Renault-Problem

Auspuff bremst auf langsamen Strecken

Bruno Senna Renault GP Singapur 2011 Foto: Renault 25 Bilder

Renault war in Singapur das schwächste Mittelfeld-Team. Technikchef James Allison sucht nach Gründen für die Pleite. Er vermutet, dass der revolutionäre Auspuff auf langsamen Strecken ein Nachteil gegenüber der Konkurrenz ist.

Renault ist auf Stadtkursen in dieser Saison nicht bei der Musik. Nach dem Debakel von Monaco setzte es auch in Singapur eine herbe Pleite. Mit zwei Runden Rückstand auf die Spitze waren Bruno Senna und Vitaly Petrov ohne Chance im Kampf um die WM-Punkte. Dass Petrov sogar hinter dem Lotus von Heikki Kovalainen über die Ziellinie fuhr, vergrößert die Schmach zusätzlich.

"Wir sind ins Rennen gegangen und wussten, dass wir keine gute Pace haben", erklärte Technikchef James Allison auf der Webseite des Rennstalls. "Der Reifenverschleiß war einfach zu hoch, das erkannten wir bereits am Freitag und Samstag. Natürlich hofft man immer, dass es dann doch nicht ganz so schlimm wird, dass es im Rennen anders wird, aber wir wurden eines Besseren belehrt."

Renault: Singapur noch schlechter als Monaco

Die Erfahrungen aus der Saison ließen bei den Verantwortlichen schon vor dem Rennwochenende die Alarmglocken klingeln. Am Ende half aber alles nichts. Die charakteristische Schwäche auf kurvigen Strecken ließ sich dem R31 nicht austreiben. "Wir wissen auch nicht, warum es in Singapur noch schlechter lief, als in Monaco und Ungarn. Die einfachste Erklärung wäre, dass wir in den langsamen Kurven nicht genug Abtrieb haben", rätselte Allison.

Als Schuldigen hat der Brite den revolutionären Auspuff in Verdacht. Zu Beginn der Saison hatte das Team noch große Stücke darauf gesetzt, dass die Gase weit vorne vor den Seitenkästen austreten. Doch das Konzept scheint seine Tücken zu haben. Allison gibt zu, dass die konventionellen Auspuff-Systeme, die hinten in Richtung Diffusor blasen, mehr Abtrieb generieren. Vor allem auf Strecken, auf denen man viel Bodenfreiheit und Federweg für eine bessere Traktion fahren muss.

Renault R31 reagiert sehr sensibel

"Der Auspuff der nach vorn geht leistet indes mehr, wenn das Heck nach unten gedrückt wird - was bei mittelschnellen und extrem schnellen Kurven auftritt. Das könnte also ein Grund dafür sein, dass wir auf langsamen Strecken nicht konkurrenzfähig sind", vermutet Allison. Allerdings könne das nicht die einzige Erklärung für das miserable Abschneiden sein.

"Unser Auto ist selbst bei der kleinsten geometrischen Fehleinstellung sehr sensibel und nachtragend", gibt der Renault-Ingenieur zu. "An diesem Wochenende waren wir von Heckflügel- und Unterboden-Problemen geplagt, die alle bei sehr geringen Geschwindigkeiten noch sensibler zu sein scheinen, als sie bei höheren Geschwindigkeiten."

Renault besser in Suzuka?

Beim neuen Auto für 2012 will man diese Schwächen gezielt angehen. Dem aktuellen Modell R31 sind die Flausen auf langsamen Strecken wohl nicht mehr auszutreiben, wie auch Allison zugeben muss. Mit Suzuka wartet nun immerhin eine schnellere Strecke mit langgezogenen Kurven, wo Renault wieder bessere Chancen erwartet.

"Einige der verbleibenden Rennen bieten eine Palette von Medium- und Hochgeschwindigkeitskurven, wo wir in der Lage sein sollten, das Auto zurück in die Punkte zu bringen. Das müssen wir auch - Force India beginnt damit, uns im Nacken zu sitzen und wir brauchen ein paar gute Resultate, um vorne zu bleiben."

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