Positive Bilanz von Renault

Klare Steigerung zum Vorjahr

Carlos Sainz - Renault - Formel 1 - GP Aserbaidschan - 28. April 2018 Foto: sutton-images.com 22 Bilder

Renault liegt mit 35 Punkten auf Rang 5 der Konstrukteurs-WM. Im letzten Jahr hatte man nach vier Rennen 6 Punkte auf dem Konto. Nicht nur deshalb sieht Teamchef Cyril Abiteboul eine deutliche Steigerung zum Vorjahr. Renault kündigt weitere Schritte bei der Aerodynamik und der Motorleistung an.

Renault steht unter Druck. Der 4. Platz ist Pflicht, auch wenn es so im Gegensatz zum Vorjahr nicht öffentlich formuliert wurde. Aber alles andere als der Königsplatz der zweiten Liga wäre aus Sicht des französischen Nationalrennstalls eine Pleite. Es gibt aber noch ein zweites Ziel. Renault wollte den Rückstand auf das Spitzentrio halbieren. Bei den ersten drei Rennen trat eher das Gegenteil ein. Technikdirektor Bob Bell sprach bereits von einer Enttäuschung, weil der Abstand größer statt kleiner geworden war.

In Baku konnten die Chefs des Teams erstmals positive Zahlen vermelden. Inwieweit die mit der Streckencharakteristik, den Umständen oder dem Aero-Paket zu tun hatten, ist schwer zu klären. Die Renault waren mit neuen Leitblechen, neuen Heckflügelendplatten und einem modifizierten Boden bestückt. „Das Upgrade war ein Fortschritt, aber um wie viel ist schwer zu beziffern, weil uns der Vergleichsmaßstab zu vorher fehlte. Alle Teams sind zum ersten Mal mit einem geringeren Abtriebsniveau angetreten“, erklärte Einsatzleiter Alan Permane.

Näher an Pole Position und Red Bull dran

Renault mag sich gesteigert haben. Aber das gelang Force India noch mehr. Der WM-Vierte der letzten beiden Jahre war in Baku eindeutig die vierte Kraft. Im Training wie im Rennen. Die beiden Force India qualifizierten sich vor beiden Renault. Sergio Perez geriet nach der hektischen Startrunde hinter die Renault, kam am Ende aber doch zwei Positionen vor Carlos Sainz ins Ziel.

Renault - Red Bull - Formel 1 - GP Aserbaidschan - 29. April 2018 Bestes Resultat für Renault Sainz auf in Top 5, Hülk in Mauer

Trotzdem macht Renault-Teamchef Cyril Abiteboul eine positive Bestandsaufnahme: „Wir haben uns im Vergleich zum Vorjahr auf dieser Strecke deutlich gesteigert.“ Abiteboul macht es an den Zeitabständen zwischen Renault 2017 und Renault 2018 fest, am Delta zwischen Renault und der Pole Position und am Rückstand auf Red Bull. Während die Pole Position in diesem Jahr um 0,905 Sekunden langsamer war als im Juni 2017, konnte sich Renault im Vergleich zu sich selbst um 1,230 Sekunden steigern. Das gibt in Relation zur Pole Position einen erdrutschartigen Zeitgewinn. Renault ist dem besten Startplatz um 2,106 Sekunden näher gekommen.

Der Werksrennstall muss sich natürlich auch an seinen Kunden messen lassen. Obwohl Nico Hülkenberg sein Auto in die Leitplanke setzte, holte Renault dank der 10 Punkte von Sainz zwei Zähler auf McLaren auf. Red Bull ist immer noch unerreichbar, kommt aber laut Abiteboul langsam in Sichtweite. Der Rückstand auf die interne Messlatte verkürzte sich von 2,388 auf 1,155 Sekunden. In diesem Punkt hätte man das Saisonziel bereits erreicht: Halbierung der Zeitdifferenz.

Renaults Steigerung zu 2017

2017 2018 Differenz
Pole Position 1.40,593 min 1.41,498 min + 0,905 s
Renault - Renault 1.44,296 min 1.43,066 min - 1,230 s
Renault - Pole Position 3,674 s 1,568 s - 2,106 s
Renault - Red Bull 2,388 s 1,155 s - 1,233 s

Mehr Power in Barcelona

Renault hat auch für die nächsten Rennen viel vor. Enstone und Paris müssen nachlegen, weil McLaren in Barcelona mit einer B-Version seines MCL33 erscheint. Die Aerodynamikabteilung schiebt einen neuen Frontflügel und Retuschen am Unterboden nach. Renault erwartet sich durch ein „weiches“ Upgrade beim Motor ein weiteres Zehntel. Weich heißt, dass nicht die Hardware davon betroffen ist. Wir hören, dass es sich um eine neue Kraftstoff-Entwicklung und die dazugehörigen Motorkennfelder handelt. Deshalb macht es auch Sinn, dass sich Red Bull und McLaren noch ein Rennen länger gedulden müssen. Beide fahren ein anderes Benzin als das Werk. Die Prüfstandsläufe nehmen Zeit in Anspruch.

Beim GP Kanada debütiert der Spec 2-Motor von Renault. Das ist die Stunde der Wahrheit. Die Techniker in Viry-Chatillon versprechen sich davon eine signifikante Leistungssteigerung. Damit soll die Lücke zu Ferrari und Mercedes praktisch geschlossen werden. Auch in punkto Zuverlässigkeit gibt es gute Nachrichten aus Frankreich. Die beiden MGU-H, die vor dem GP China aus den Werksautos ausgebaut worden waren, weil es Qualitätszweifel an einer bestimmten Produktionsserie gab, kehren in Barcelona ins System zurück. „Wir haben sie auf dem Prüfstand getestet. Es war blinder Alarm. Alles ist gut. Wir können sie wieder verwenden“, verrät Abiteboul.

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