Reifenrätsel von Malaysia

Temperatursturz hilft Red Bull

Vettel Hamilton GP Malaysia 2013 Foto: Red Bull 20 Bilder

Bis zur 35. Runde lag ein Mercedes-Sieg in Malaysia in Reichweite. Dann zogen die beiden Red Bull an der Spitze davon. Der Grund dafür lag nicht nur im Spritmangel. Die Silberpfeile bekamen mit den harten Reifen mehr Probleme als die Red Bull. Teamchef Ross Brawn erklärt warum.

Rückblende auf die 35.Runde des GP Malaysia. Mark Webber führt. 2,0 Sekunden dahinter Lewis Hamilton. Sebastian Vettel folgt mit 2,8 Sekunden Abstand, Nico Rosberg hat 3,8 Sekunden Rückstand auf den Spitzenreiter. So eng lagen die ersten vier Piloten danach nie mehr zusammen.

In der 39. Runde überholte Vettel den Mercedes von Hamilton. Und dann seilten sich die beiden Red Bull schnell auf 10 Sekunden Vorsprung ab. Das war die Zeit, in der Hamilton und Rosberg von ihren Renningenieuren die Anweisung bekamen Benzin zu sparen. Die Flucht der Titelverteidiger hatte aber auch etwas mit den Reifen zu tun.

Temperatur fiel in der zweiten Rennhälfte

Alle vier Fahrer aus der Spitzengruppe waren auf einem frischen Satz der harten Gummimischung unterwegs. Das Quartett hatte fast gleichzeitig gewechselt. Hamilton in der 30., Webber und Rosberg in der 31., Vettel in der 32. Runde. Und trotzdem gab es Unterschiede, wie Mercedes-Teamchef Ross Brawn erklärt.

"Die harten Reifen haben am Ende des Rennens nicht mehr so funktioniert wie am Anfang. Das war unser Problem im dritten Stint, deshalb sind wir für den letzten Turn zurück auf den Medium-Reifen. Die Asphalttemperatur ist in der zweiten Rennhälfte gefallen. Damit fiel es uns schwer, die Reifen zum Arbeiten zu bringen. Am Freitag, als es heißer war, gab es keine Probleme mit den harten Reifen."

Mercedes wünschte sich Hitze

Die Mercedes-Ingenieure stellten anhand der Datenanalyse fest, dass der Temperatursturz in der zweiten Rennhälfte Red Bull eine Trumpfkarte in die Hand spielte. Dazu Brawn: "Red Bull hatte nach unseren Beobachtungen vom Freitagstraining bei Hitze mit diesem Reifentyp mehr Schwierigkeiten als wir. Die Red Bull-Leute waren selbst überrascht, um wie viel besser sie die Reifen am Sonntag im Griff hatten als an den Trainingstagen.

Ein Grund dafür könnte darin liegen, dass der RB9 seine Reifen bei kritischen Bedingungen schneller in den Arbeitsbereich bringt. Deshalb sind die violetten Autos auch im Training zu schnell. Das Pendel kann aber ganz schnell umkippen. Wenn es zu heiß oder zu kalt ist.

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