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Renault RS16 - Formel 1 - 2016
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1977 Renault Turbo V6
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Renault-Aufschwung im Mittelfeld

Keine Ausreden mehr mit Alonso

Im Kampf um Platz drei reden alle von McLaren und Racing Point oder gar noch Ferrari. Doch das drittbeste Auto hat momentan Renault. Das französische Werksteam lässt nur zu viele Punkte liegen.

Das eigentliche Rennen in der Formel 1 findet im Mittelfeld statt. Die Mercedes und Max Verstappen fahren ihren eigenen Grand Prix. Dahinter passiert das, wovon Liberty träumt. Keiner kann vorhersagen, wer die Formel 1B gewinnt. Es bewerben sich zwei McLaren, zwei Racing Point, zwei Renault, zwei Alpha Tauri. Alexander Albon im zweiten Red Bull steckt mit in dieser Gruppe, und die Ferrari verabschieden sich langsam daraus.

Die Rennstrecke bestimmt das Kräfteverhältnis zwischen Platz drei und acht in der Konstrukteurs-WM. Ein klares Muster ist schwer auszumachen. McLaren liegen die schnellen Strecken besser, Racing Point die für mehr Abtrieb. Der Renault R.S.20 ist eigentlich überall stark, zeigt aber die größten Schwankungen.

Erst seit Spa haben sich die Franzosen stabilisiert. Es fehlen nur noch sieben Punkte auf Platz drei. Teamchef Cyril Abiteboul erklärt, warum Renault das Team der Stunde ist. "Die ersten acht Rennen war es so: Je mehr Zeit wir auf einer Strecke in schnellen Kurven verbracht haben, desto weiter hinten standen wir. In schnellen Kurven war der Abtrieb nicht stabil. Diese Regel haben wir in Mugello zum ersten Mal durchbrochen. Wir waren besser als erwartet."

"Wahrscheinlich steckt mehr in dem Auto, wir müssen es nur herausholen. Wir waren zum Beispiel nirgendwo in Barcelona und voll wettbewerbsfähig in Spa. Vielleicht liegt es gar nicht am Streckentyp. Vielleicht funktioniert unser Auto in ganz kleinen Fenstern genau an seinem Potenzial, und wenn wir dieses Fenster nur ein bisschen verlassen, verlieren wir überproportional viel Zeit. Deshalb haben wir in Mugello eine Reihe unterschiedlicher Fahrzeugabstimmungen durchgespielt, und einige davon scheinen unsere Theorie zu bestätigen."

Renault - Formel 1 - GP Russland 2020
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Mit Rang drei in der Teamwertung würde das Renault-Werksteam die eigenen Zielvorgaben erfüllen.

Renault profitiert von Motoren-Regeln

Renault ist der Profiteur der Beschränkung auf einen Motormodus. Mercedes ließ die Regel unberührt, Honda und Ferrari hat sie eher geschadet. Jetzt zahlt sich aus, dass Renault seine Arbeit über den Winter ausschließlich darauf verwendet hat, länger in den höheren Power-Stufen fahren zu können. Spitzenleistung kam nicht dazu. Aber die ist auch nicht mehr gefragt.

Auch die Chassisabteilung hat sich gesteigert. Die Entwicklung ist zielgerichteter als früher. Nur ein Upgrade hat nicht so funktioniert, wie es der Windkanal versprochen hatte. "Es gab Korrelationsprobleme", räumt Abiteboul ein. Er führt es auf Umstrukturierungen im Technikbüro und die Neuzugänge Pat Fry und Dirk de Beer zurück. "Wir sind viel mehr ein Team als vorher."

Schwächen sieht Abiteboul noch in der Abstimmungsarbeit am Auto, der Zuverlässigkeit und der Rennstrategie. Drei Mal strandete ein Renault mit einem Defekt. "Da haben wir zu viele Punkte liegen gelassen."

Das wird man sich mit Fernando Alonso nicht mehr erlauben können. "Von Fernando wissen wir, dass er keine Fehler macht. Wir haben keine Ausreden", gibt Abiteboul zu und fordert: "Wir müssen uns in der Exekution an der Strecke steigern."

Alonso gab bei seiner ersten Fabrikvisite in Enstone und Viry-Châtillon seinem künftigen Team einen Vorgeschmack, was 2021 auf sie zukommt. Nach der Anpassung eines Sitzes und Testreihen im Simulator besprach der Heimkehrer mit den Technikern das Programm für 2021. Alonso wird in diesem Jahr noch in einem Renault sitzen. Am Filmtag, in einem zwei Jahre alten Auto oder beim Test in Abu Dhabi.

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