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Red Bull RB13 - F1 Auto 2017
Daniel Ricciardo - Red Bull - F1-Test - Barcelona - 27. Februar 2017
Daniel Ricciardo - Red Bull - F1-Test - Barcelona - 27. Februar 2017
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Red Bulls Plan aus der Misere

In Barcelona wird alles besser

Red Bull hat einen Fehlstart hingelegt. Bei den ersten beiden Rennen fehlte dem Geheimfavoriten 1,5 Sekunden. In Bahrain schrumpfte der Abstand. Bis zum GP Spanien soll das Chassis-Problem ganz gelöst sein.

Die Aufgabe schien unlösbar. Red Bull trennte in Melbourne und Shanghai ein Klassenunterschied von Mercedes und Ferrari. 1,5 Sekunden im Training, eine Sekunde im Rennen. Einziger Lichtblick: Das Auto ging pfleglicher mit seinen Reifen um als die Konkurrenzprodukte. Daniel Ricciardo und Max Verstappen konnten eine Mischung weicher fahren als ihre Gegner. Doch die sahen sie im Rennen meistens nur mit dem Fernglas.

Red Bull RB13 fehlt der Aha-Defekt

Teamchef Christian Horner und Berater Helmut Marko gaben dem Chassis und dem Motor die Schuld. Für Red Bull ein Kulturschock. Die Aerodynamik sollte mit den neuen Regeln zur Trumpfkarte werden. Man erwartete von Stardesigner Adrian Newey das andere Auto. Der RB13 ist ein anderes Auto, aber nicht so, wie es viele erwartet hatten. Er ist wunderbar simpel und filigran. Aber es fehlte der Aha-Defekt.

Daniel Ricciardo glaubt, dass es ein Fehler war, sich auf die Vorherrschaft beim Chassis zu verlassen. „Auch Mercedes und Ferrari haben gute Technikabteilungen.“ Mit Blick auf den großen Rückstand meinte der Australier: „Da muss mehr kommen als nur ein neuer Frontflügel.“ Max Verstappen machte sich Sorgen, ob die Techniker schon genau verstanden haben, warum soviel Abtrieb fehlt: „Wenn sie es wüssten, wäre es ja schon am Auto.“

Red Bull schnell auf der Gerade

Helmut Marko brachte gute Nachrichten nach Bahrain mit: „Wir haben unsere Chassis-Probleme verstanden, aber wir brauchen bis zum Rennen in Barcelona, bis wir die Lösung haben. Bis dahin müssen wir Schadensbegrenzung betreiben.“ Christian Horner beschreibt das Problem: „Zum ersten Mal seit langer Zeit hat die Korrelation CFD, Windkanal und Rennstrecke nicht gestimmt. Wir haben drei unterschiedliche Daten bekommen.“ Und wie viele Fragezeichen bleiben noch? Horner streckt beide Hände aus und verkürzt den Abstand um die Hälfte.

Ein erster Schritt in diese Richtung gelang schon in Bahrain. „Wir kennen jetzt unser Auto besser. Es reagiert jetzt wieder logisch. Vorher hat eine minimale Änderung ausgereicht, und wir haben plötzlich eine Sekunde verloren. Die Fahrer haben dabei noch gesagt, dass sich ihr Auto gut anfühlt.“

Die Sektorzeiten und Topspeeds am ersten Trainingszeiten von Bahrain zeigen, dass der Red Bull andere Qualitäten hat als sein Vorgänger. „Wir sind für unsere Verhältnisse zu schnell auf der Gerade“, wunderte sich Marko. Verstappen lag mit 328.0 km/h auf Platz 5 der Topspeed-Rangliste. Ricciardo war 4.6 km/h langsamer, weil er einen Heckflügel mit mehr Abtrieb wählte. Die Rundenzeiten sprechen für die Ricciardo-Spezifikation.

Renault muss Motoren tauschen

Die Erkenntnis daraus ist, dass der Red Bull einen geringen Luftwiderstand, aber zu wenig Abtrieb hat. Das soll sich bis zum GP Spanien ändern. Werden wir dort einen völlig neuen Red Bull erleben. „Der Schritt wird signifikant“, verspricht Horner und ergänzt: „In Bezug auf die Rundenzeit.“ Das kann bedeuten, dass die Korrekturen gar nicht so spektakulär ausfallen, das Ergebnis aber schon.

Ein weiterer Punkt, der Red Bull in Bahrain hilft ist dir Hitze und die starke Abnutzung der Hinterreifen. Die hohen Asphalttemperaturen bringen die Reifen schnell in das Arbeitsfenster, das reifenschonende Chassis verhindert ein zu schnelles Überhitzen. Vor allem die heiklen Supersoft-Sohlen. Sie brechen bei der Konkurrenz früher ein.

Welche Rolle die verschärfte Interpretation der Fahrwerks-Regeln in dem Puzzle auf der Suche nach Abtrieb spielt, lässt Horner offen. Sie zwang Red Bull das letztjährige System auszubauen, das Rollverhalten und vertikale Bewegungen miteinander verknüpfte. „Wir fahren ein adaptiertes System, das den Regeln entspricht. Unsere Probleme haben mit der Aerodynamik und der Mechanik des Autos zu tun“, verrät Horner.

Auf das Motor-Upgrade müssen Ricciardo und Verstappen noch bis zum GP Kanada warten. Bis dahin werden sie vor allem in den entscheidenden Runden der Qualifikation auf Extra-Power verzichten müssen. Der neue Renault V6-Turbo ist nicht kugelsicher. Bei Daniil Kvyat und Nico Hülkenberg wurde vorsichtshalber der ganze Antriebsstrang getauscht. Die Daten lassen einen Schaden vermuten, aber die Ingenieure wissen nicht wo. Eine genaue Analyse ist wegen der versiegelten Triebwerke nur in der Fabrik möglich.

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Mercedes liegt in den Rennsimulationen überraschend deutlich vor Ferrari.

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