückstands und angesichts der starken Form seines Teams an den Titel? „Jedenfalls ist er nicht in meinem Kopf. Ich will von Rennen zu Rennen denken. Ich begreife jedes Wochenende als Chance. Ein Rückstand von über 60 Punkten ist noch eine Menge Holz. Da benötige ich mehr Rennen wie Hockenheim.“

Verstappen sieht Red Bull noch immer nicht auf Mercedes-Niveau. Und der Niederländer erwartet eine Reaktion der Silberpfeile auf die Hockenheim-Pleite. „Sie werden mit aller Macht zurückschlagen wollen. Sie haben ein sehr gutes Rennauto. Immer noch das beste im Feld.“ Mercedes sei zu dominant gewesen in dieser Saison, um über den Titel nachzudenken. Mercedes sei auch auf dem technischen Kurs von Budapest mit überwiegend langsamen und mittelschnellen Kurven der Favorit. Doch Verstappen sagt auch: „Wir müssen nur das richtige Setup finden. Dann können wir sehr nah dran sein.“

Red Bull - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Donnerstag - 1.08.2019
ams
Einzig ein technischer Ausfall von Pierre Gasly trübt die ansonsten makellose Bilanz.

Zweitmeiste Rennkilometer für Red Bull

Der inzwischen siebenfache GP-Sieger will Mercedes einholen. Sie bei der Geschwindigkeit überholen. Doch Verstappen weiß auch um die rote Konkurrenz. „Ich würde nicht behaupten, dass wir die Nummer 2 im Feld sind. Ferrari wäre in Hockenheim ohne seine Probleme auf die Pole-Position gefahren. Der Unterschied ist: Wir vollstrecken besser als sie. Wir holen aus unseren Möglichkeiten im Rennen das Maximum heraus.“ Das liegt auch daran, dass der Red Bull endlich zuverlässig ist.

Verstappen hat bislang alle 3.316 Rennkilometer in dieser Saison abgespult. Der 21-Jährige hat in jedem Grand Prix gepunktet. Nie landete er weiter hinten als Platz fünf. Unter den Teams hat nur Mercedes mehr Rennkilometer als Red Bull vorzuweisen: 6.594 zu 6.519 Kilometer. Einzig der technisch bedingte Ausfall von Pierre Gasly in Aserbaidschan trübt die ansonsten makellose Zuverlässigkeit bei Red Bull.

Verstappen hat eine einfache Erklärung. „Wir haben einen anderen Motorenpartner.“ Doch daran allein kann es nicht liegen. Red Bull hatte in der Vergangenheit auch Ausfälle zu beklagen, die nicht auf Renault zurückzuführen waren. Verstappens Erklärung: „Wir können mit dem Honda-Motor länger härter fahren. Dadurch belasten wir gewisse Fahrzeugteile härter. Und wenn sie kaputtgehen, wissen wir, wo wir ansetzen müssen.“

Der beste Verstappen

Das muss man vermutlich als Verweis an Red Bulls Superprüfstand VTC verstehen. Darauf kann das komplette Auto – inklusive Motor – virtuell auf jeder Rennstrecke dieser Welt fahren. Der Simulator ist direkt mit dem Prüfstand verbunden. Offensichtlich kann Red Bull mit dem Honda-Motor das eigene Material auf dem Prüfstand härter rannehmen.

Das Auto wird immer besser. Der Pilot arbeitet seit Saisonbeginn auf Weltmeister-Niveau. Verstappen fährt praktisch fehlerfrei, trifft die richtigen Entscheidungen, ist geduldiger geworden, trotzdem angriffslustig und zweikampfstark geblieben. „Ich bin konstanter geworden. Und ich weiß, wann ich Vollgas geben muss, wann mich zurücknehmen, wann ich riskieren kann und wann nicht.“

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