Red Bull pokert mit Hypersoft

Dank Alternativ-Taktik zum Sieg?

Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 9. Juni 2018 Foto: sutton-images.com 70 Bilder

Red Bull hat in Montreal ein Auto in die zweite Startreihe gebracht. Der dritte Startplatz von Max Verstappen war aber nur ein Etappenziel. Im Gegensatz zu Ferrari und Mercedes fahren die Red Bull mit der weichsten Reifenmischung los.

Die ersten drei Startplätze beim GP Kanada sind bunt gemischt. Ein Ferrari vor einem Mercedes und einem Red Bull. Max Verstappens dritter Startplatz lässt Red Bull von einem Sieg in Montreal träumen. Das Team setzt darauf, dass die RB14 im Rennspeed normalerweise ihren Gegnern überlegen sind. Vor allem dann, wenn die Reifen nachlassen. Doch im direkten Kampf auf der Strecke wird es für Max Verstappen und Daniel Ricciardo schwer, nach vorne zu kommen. „Da fehlt uns der Top-Speed“, bedauert Motorsportchef Helmut Marko.

Deshalb setzt Red Bull auf eine alternative Strategie. Während Ferrari und Mercedes auf den Ultrasoft-Reifen starten und den zweiten Teil des Rennens mit dem Supersoft-Gummi über die Bühne bringen wollen, riskieren Verstappen und Ricciardo einen Start auf den heiklen Hypersoft-Gummis. „In unserer Situation müssen wir etwas anderes machen. Wenn wir genauso losfahren wie Ferrari und Mercedes, haben wir mit unserer Motorleistung wenig Chancen vorbeizufahren.“

Neuer Motor bringt 12 PS und eineinhalb Zehntel

Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 9. Juni 2018 Foto: sutton-images.com
Daniel Ricciardo kam in Kanada nicht optimal zurecht.

Red Bull hofft, dass der Hypersoft-Reifen schon beim Start den ersten Vorteil bringt. „Auf dem Papier sollten es acht bis zehn Meter sein“, rechnen die Ingenieure vor. Also genau die Differenz eines Startplatzes. Lewis Hamilton zweifelt: „Nach unseren Erfahrungen ist der Vorteil kleiner.“ Ricciardo glaubt: „Wir müssen den Gripvorteil des Hypersoft in den ersten drei Runden nutzen.“ Und dann hoffen, dass Pirellis Superkleber möglichst lange überlebt. „Wenn wir schon in Runde 10 reinkommen müssen, wird es für ein Einstopprennen nicht reichen“, fürchtet Ricciardo.

Die erste Garnitur Reifen sollte mindestens 18 bis 20 Runden halten. Bei Red Bull könnte der Plan aufgehen. Verstappen fuhr am Freitag den längsten Dauerlauf mit Pirellis weichster Gummimischung. „Für uns ist der Hypersoft die bessere Wahl“, bestätigt der Holländer, der in drei der vier Trainingssitzungen die Bestzeit markierte.

Erst in der Qualifikation musste sich Verstappen geschlagen geben. „Da fehlt uns einfach der Quali-Modus. Wir können nicht so aufdrehen wie die anderen.“ Auch Renaults Spec-2-Motor hat noch nicht den magischen Power-Knopf. „Dafür können wir die höchste Leistungsstufe länger fahren“, verteidigt sich Sportchef Cyril Abiteboul.

Red Bull profitiert von Renaults Ausbaustufe weniger als das Werk. Das liegt am unterschiedlichen Kraftstoff. Während Renault 20 PS oder drei Zehntel gewinnt, sind es bei Red Bull 12 PS oder auf die Rundenzeit umgerechnet 0,15 Sekunden. Auf die nächste Sprit-Entwicklung muss der WM-Dritte noch ein bisschen warten. „Die kriegen wir frühestens in Ungarn.“

Ricciardo verzettelte sich mit dem Setup

Max Verstappen antwortete auf die Kritik an seinen vielen Unfällen mit zwei fehlerlosen Trainingstagen. Der Holländer fühlte sich von der ersten Runde an in seiner Abstimmung wohl. „Das Auto wurde von Trainingssitzung zu Trainingssitzung besser.“ Nur einmal hatte der Trainingsdritte eine Schrecksekunde. Marcus Ericsson hätte seinen Red Bull nach einem Mauerkuss um ein Haar gerammt.

Für Ricciardo lief der GP Kanada weniger rund. Der Monaco-Sieger verbrachte im zweiten Training wegen Motorproblemen 54 Minuten in der Box. „Das kostet Zeit auf der Strecke, bricht den Rhythmus, und du verlierst Setup-Zeit.“

Ein Umbau der Abstimmung für das dritte Training ging in die Hose. Ricciardo ließ wieder auf den Stand von Freitag zurückrüsten und fühlte sich dann deutlich wohler. 21 Tausendstel fehlten auf Kimi Räikkönen und Platz 5. „Ich kann auch vom sechsten Startplatz aufs Podium fahren“, gibt sich Ricciardo kämpferisch.

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