Daniel Ricciardo - GP Mexiko 2019 Motorsport Images
Alexander Albon - GP Japan 2019
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Lance Stroll - Racing Point - Formel 1 - GP Mexiko - 25. Oktober 2019 71 Bilder

Weiche Reifen sorgen für Kritik: Gummi-Poker im Qualifying?

Weiche Reifen sorgen für Kritik Gummi-Poker im Qualifying?

Die Piloten kämpften im Freien Training von Mexiko unter extremem Graining, vor allem der weichen Reifen. Im Qualifying könnte das dazu führen, dass im Q2 keiner die weiche Mischung fahren will.

Bei Pirelli kennt man das Problem schon. Die Bedingungen in Mexiko führten schon in den vergangenen Jahren zu teilweise extremem Graining der Reifen. Es ist eine Kombination von mehreren Faktoren, die dem Gummilieferanten das Leben schwer macht. Ein rutschiger Asphalt, eine im Rest des Jahres wenig genutzte Strecke, kühle Temperaturen, Autos mit wenig Abtrieb und relativ weiche Mischungen – das sind die perfekten Zutaten für das ungewollte Abrubbeln der Lauffläche.

Im vergangenen Jahr pellte sich der Hypersoft-Reifen wie ein Radiergummi. Dieses Jahr ging Pirelli vorsichtshalber eine Stufe härter. Aber auch der 2019er Soft-Reifen, der einem 2018er Ultrasoft entspricht, zeigte sich wenig widerstandsfähig. „Man konnte eigentlich erwarten, dass das Graining etwas weniger ist dieses Jahr, aber es ist schon ziemlich heftig“, bemerkte Nico Hülkenberg wie viele seiner Kollegen.

„Das liegt daran, dass die Autos noch einmal deutlich schneller geworden sind“, verteidigte sich Pirelli-Sportchef Mario Isola. „Obwohl die Reifen eine Stufe härter gewählt wurden, liegen die Rundenzeiten auf dem Niveau des Vorjahres.“

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Mexiko - 25. Oktober 2019
Motorsport Images
Die dreckige Strecke verstärkt das Graining-Problem noch.

Keiner will mit Soft-Reifen starten

Die wenig haltbaren Soft-Reifen werden auch Auswirkungen auf das Qualifying haben. Niemand will freiwillig die rot-markierten Gummis im Rennen draufschnallen. So werden die meisten Teams versuchen, im Qualifying mit den Medium-Schlappen durch das Q2 zu kommen. Gut möglich, dass einige Piloten aus dem Mittelfeld sogar ganz auf schnelle Runden verzichten, um außerhalb der Top Ten zu bleiben und am Start freie Reifenwahl zu haben.

„Das wäre nicht wünschenswert, aber verständlich“, bedauerte Isola. Das Problem: Der Medium-Reifen ist 0,9 Sekunden langsamer als die weichere Alternative. Da müssen sich selbst die Top-Teams strecken, wenn sie ein gutes Mittelfeld-Team hinter sich lassen wollen. „Sie werden wohl im ersten Run mit Medium fahren und dann schauen, ob die Zeit reicht“, prophezeit Isola.

Die Teams selbst wollten sich noch nicht in die Karten schauen lassen. „Das hängt auch etwas vom Wetter ab“, erklärt Hülkenberg. „Wenn es regnet wird der Gummi von der Strecke gespült. Das verstärkt das Graining. Aber wenn es trocken bleibt, wird die Strecke immer besser.“ Kollege Ricciardo erklärte: „Wir werden das wahrscheinlich nach dem dritten Training entscheiden. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass es da einige Strategie-Spiele gibt.“

Pirelli-Reifen - GP Mexiko 2019
xpb
Von den rot-markierten Soft-Reifen versuchen die Teams im Rennen die Finger zu lassen.

Mexiko-Rennen mit zwei Stopps

Aber selbst mit den beiden härteren Mischungen wird man wohl nicht mit einem Stopp über die Runden kommen, befürchtet Isola. „Die Abnutzung der Reifen ist einfach zu stark. Das wird man wohl auch mit gutem Reifenmanagement nicht hinbekommen. Am Ende müsste man so langsam fahren, dass es sinnvoller ist, einmal mehr zu stoppen.“

Neben dem Verschleiß der Reifen ist auch die Neigung zu Verbremsern ein Problem. Isola erklärt, warum man im Freien Training so viele stehende Räder sah – vor allem vor der ersten Kurve. „Das Problem beim Graining ist vor allem der vordere linke Reifen. Die Teams versuchen deshalb die Vorderachse mit dem Setup zu entlasten. Das führt dann auf der langen Gerade aber dazu, dass die Reifen vorne schnell auskühlen und beim Bremsen keinen Grip liefern.“

Für das kommende Jahr verspricht Isola den Fahrern aber schon Besserung: „Wir entwickeln Reifen mit einem größeren Arbeitsfenster. Das sollte die Probleme hoffentlich lindern.“ Während die meisten Piloten jammern, sieht Nico Hülkenberg die Sache locker. Er hat sich schon daran gewöhnt, dass Mexiko immer eine Rutschpartie ist. Man müsse sich nur darauf einstellen. „Als erfahrener und weiser Pilot, der hier schon fünf Mal war, weiß ich ja, was da kommt. Deshalb habe ich erst gar nicht die Erwartung, dass sich das geil anfühlt.“

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