Reifenregel erhöht Speed

GP Bahrain 91 Sekunden schneller

Mercedes - Crazy Stats - GP Bahrain 2016 Foto: xpb 33 Bilder

In der Qualifikation fahren die aktuellen Formel 1-Autos so schnell wie noch nie. Aber auch im Renntrimm sind sie im Vergleich zu 2015 deutlich schneller geworden. Jedoch immer noch weit entfernt von 2004.

In der Qualifikation beginnen alte Rekorde zu fallen. Die Pole Position-Runde von Lewis Hamilton mit 1.29,493 Minuten war um 0,325 Sekunden schneller als der alte Bestwert von Fernando Alonso aus der Saison 2005. Und um 3,078 Sekunden besser als im Vorjahr. Sebastian Vettel gibt sich damit nicht zufrieden: "Wir müssen im Rennen schneller werden."

Da werden die Fahrer im Vergleich zu früher durch das hohe Benzingewicht, die um 100 Kilogramm schweren Autos und die zu schnell abbauenden Reifen eingebremst. Immerhin hat die Ausweitung auf drei Reifenoptionen und die rasante Entwicklung von Autos und Motoren jetzt auch im Rennen die Geschwindigkeiten erhöht.

Schnellste Rennrunde um zwei Sekunden besser

Das zeigt zunächst ein Vergleich der Siegerzeiten beim GP Bahrain. Nico Rosberg legte die 57-Runden-Distanz um 91,213 Sekunden schneller zurück als Lewis Hamilton 2015. Der Schnitt stieg von 194,478 auf 197,949 km/h. Der GP Australien lässt sich wegen der Rennunterbrechung in diesem Jahr nicht vergleichen.

Gegen die Saison 2004 steht die aktuelle Formel 1 immer noch schlecht da. Michael Schumacher brauchte vor 12 Jahren fast exakt fünf Minuten weniger für die 308 Rennkilometer. Was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 208,976 km/h entsprach. Schumacher war bei der Bahrain-Premiere wie Rosberg bei der 2016er Ausgabe mit drei Stopps unterwegs.

Das Bild setzt sich bei den schnellsten Rennrunden fort. In Australien wurde der Vorjahreswert von 1.30,945 Minuten um zwei Sekunden unterboten. Daniel Ricciardo schaffte 1.28,997 Minuten. Auf einem Satz Supersoft, der 7 Runden alt war. Hamilton fuhr 2014 seine Zeit auf 25 Runden alten Medium-Reifen. Michael Schumacher stellte 2004 mit 1.24,125 Minuten den offiziellen Rundenrekord auf. Er gilt noch heute.

In Bahrain lässt sich Ähnliches beobachten. Nico Rosbergs schnellste Runde mit 1.34,482 Minuten war massiv schneller als Kimi Räikkönens Vorjahreszeit von 1.36,311 Minuten. Beide waren auf diesen Runden übrigens auf Soft-Reifen unterwegs, die sie jeweils zwei Runden zuvor in der Box abgeholt hatten. Hier kann man also nicht von einem Reifenvorteil sprechen. Im Gegenteil. Rosbergs Reifen waren um 2.5 PSI (vorne) und 2.0 PSI (hinten) stärker aufgepumpt als Räikkönens Pirelli im letzten Jahr. Unerreicht auch da Michael Schumachers Rekord von 1.30,252 Minuten aus dem Jahr 2004.

Am schlimmsten ist das hohe Fahrzeuggewicht

Die Fahrer würden im Rennen gerne wieder so schnell fahren wie in der goldenen Ferrari-Ära. Das können sie sich abschminken, auch mit den für 2017 geplanten Autos. Die sollen dann 722 Kilogramm schwer sein. Das allein kostet gegenüber dem 605 Kilogramm schweren Ferrari F2004 auf dem Papier 4,2 Sekunden. Pirelli wird zwar breitere Reifen bauen, aber es ist kaum zu erwarten, dass die dann konstant Grip über eine 20-Runden-Distanz liefern. Vor allem, wenn der Abtrieb um 25 Prozent erhöht wird.

Das Spritgewicht bremst die Fahrer nur in der ersten Hälfte des Rennens. Damit müssen sie leben. Eine Rückkehr der Tankstopps würde die Zahl der Überholmanöver auf der Rennstrecke dramatisch nach unten drücken. Damit leidet die Show. 2004 wurden bei 17 Rennen pro Grand Prix 17 Überholmanöver gezählt. 2015 waren es im Schnitt 31 Überholvorgänge. Die ersten beiden Rennen 2016 lassen eine deutliche Steigerung erwarten. In Melbourne wurde 37 Mal überholt, in Bahrain 84 Mal. Macht ein Mittel von 60.

Formel 1: Speeds im Rennen

Rennen schnellste Rennr. 2016 schnellste Rennr. 2015 schnellste Rennr. 2004
GP Australien 1.28,997 Minuten 1.30,945 1.24,125
GP Bahrain 1.34,482 Min. 1.36,311 1.30,252
Rennen Zeit Sieger 2016 Zeit Sieger 2015 Zeit Sieger 2004
GP Australien SC+Pause 1:31.50,491 1:24.15,757
GP Bahrain 1:33.34,696 1:35.05,909 1:28.34,875
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