Daniel Ricciardo - Renault - Formel 1 - GP Monaco - 25. Mai 2019 Motorsport Images

Ein Renault im Q3

„Wie ein zweiter Platz“

Renault atmet auf. Beim wichtigsten Rennen des Jahres schaffte Daniel Ricciardo den Sprung unter die Top Ten. Und Nico Hülkenberg verfehlte den Sprung um 62 Tausendstel. Ein leichtet Aufwärtstrend.

Daniel Ricciardo zeigte wieder sein berühmtes Lachen. Der Trainingsschnellste des Vorjahres schaffte es nach drei Trainingssitzungen voller Sorgen ins Q3 und wird nach der Strafversetzung von Pierre Gasly als Sechster ins Rennen gehen. „Es war eine harte Arbeit ins Q3 zu kommen. Da fühlte sich das Auto dann so gut an wie das ganze Wochenende zuvor nicht.“ Mit seiner Pole Position vom Vorjahr wollte der Australier seine Zeit von 1.11,218 Minuten jedoch nicht vergleichen. „Es fühlt sich an wie ein zweiter Platz. Im letzten Sektor bin ich die viertschnellste Zeit gefahren. Das ist mein Spezialsektor. Ich hatte aber das Gefühl, dass da noch etwas mehr drin lag. Deshalb nur Platz zwei.“

Hülkenberg aus dem Rhythmus

Nico Hülkenberg war weniger zum Scherzen aufgelegt. Der Deutsche verfehlte das Q3 um 0,062 Sekunden. Irgendwie bahnte sich das Scheitern schon mit langem Vorlauf im Q1 an. „Das Getriebe ist in einem Gang festgesteckt, ich habe Zeit bei der Wiegeprozedur verloren und dann stand auch noch Giovinazzi im Weg. Von da an stimmte der Rhytmus nicht mehr.“

Hülkenberg musste schon im Q1 um das Weiterkommen bangen. Er schaffte es in allerletzter Sekunde. „Das passiert in Monte Carlo jedes Jahr. Irgendwann einmal ist es spitz auf knapp. Du musst deine Sinne dafür schärfen. Wenn du weißt, es ist dein letzter Schuss, dann geht der Puls schon drei Schläge nach oben.“ Am Ende durfte Hülkenberg wie Sergio Perez und Charles Leclerc aufatmen. Alle drei waren an der Waage trotz Rotlicht weitergefahren. Die Sportkommissare drückten beide Augen zu. „Die Ampel sprang zu spät auf Rot um. Als ich in die Boxengasse einbog, war da noch grün“, entschuldigte sich Hülkenberg.

Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Monaco - 25. Mai 2019
Motorsport Images
Nico Hülkenberg kam im Qualifying aus dem Rhythmus.

Ricciardo lobt den Motor

Auch für Daniel Ricciardo war Monte Carlo eine Achterbahn-Fahrt. „Ich wusste nach dem Donnerstag, dass ich mindestens eine halbe Sekunde finden muss. Im dritten Training lief es etwas besser, aber noch nicht gut genug. Da sind wir in der mechanischen Abstimmung einen aggressiven Weg gegangen. Der hat besser funktioniert. Ich konnte schon nach einer Aufwärmrunde attackieren.“ Alles drehte sich darum, genügend Grip auf der Vorderachse zu finden. In einem ersten Schritt wurde das mechanische Setup angepasst, in einem zweiten die Frontflügeleinstellung.

Die Änderungen schlugen an, werden den Renault-Ingenieuren für die Zukunft nicht viel helfen. „Das war Monaco-spezifisch und ist nicht übertragbar auf andere Strecken“, bedauert Ricciardo. Der Australier glaubt, dass es weiter schwierig bleibt, den angepeilten 4. Platz zu erreichen. Trotz eines Motors, der ihm ein dickes Lob entlockt. Renault gab in Monaco wieder die Leistung wie zu Saisonbeginn frei. „Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine riesige Steigerung“, gibt Ricciardo zu.

Hülkenberg pflichtet bei: „Hätten wir diese Power schon 2018 in der zweiten Saisonhälfte gehabt, wären wir viel lockerer Vierter geworden.“ Der nächste Schritt muss jetzt vom Chassis kommen. Fast ein bisschen wehmütig blickt Ricciardo auf die Red Bull-Zeit zurück: „In den letzten Jahren haben im Q1 und Q2 90 Prozent gereicht. Diesmal war es ein Kampf.“

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