Reifen in der Diskussion

Punkte-System für Reifen?

Pirelli-Reifen - GP Brasilien 2018 Foto: Pirelli 36 Bilder

Die Teammanager haben sich mit FIA-Rennleiter Charlie Whiting in Abu Dhabi zu einer außerplanmäßigen Sitzung getroffen. Thema waren ausschließlich neue Reifenregeln für 2019.

Angeschoben haben das Thema wieder einmal die Fahrer. Die haben sich bei einer Sitzung mit Pirelli-Sportchef Mario Isola in Brasilien darüber beschwert, dass man mit den Reifen nicht attackieren könne, ohne dass sie überhitzen. Ein Grund dafür ist Pirellis Politik, langlebige Reifen zu bauen.

Weil das Überholen so schwer ist, wird die Position auf der Strecke immer wichtiger. Das zwingt die Teams dazu, lieber weniger als mehr Reifenwechsel einzulegen. Deshalb wurden die meisten Grand Prix 2019 mit Einstopp-Rennen-Strategien bewältigt. Die Panikmacher in der Szene sprechen schon wieder von Langeweile.

Deshalb hat FIA-Rennleiter Charlie Whiting am Donnerstag (22.11.2018) vor dem GP Abu Dhabi eine Sitzung mit den Teammanagern anberaumt, um Wege aus der Misere zu finden. Der Wunsch der Fahrer nach einem Rennen ohne Reifenschonen wird sich sicher nie erfüllen. Das scheitert schon am Spritverbrauch. „Wenn die Fahrer in Austin voll hätten attackieren dürfen, wären alle zwei Runden vor Schluss ohne Benzin ausgerollt“, sagt einer der Teammanager.

Zwei Pflichtboxenstopps oder Punkte-Wertung?

Whiting wollte mit den sportlichen Leitern der zehn Teams einige Denkmodelle diskutieren, die kürzlich auf den Tisch gekommen sind. So soll in Zukunft die Wahl der Reifen für alle Fahrer frei sein, auch jene, die sich in den Top Ten qualifizieren. Einwand der kleinen Teams: „Dann werden die Rennen noch langweiliger. Wenn die Top-Teams den haltbarsten Reifen im Angebot wählen, droht eine Prozession.“

Pirelli - F1-Reifen 2018 Pirelli-Reifen für 2019 Fünf Mischungen, drei Farben

Ein anderer Vorschlag sind zwei Pflichtboxenstopps, wobei es den Teams freisteht, den Reifentyp zu wählen. Der Zwang, mindestens zwei unterschiedliche Mischungen zu verwenden, entfiele dann. Diese Regelung hätte aber vermutlich zur Folge, dass die Rennen für die Zuschauer noch verwirrender werden.

Auch ein Punkte-System für Reifen machte die Runde. Dieser beinhaltet, dass jeder Reifentyp bewertet wird. Hart mit 6 Punkten, Medium mit 4, Soft mit 3. Jeder Teilnehmer muss am Ende des Rennens auf 12 Punkte kommen. Er kann also zwei Mal hart, drei Mal Medium oder vier Mal soft fahren. Und natürlich auch mischen. Auch diese Idee hat wenig Chancen die Hürde der Einstimmigkeit zu schaffen, die man bei späten Reglementsänderungen für die Saison 2019 brauchen würde. „Viel zu kompliziert“, heißt es aus Kreisen den Teammanager.

So dürfte höchstens die Bitte nach mehr Regenreifen im Freitagstraining Beifall finden. Sauber-Teammanager Beat Zehnder zweifelt jedoch, ob dann tatsächlich auch mehr gefahren wird: „Dann ist es dem einen zu nass, dem anderen zu trocken. Der dritte will Motorlaufzeit sparen und der vierte im Regen keine Entwicklungsteile riskieren.“

Ein Mercedes-Ingenieur wundert sich über den Aktionismus: „Nächstes Jahr gibt es neue Autos und neue Reifen. Lasst uns doch erst einmal schauen, wie sich das auf die Rennen auswirkt, bevor wir weitere neue Dinge einführen.“

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