Jolyon Palmer - Renault - GP Kanada 2017 sutton-images.com
Renault R.S.17 - F1-Auto 2017 - Präsentation London
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Renault mit drei Baustellen

Palmer gerät unter Druck

Renault wird langsam besser. Selbst auf einer Power-Strecke wie Kanada konnte das Team punkten. Trotzdem muss der französische Nationalrennstall noch nachlegen. Bei der Aerodynamik, beim Motor und beim zweiten Fahrer.

Nach sieben Rennen hat Renault schon mehr als doppelt so viele Punkte wie im Vorjahr. Und alle 18 Zähler kommen von einem Fahrer. Nico Hülkenberg entschädigte sich in Montreal für entgangene Punkte in Monte Carlo. Da machte ihm ein Getriebeschaden einen Strich durch die Rechnung. Diesmal passte wieder alles. Hülkenberg holte 4 WM-Zähler auf einer Strecke, die nicht gerade zu Renaults Favoriten zählt.

Jolyon Palmer - Renault - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 9. Juni 2017
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Der Renault hat noch aerodynamische Schwächen.

Daran sind zum einen die vielen engen Kurven von Montreal schuld. Der Renault R.S.17 leidet daran, dass die Strömung nach hinten stark beeinträchtigt wird, wenn die Vorderräder eingeschlagen sind. Je stärker, desto schlimmer der Abtriebsverlust in den Kurven. „Zuerst kommst du in die Kurve nicht richtig rein, dann bringst du beim Beschleunigen die Reifen um, weil dir der Anpressdruck fehlt.“ Die Aerodynamik funktioniert wie beim Mercedes nur in einem kleinen Fenster. Das bringt Probleme über die Randsteine und am Ende auch beim Reifenmanagement.

Renault Motor-Upgrade soll verschoben werden

Montreal ist eine Power-Strecke. Da haben die Teams mit Mercedes- und Ferrari-Motoren automatisch Vorteile. „Williams und Force India sind für uns im Moment außer Reichweite. Aber nicht nur wegen des Motors“, urteilt Hülkenberg. Das für Baku angekündigte Motor-Upgrade soll nun doch noch einmal verschoben werden. Manche sagen, die Ausbaustufe komme nie. Die Probleme mit Rissen in den Zylinderlaufbuchsen und Blöcken sind noch immer nicht gelöst.

Mit dem neuen Verbrennungsverfahren nach Vorbild von Mercedes und Ferrari steigt das Verdichtungsverhältnis und damit auch die mechanische Belastung für den Motor. Deshalb muss Renault mit der Leistung auf der konservativen Seite bleiben. Die Franzosen sind mit je zwei Verbrennungsmotoren, Turbolader und Elektromaschinen noch im Plan. Nur Daniil Kvyat und Jolyon Palmer fallen mit drei Einheiten aus dem Rahmen.

Wie lange Schonfrist noch für Palmer

Jolyon Palmer setzt sich bescheidene Ziele. Der bis jetzt so enttäuschende Engländer wurde zwei Mal hintereinander Elfter. In Monte Carlo fehlten 1,2 Sekunden auf den ersten WM-Punkt 2017, in Montreal eine glatte Sekunde. „Meine Rennen waren jetzt zwei Mal ordentlich. Mit einem besseren Start hätte ich es in die Punkte geschafft. Darauf muss ich aufbauen.“

Jolyon Palmer - Renault - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 22. März 2017
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Die Zukunft von Jolyon Palmer ist ungewiss.

Trotz der leichten Steigerung kursieren schon die ersten Gerüchte über seine Ablöse im Fahrerlager. „Damit bin ich konfrontiert, seit ich Formel 1 fahre“, seufzt Palmer. Ist jetzt die Schonfrist bald abgelaufen? Teamchef Cyril Abiteboul heizt die Situation sogar noch an. Gegenüber dem französischen Fernsehsender Canal Plus erklärte der Boss des Rennstalls unmissverständlich: „Ich möchte keine Drohungen abgeben. Aber er muss jetzt langsam mal Leistung abliefern.“

Der Fahrerlagerfunk meldet schon zwei mögliche Ersatzleute. Entweder Testfahrer Sergey Sirotkin oder Robert Kubica. Der Pole hat bei seinem Test in Valencia einen nachhaltigen Eindruck im Team hinterlassen. Bei Kubica gäbe es nur eine Hürde. Der Sieger des GP Kanada 2008 muss den Eignungstest bei der FIA schaffen. Dabei könnte ihm der lädierte rechte Arm einen Streich spielen. Nicht beim Fahrer. Dafür beim Aussteigen aus dem Auto.

Motorsport Aktuell Renault - GP Kanada - Formel 1 - 2017 Hülkenberg über Kanada-Duell mit Haas Magnussen beinahe auf die Tribüne gesendet

Nico Hülkenberg hat in Kanada einen starken achten Platz eingefahren.

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