Mercedes - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 8. Juni 2017 ams
Mercedes - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 8. Juni 2017
Ferrari - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 8. Juni 2017
Ferrari - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 8. Juni 2017
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Dem Reifenrätsel auf der Spur

Mercedes experimentiert mit Setups

Mercedes ist dem Reifenrätsel auf der Spur. Im Verdacht steht die Abstimmung des Fahrwerks. Im Gepäck für Kanada sind neue Teile, die das Abstimmungsfenster vergrößern sollen. Hamilton und Bottas werden damit im Training experimentieren.

Eine Lösung muss her, und das schnell. Sonst fährt Ferrari mit dem WM-Titel auf und davon. Mercedes ist dem Reifenrätsel auf der Spur. Der GP Kanada soll erste Antworten auf viele Fragen bringen. Montreal ist wieder so eine Rennstrecke, auf der das Aufwärmen der Reifen ein Balanceakt ist. Eigentlich noch schlimmer als in Monte Carlo, weil der Belag glatt ist, die Kurven kurz und die Geraden so lang, dass zwischendrin die Reifen auskühlen.

Ferrari bringt seine Reifen zuverlässig in ihr Arbeitsfenster. Vorne wie hinten. Bei Mercedes kann es passieren, dass die Vorderreifen erst arbeiten, wenn die hinteren Sohlen schon wieder abbauen. Für Teamchef Toto Wolff decken die breiteren Autos mit ihrer extremen Aerodynamik Schwachstellen eher auf als in der Vergangenheit: „Die Lastwechsel sind extremer. Der Reifen ist nicht mehr in der Lage, das auszugleichen, weil er eine andere Struktur hat.“

Im Verdacht steht das mechanische Setup

Das Problem steckt zum Teil in den Erbanlagen des Mercedes W08. „Das Abstimmungsfenster, in dem unser Auto mit den Reifen harmoniert, ist zu klein“, erklärt ein Ingenieur. Das ergab eine Analyse der ersten sechs Rennen. Weil man ein Rennauto nicht über Nacht umbauen kann, muss für die nächsten Rennen eine kurzfristige Lösung her. „Und die geht nur über das Setup“, erklärt Wolff.

Valtteri Bottas bestätigt: „Wir haben unsere Reifenproblematik untersucht und sind zu gewissen Erkenntnissen gekommen. Im Fokus steht die mechanische Abstimmung und die Fahrzeugbalance.“ Der Finne ist überzeugt: „Wenn wir heute noch einmal in Monte Carlo fahren könnten, wären wir schneller. Ob es für Ferrari reichen würde, kann ich aber nicht sagen.“

Mercedes wird das Freitagstraining in Montreal dazu nutzen, mit der Fahrwerksabstimmung neue Wege zu gehen. Sowohl Lewis Hamilton als auch Valtteri Bottas tun geheimnisvoll: „Wir haben da ein paar neue Dinge dabei, die wir ausprobieren werden.“ So wurde zum Beispiel weiter Gewicht abgespeckt. „Wir sind jetzt nahe am Idealzustand“, sagt Bottas.

Den Rest der Änderungen kann man nur vermuten. Er dürfte im Bereich der Dämpfer, Stabilisatoren und Federn liegen. Ziel ist es, das Auto über eine große Bandbreite fahrbarer zu machen. „Manchmal ist es wirklich ein Ritt auf Messers Schneide. Am Sonntag in Monte Carlo war das Auto nicht einfach zu fahren“, gibt Bottas zu.

Schnelle Reaktion ja, Panik nein

Doch wie viel Zeit hat Mercedes noch, um auf ein Problem zu reagieren, das Ferrari nicht zu haben scheint? „Wir sind deswegen nicht in Panik“, beruhigt Bottas. „Aber es ist schon klar, dass wir uns nicht zu viel Zeit lassen dürfen. Jedes schlechte Rennen von uns schenkt Ferrari Punkte. Wir müssen am Auto und am Setup arbeiten, denn beim Motor gibt es kaum noch einen Unterschied zwischen uns und Ferrari.“

Toto Wolff hat schon die mittelfristigen Änderungen im Sinn: „Zuerst kommt das Setup. Dann neue Aero-Teile, um die Balance zu optimieren.“ Auch langfristig laufen bereits Programme an. „Wir müssen uns hinterfragen, ob wir etwas am Gesamtkonzept ändern müssen.“

Eines haben die Untersuchung von Mercedes ergeben: Der lange Radstand ist nicht das Problem. Der geringe Anstellwinkel vielleicht schon. Doch da traut sich Mercedes nur mit langem Vorlauf dran. Dazu Wolff: „Das ist ein Konzept, das wir nicht kennen. Auf die Schnelle würde ein starker Anstellwinkel vorne vielleicht einige Probleme lösen. Aber es besteht die Gefahr, dass du hinten mehr dazubekommst.“

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Mercedes hatte gegen Ferrari in Monte Carlo keine Chance.

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