Red Bull - GP Kanada 2019 ams

Lobby gegen dünne Reifen

Pirelli lehnt schnelle Maßnahmen ab

Die Kritik der Teams an den 2019er Reifen wird lauter. Ferrari und Red Bull führen eine Front von Teams an, die zurück zu den Reifen mit dickerer Lauffläche will. Sie sehen darin einen Vorteil für Mercedes. Pirelli aber lehnt Änderungen mitten in der Saison ab.

Haas-Teamchef Guenther Steiner spricht von der Reifenfenster-WM. Obwohl das US-Team die Reifen in Spanien und Monaco in den magischen Arbeitsbereich brachte, will Steiner nicht daraus schließen, dass man das Geheimnis der neuen Pirelli-Reifen geknackt hat: „Wir lernen von Rennen zu Rennen dazu, aber ich würde nicht von einem umfassenden Verständnis reden.“ Das hat im Moment nur Mercedes. Selbst Top-Teams wie Ferrari und Red Bull verlaufen sich immer wieder in Pirellis Irrgarten.

Sie sehen die 2019er Reifen mit der steiferen Konstruktion und der dünneren Lauffläche als den Matchwinner von Mercedes. Pirellis neue Sohlen haben die Probleme der Silberpfeile auf einen Schlag gelöst. Seit die Autos auf Reifen mit weniger Gummiauflage rollen, überhitzen bei Mercedes die Reifen nicht mehr.

Wer dagegen ein reifenschonendes Auto gebaut hat, wird bestraft, weil er die Reifen nur schwer in ihr Arbeitsfenster bringt. Der Frust der Niederlagen schweißt die Gegner von Mercedes zusammen. Ferrari und Red Bull führen eine Gruppe an, die Pirelli bitten will, zu der dickeren Lauffläche zurückzukehren.

Pirelli - F1-Test - Barcelona  - 14. Mai 2019
Motorsport Images
Die Reifen entscheiden dieses Jahr über Sieg und Niederlage.

Neue Reifen, schlechte Show

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto beruft sich dabei auf die Qualität der Rennen: „Die Reifen überhitzen nicht mehr und nutzen sich deshalb kaum noch ab. Alle Grand Prix sind Einstopp-Rennen. Das ist schlecht für die Show.“

Red Bull-Sportchef Helmut Marko wettert: „Es kann nicht sein, dass die Reifen alles entscheiden. Es spielt gar keine Rolle, wie gut dein Auto ist. Wenn du das Fenster nicht triffst, bist du chancenlos. Wir können unsere Stärke, die Reifen zu schonen, nicht mehr ausspielen.“ Guenther Steiner kritisiert: „Wir reden am Montag nach dem Rennen nur über Reifen. Das kann es nicht sein.“

Nach aktuellem Stand wollen sich aber nicht alle Teams der Front anschließen. McLaren-Chef Zak Brown erteilt der Kampagne eine klare Absage: „Wir verstehen die Reifen ganz gut und sehen keinen Grund, etwas zu ändern.“

Für Ferrari und Red Bull wird das Reifenthema immer wichtiger. Sie mussten ihre Saisonplanungen bereits komplett über den Haufen werfen. Ferraris Titelträume schwinden mit jedem weiteren Mercedes-Sieg. Red Bull wollte mindestens fünf Rennen gewinnen. Jetzt muss man schon froh sein, wenn man nur einen Sieg schafft.

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 11. Mai 2019
Motorsport Images
Ferrari und Red Bull können ihre Stärke in Sachen Reifenschonen nicht ausspielen.

Pirelli lehnt schnelle Änderung ab

Der Vorsprung von Mercedes ist so groß, dass er nicht mit einem Aero-Upgrade oder einer Motor-Entwicklung aufzuholen ist. Die Rückkehr zu den alten Reifen wäre der einfachere Weg, Mercedes ein Bein zu stellen. Die Mercedes-Dominanz ist auch für Liberty ein Problem. Die TV-Einschaltquoten fallen in den Keller.

Pirelli-Rennleiter Mario Isola bedauert: „Wir haben die Lauffläche aus Sicherheitsgründen reduziert. Das werden wir dieses Jahr nicht mehr rückgängig machen.“ Für 2020 will Isola eine Änderung aber nicht ausschließen: „Wir werden auf den Erfahrungen, die wir dieses Jahr machen, neue Mischungen für 2020 backen. Und vielleicht ändert sich damit auch die Dicke der Lauffläche.“

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