Sebastian Vettel - Ferrari - GP Türkei 2020 - Istanbul - Qualifying xpb
Lance Stroll - Racing Point - Formel 1 - GP Türkei - Istanbul - Samstag - 14.11.2020
Nicholas Latifi - Williams - Formel 1 - GP Türkei - Istanbul - Samstag - 14.11.2020
Lance Stroll - Racing Point - Formel 1 - GP Türkei - Istanbul - Samstag - 14.11.2020
Lando Norris - McLaren - Formel 1 - GP Türkei - Istanbul - Samstag - 14.11.2020 50 Bilder

Regen schlägt Ferrari in Qualifying zu GP Türkei

Regen schlägt Ferrari in Türkei-Quali Wieder keine Reifentemperatur

Ferrari sah nach drei Trainingssitzungen aus wie ein sicherer Kandidaten für die Top Ten der Startaufstellung. Doch jetzt finden sich Sebastian Vettel und Charles Leclerc auf den Startplätzen 12 und 14 wieder. Es ist das alte Lied. Ferrari bringt im Regen keine Temperatur in die Reifen.

Drei Trainingssitzungen lang überraschte sich Ferrari selbst. Charles Leclerc zeigte als Dritter, Zweiter und wieder Zweiter, dass Ferrari mit dem glatten Asphalt des Istanbul Parks besser zurechtkam als viele andere. Auch Sebastian Vettel fühlte sich nach den Plätzen 5, 8 und 6 bereit für einen Einzug ins Q3. Am Ende war für beide Ferrari-Piloten schon nach der zweiten K.O.-Runde Schluss. Es war noch nicht einmal knapp. Vettel im schnelleren der beiden Ferrari fehlten neun Zehntel auf den rettenden 10. Platz. Leclerc verlor weitere 1,5 Sekunden auf seinen Teamkollegen.

Ferrari schwach im Regen

Damit bestätigte das zweite Regentraining des Jahres die Erkenntnis des ersten. Ferrari ist im Regen noch weniger konkurrenzfähig als auf trockener Fahrbahn. Das muss überraschen, wenn man bedenkt, wie gut die roten Autos mit den rutschigen Bedingungen zuvor zurechtgekommen waren. Auch da ging es hauptsächlich darum, die Reifen in ihren Arbeitsbereich zu bringen.

Aber Regen ist offenbar eine andere Dimension. Vettels Aussagen, dass der echte Regenreifen für Ferrari die schlechteste Option war, lässt tiefblicken. Offensichtlich ist aufwärmen und aufwärmen nicht das gleiche. Jeder Reifentyp funktioniert anders, hat sein ganz eigenes Arbeitsfenster. Ferrari hätte so wie im dritten Training Intermediates gebraucht. "Die Strecke war aber erst ganz am Ende von Q2 bereit für Intermediates", bedauerte Vettel.

Charles Leclerc verstand die Welt nicht mehr. Am Morgen fühlte er sich bei starkem Regen noch pudelwohl in seinem SF1000, und dann überstand er nur mit Mühe das Q1. "Ich hatte kein Vertrauen in mein Auto. Es war im Vergleich zum Morgen wie verwandelt. Irgendwie habe ich die Reifen einfach nicht zum Arbeiten gebracht."

Charles Leclerc - Ferrari - GP Türkei 2020 - Istanbul - Qualifying
xpb
Charles Leclerc verstand nach dem Ausscheiden in Q2 die Welt nicht mehr.

Auto ist besser als Platz 12

Das Problem mit den Reifentemperaturen ist bei Ferrari seit Jahren bekannt. Das gab es laut Vettel auch schon in den besseren Jahren des Teams. "Da haben wir irgendetwas nicht verstanden im Vergleich zu den anderen. Wenn ich mit denen spreche, haben die das Problem nicht so ausgeprägt. In Österreich zum Beispiel ging in der Qualifikation gar nichts. Nur dann, wenn wir lange genug mit den Reifen gefahren sind, kam etwas Temperatur rein. Am Anfang waren die frischen Reifen immer zu kalt."

Im Rahmen seiner jüngsten Upgrades hatte Ferrari nicht nur an der Aerodynamik gefeilt. Die Ingenieure nahmen auch am Fahrwerk und an den Bremsbelüftungen Modifikationen vor, die das Problem aus der Welt schaffen oder wenigstens lindern sollten. "Wir konnten zuletzt über das Aufwärmen der Felgen bessere Reifentemperaturen erzielen. Deshalb waren wir optimistisch, dass wir hier mehr rausholen können. Heute hat uns dann aber gezeigt, dass sich zumindest im Regen nicht viel geändert hat", ärgerte sich Vettel. Er stellte aber auch klar: "Wir reden hier von kleinen Unterschieden in der Reifentemperatur. Fünf bis acht Grad mehr können einen riesigen Unterschied ausmachen."

Vettel glaubt trotzdem, dass Ferrari unter Wert geschlagen wurde. "Das Auto ist besser als Platz 12." Nach den Erkenntnissen der drei freien Trainingssitzungen gehören die roten Autos eigentlich in die Top Ten. Der letzte Istanbul-Sieger ist überzeugt, dass Ferrari im Rennen wieder dort landen könnte, wenn das Wetter mitspielt. "Die extremen Bedingungen geben uns vielleicht ein paar Optionen bei der Strategie, um nach vorne zu kommen. In den Longruns lagen wir in den Top 7."

Ein Platzgewinn ist im Gegensatz zu Imola auf dem 5,338 Kilometer langen Kurs am Bosporus auch auf der Rennstrecke möglich. 2011 wurden 79 Überholmanöver gezählt. Um das zu nutzen, brauchen die Ferrari-Piloten freie Fahrt, um ihre Reifen in den Wohlfühlbereich zu bringen. Einsatzleiter Laurent Meckies fürchtet: "Es wird ein langer Weg nach vorne von den Plätzen aus, von denen wir starten."

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