Stoffel Vandoorne - McLaren - GP Mexiko 2018 xpb
Kimi Räikkönen - Ferrari  - Formel 1 - GP Mexiko - 26. Oktober 2018
Carlos Sainz - Renault - Formel 1 - GP Mexiko - 26. Oktober 2018
Daniel Ricciardo - Red Bull  - Formel 1 - GP Mexiko - 26. Oktober 2018
Max Verstappen - Red Bull  - Formel 1 - GP Mexiko - 26. Oktober 2018 96 Bilder

Reifen-Taktik in Mexiko

Einstopper trotz Kaugummi-Reifen

Die Reifen werden beim Mexiko-Grand-Prix für zusätzliche Würze sorgen. Pirelli ist in Sachen Gummimischungen zwei Stufen weicher unterwegs als im Vorjahr. Ob sich die Piloten dadurch an die Box zwingen lassen, ist aber fraglich.

Egal, welchen Fahrer man nach den beiden Freitagstrainings fragte, das Thema war immer das gleiche. Alle beklagten sich über die Reifen, die auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez einfach zu wenig Grip bieten. Dabei brachte Pirelli die drei weichsten Mischungen nach Mexiko, die man im Angebot hat.

„Es liegt nicht an den Reifen, dass die Fahrer rutschen“, betonte Pirelli-Sportchef Mario Isola. „Wenn wir die Mischungen auf anderen Strecken einsetzen, dann beschwert sich keiner. Es ist vor allem der Abtrieb, der in der dünnen Luft fehlt. Und das sorgt in Kombination mit dem rutschigen Asphalt dafür, dass die Piloten keinen Grip finden.“

Weiche Reifen rubbeln sich ab

Im Freien Training kam noch ein anderes Phänomen dazu. Vor allem auf den beiden weichsten Sorten Hypersoft und Ultrasoft klagten die Piloten über „Graining“. Wenn die Reifen körnen, rubbelt sich die Lauffläche in kleinen Wülsten nach außen ab. „Meine Reifen fühlen sich an, wie Kaugummis“, beklagte sich zum Beispiel Hülkenberg nach nur wenigen Runden auf der weichsten Mischung.

Pirelli-Reifen - GP Mexiko 2018
ams
Die Hypersofts neigen zum Graining. Dabei rubbelt sich die komplette Lauffläche ab.

„Das Graining wird dadurch ausgelöst, dass noch kein Gummi auf der Bahn liegt“, erklärt Isola. „Auf dieser Strecke finden nur wenige Rennen im Jahr statt. Deshalb haben wir das Problem jede Saison wieder. Mit jeder Session wird es besser. Im Rennen sollte es dann nicht mehr so schlimm sein. Dazu kamen relativ kühle Temperaturen vor allem im ersten Training. Das verstärkt das Graining noch.“

Für das Qualifying haben die Teams nun ein Problem. Der Hypersoft ist immerhin 0,7 Sekunden schneller als der Ultrasoft. Wer im Q2 auf den Superkleber setzt um ins Q3 zu kommen, muss dann wie vom Reglement gefordert dann im Rennen auch auf den rosa markierten Gummis losfahren – und bezahlt dafür dann mit der Strategie. Mehr als fünf bis zehn Runden sind damit nicht drin, so die Prognose der Piloten.

Wer fährt Hypersoft im Q2?

„Wenn ein Fahrer so früh an die Box kommt, muss er wohl zweimal stoppen. Ich glaube nicht, dass der Supersoft bis zum Ende durchhält“, so Isola. Der Reifenpapst erwartet deshalb, dass zumindest die Top-Teams versuchen werden, das Q2 mit dem Ultrasoft-Reifen zu überstehen. Bei Red Bull sieht das ganz gut aus. Für Mercedes und Ferrari könnte das nach den Eindrücken des Trainingsfreitags etwas riskanter werden.

Carlos Sainz - Renault  - Formel 1 - GP Mexiko - 26. Oktober 2018
xpb
Wer auf den Hypersoft starten muss, bekommt ein Problem mit der Strategie.

Aber auch die Mittelfeldteams, wie Renault oder Force India, stehen vor einer Entscheidung: Eine gute Startposition oder die bessere Rennstrategie? Wer mit den Ultrasoft- oder Supersoft-Reifen losfährt, sollte es mit einem Stopp schaffen, glaubt Isola. „Hier in Mexiko ist der Zeitverlust in der Boxengasse mit am größten in der ganzen Saison. Mehr als 20 Sekunden. Das lässt sich mit frischen Reifen nur schwer auf der Strecke wieder reinfahren.“

Aber vielleicht kommt ja doch alles ganz anders. Für den Samstag sind in Mexiko Schauer vorhergesagt. Auf nasser Fahrbahn dürfte das Kräfteverhältnis noch einmal komplett durchgemischt werden. Der Worst Case lautet, dass es in der Nacht zum Sonntag regnet und die Bahn im Rennen wieder trocken ist. Dann wäre der ganze Gummi vom Asphalt gewaschen und die Piloten müssten wieder mit extremem Graining rechnen.

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