Daniel Ricciardo - Renault - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019 xpb

Renault mit beiden Autos in Q3

Ein Qualifying nach dem Geschmack der Teamführung

Renault führt in Shanghai das Mittelfeld an. Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg besetzen die vierte Reihe. Die Upgrades wirken. Ricciardo fühlt sich im Auto wohler. Vor allem auf der Bremse.

Renault-Sportchef Cyril Abiteboul atmete auf. Im dritten Anlauf der Saison schaffte es Renault endlich in den dritten Teil der Qualifikation. Und das mit beiden Autos. Endlich verlief aus Sicht des französischen Werksrennstalls ein Abschlusstraining ohne Zwischenfälle: ein richtig kalibrierter Motor und zwei Fahrer, die das Paket ausquetschten und sich in die vierte Startreihe fuhren.

In Australien waren beide Fahrer an der zweiten Quali-Hürde gescheitert. In Bahrain schied Hülkenberg sogar in Q1 aus. Die maximal durchschnittlichen Startpositionen schlugen aufs Gemüt. Und sie erschwerten dem Team die Arbeit für den Rennsonntag. „Endlich gibt es keine Was-Wäre-Wenn-Szenarien mehr. Wir hatten das viertschnellste Auto im Feld, und haben die Plätze hinter den Topteams eingenommen“, freute sich Abiteboul.

Über ein Zehntel durch Upgrades

Das Team-Duell ging an den Neuzugang. Daniel Ricciardo kreuzte den Zielstrich auf der schnellen Runde vier Tausendstel eher als Nico Hülkenberg. Selbst der Red Bull von Pierre Gasly lag in Reichweite. Es fehlten nur 28 Tausendstel. „Mit zwei perfekten Runden hätten wir vor ihm stehen können“, glaubt Abiteboul. Zustimmung kommt von seinem Piloten. „Ich glaube, meine theoretische Rundenzeit wäre eine 1:32.928 gewesen“, sagt Hülkenberg. Das hätte gereicht, um Gasly hinter sich zu lassen.

Der Le Mans-Sieger und sein Teamkollege sprachen nach der Qualifikation dieselbe Sprache. Beide haben sich im R.S.19 wohler gefühlt. „Wir haben Fortschritte gemacht. Bei der Aerodynamik und der Mechanik“, berichtet Hülkenberg. Renault flog viele neue Teile nach Shanghai ein. Die Ingenieure änderten die Vorderraufhängung, die vorderen Bremsbelüftungen, Teile der Verkleidung und den Unterboden im Bereich des Diffusors. Die Ingenieure sprechen von einem ordentlichen Schritt. Das Upgrade brachte etwas mehr als eine Zehntelsekunde auf der Uhr. „Sobald wir im Windkanal Fortschritte machen, bringen wir es auf die Strecke“, sagt Chassis-Direktor Nick Chester.

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Das Update wirkt, die Balance und das Setup passen. Und Ricciardo gewinnt von Runde zu Runde mehr Vertrauen in sein Auto. Das zeigt sich vor allem auf der Bremse. Der Weg vom Bremspunkte zur Kurve gehörte in der Vergangenheit zu den Stärken des Australiers. Man sah es an seinen Überholmanövern. Im Red Bull überraschte der siebenmalige GP-Sieger ein ums andere Mal seine Konkurrenten.

Nico Hülkenberg - Renault - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019
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Nico Hülkenberg war in der Quali minimal langsamer als Teamkollege Daniel Ricciardo.

Abiteboul zufrieden mit Motor

Im Renault allerdings fehlte dem Mann aus Perth bislang das Gefühl für die Bremse. Die Testfahrten in Bahrain linderten die Schwierigkeiten. „Die Vorderreifen blockierten an den ersten beiden Rennwochenenden ziemlich schnell. An diesem Wochenende habe ich weniger zu klagen. Ich habe weniger Vorderreifen zerstört“, scherzt Ricciardo, der weiteres Steigerungspotential sieht und mit Rückschlägen rechnet. „Es wird mal besser laufen in diesem Jahr, mal schlechter. Ich muss mich an ein neues Team und ein neues Auto gewöhnen. Da gibt es zwangsläufig Schwankungen.“

Renaults Fortschritte am Motor bestätigen sich bislang auch in Shanghai. Wenngleich der Party-Modus in der Qualifikation immer noch dem von Mercedes und Ferrari unterlegen ist. „In der Quali fehlt uns immer noch der letzte Punch. Im Rennen rücken wir näher heran. Das haben wir besonders in Bahrain gesehen mit den langen Geraden. Da stimmte unsere Performance“, sagt Renaults Sportchef.

Rennen ist ein gutes Stichwort. Beide Renault-Piloten starten im Gegensatz zu ihren Vordermännern auf den weichen Reifen. Mit Mercedes, Ferrari und Red Bull dürfte Renault im Renntrimm aber sowieso nicht mithalten. Egal auf welchem Reifen. Der Blick geht eher nach hinten. Im engen Mittelfeld entscheiden Kleinigkeiten. Zum Beispiel könnte die freie Reifenwahl den Fahrern ab dem elften Startplatz in die Karten spielen. „Mit dem Medium-Reifen hat man sicher einen Vorteil über den ersten Stint“, sagt Ricciardo. „Dafür gibt es einen Nachteil am Start.“ Sein Teamkollege ist zuversichtlich: „Die Longruns am Freitag sahen gut aus.“ Doppelte Punkte sind das Ziel. Am besten direkt hinter den Topteams.

GP China 2019: Die Bilder vom Qualifying-Samstag

Alexander Albon - Toro Rosso - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019
Alexander Albon - Toro Rosso - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019 Valtteri Bottas - Mercedes - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019 Valtteri Bottas - Mercedes - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019 Fans - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019 35 Bilder
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