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Bridgestone F1-Reifen
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Reifenpoker in Hockenheim

Das Bauchgefühl entscheidet

Vor dieser Reifenkonstellation hatten alle Angst. Ganz weich und ganz hart, die beiden Extreme bei einem Rennen zur Auswahl gab es noch nie. Nach dem ersten Trainingstag von Hockenheim gab es teilweise Entwarnung.

Der Wettergott war gnädig. In der ersten Trainingssitzung blieben die Trockenreifen in der Kiste. In der zweiten kletterte die Asphalttemperatur nicht über 25 Grad. Damit war es weder zu heiß noch zu kalt für die beiden Gummisorten im Angebot. Erstmals hatte Bridgestone die beiden Extreme mit an eine Rennstrecke gebracht: Supersoft und hart.

Die Teams fürchteten schon ein zweites Montreal oder noch schlimmer. Der weiche Reifen würde klar schneller sein, aber nach einer Runde dramatisch Grip verlieren. Der Harte könnte schwer auf Temperatur zu bringen sein. "Das Wetter entscheidet, welcher der beiden Reifentypen der kritischere sein wird", prophezeite Bridgestone-Reifenchef Hirohide Hamashima.

Reifenproblem nicht so schlimm wie erwartet

Es kam alles ganz anders. "Die Reifen sind viel weniger ein Problem, als wir alle befürchtet hatten. Wenn überhaupt, dann könnte es Schwierigkeiten geben, den harten Reifen auf Temperatur zu bringen", erklärte Nico Rosberg nach 180 Minuten Training.

Das größte Problem ist die Ungewissheit. Die Fahrer hatten nur in der zweiten Trainingssitzung Gelegenheit, die Trockenreifen zu testen. Und da gab es kein einheitliches Bild. "Für uns waren die weichen Reifen um fast eine Sekunde schneller", erzählte Timo Glock.

Die Sauber-Piloten Kamui Kobayashi und Pedro de la Rosa waren zwar mit ihren Dauerläufen und auch ihrer jeweils schnellsten Runde zufrieden, kritisierten aber: "Wir gewinnen mit den weichen Reifen nur zwei Zehntel. Bei anderen ist es über eine halbe Sekunde."

Keine klaren Erkenntnisse

Auch der Trainingsschnellste Fernando Alonso konnte keine klaren Aussagen treffen. "Es gibt keine eindeutigen Indizien dafür, wie stark welcher Reifen abbaut. Dazu war das Wetter zu unbeständig. Zum Glück sitzen wir alle im gleichen Boot. Es sieht nicht so schlimm aus wie in Montreal, aber das kann täuschen. Keiner konnte einen repräsentativen Dauerlauf machen. Deshalb fehlen uns Informationen für die Rennstrategie. Wir werden uns auf unser Bauchgefühl verlassen müssen."

Adrian Sutil konnte ebenfalls keine genauen Aussagen treffen: "Heute hat der weiche Reifen vielleicht sieben Runden gehalten. Es ist fraglich ob es morgen besser wird. Die Strecke wird auch am Morgen noch sehr grün sein." Für das Qualifying spielt die Reifenwahl die entscheidende Rolle. Ab Platz zehn können die Fahrer im Rennen die Reifen selbst wählen. "Ich denke, jeder wird im Q3 mit weichen Reifen fahren, weil die einfach schneller sind. Es kann aber schon sein, dass am Ende der elfte Platz besser ist als der achte."

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