Nico Hülkenberg - GP Belgien 2019 Motorsport Images
Charles Leclerc - Ferrari - GP Belgien 2019 - Spa-Francorchamps
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Schweigeminute - GP Belgien 2019 - Spa-Francorchamps
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Renault mit starkem Endspurt

Hülkenberg hilft zweiter Stopp

Spa-Francorchamps war nicht das Wochenende von Renault. Trotz guter Ausgangbasis und gutem Speed gab es am Ende nur vier WM-Punkte. Nico Hülkenberg rettete die Ehre mit seiner Entscheidung, ein zweites Mal Reifen zu wechseln.

Bei Renault hingen die Fahnen ab Samstagnachmittag auf Halbmast. Anthoine Hubert gehörte zum Fahrerkader des französischen Nationalrennstall. Seine Mutter und sein Bruder waren Gäste des Teams. Wenigstens stimmte das Trainingsergebnis. Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg fuhren die sechst- und siebtschnellste Zeit. Red Bull-Pilot Max Verstappen war nur um drei Zehntel schneller.

Trotz der Motorstrafen starteten Ricciardo und Hülkenberg von den Plätzen 10 und 12. Renault schien auch taktisch alles richtig gemacht zu haben. Nico Hülkenberg glaubt, dass Spa eine gute Wahl für die Strafen war: „In Monza wäre es auch nicht einfacher geworden.“

Doch schon nach 300 Metern waren die schönen Träumen vom zweistelligen Punktegewinn ausgeträumt. Ricciardo wurde ausgangs La Source von Lance Stroll touchiert. Dabei ging der Unterboden zu Bruch. Es gab für den Australier nur eine Rettung. Sofort auf Medium-Reifen wechseln, Durchhalten bis zum bitteren Ende und auf das Beste hoffen.

Obwohl Ricciardo wegen der Beschädigungen pro Runde eine halbe Sekunde verlor, konnte er sich bis Runde 39 in den Punkterängen halten. Ein kleines Wunder angesichts der schlechten Straßenlage seines Renault und dem damit verbundenen hohen Reifenverschleiß.

Daniel Ricciardo - GP Belgien 2019
Motorsport Images
Ricciardo musste praktisch das ganze Rennen auf seinen Medium-Reifen durchhalten.

Von Platz 17 auf Rang 8

Es hing an Nico Hülkenberg, für Renault wenigstens noch ein paar Kohlen aus dem Feuer zu holen. Auch er war ein Opfer der Startkollision, die Max Verstappen ausgelöst hatte. „Ich lag neben Daniel, und dann war da plötzlich Tumult vor mir, ein Sauber halb in der Luft. Ich musste neben die Strecke ausweichen. Das hat viele Plätze gekostet.“ Hülkenberg kam nur auf Platz 14 aus der ersten Runde zurück. Der direkt vor ihm gestartete Lando Norris war nach der Startrunde Fünfter. So viel zum Faktor Zufall.

Die nächsten 30 Runden wurden für Hülkenberg zur Leidenstour. Im Verkehr verschliss der Renault die Reifen im Rekordtempo. „Nach dem Safety-Car lagen acht, neun Autos in einem Pulk. Wenn du da mittendrin hängst, kannst du gar nichts machen. Da sind so viele Turbulenzen. Wir haben so viel Abtrieb und verlieren in der schlechten Luft so viel davon. Dann rutschst du nur noch herum, und und der Reifenverschleiß geht hoch“, klagte der Deutsche.

Der frühe Boxenstopp in Runde 11 war den Umständen geschuldet. Hülkenberg musste raus aus diesem Teufelskreis. Im Pulk gab es keine Überholmöglichkeit, weil alle vom DRS profitierten. Dazu gingen noch die Reifen kaputt. Also besser raus aus der Nummer und in frischer Luft Zeit gutmachen. Was aber auch nicht wie geplant gelang. Auf den Medium-Reifen fanden die Renault-Piloten nicht den Grip, den sie noch an den Trainingstagen spürten.

Nico Hülkenberg - GP Belgien 2019
Motorsport Images
Nach dem zweiten Stopp ging bei Hülkenberg die Post ab.

Hülkenberg lag nach zwei Dritteln der Distanz ohne große Aussicht auf einen Punkterfolg auf Rang 11, als er die Reißleine zog. „Ich musste raus aus diesem Dilemma. So dachte ich, dass es eine gute Idee wäre, mit Softs am Ende noch einen Sprint hinzulegen. Ich glaube, das hat sich ausgezahlt. Keine so schlechte Schadensbegrenzung nach Platz 17 im ersten Stint.“

In den letzten Runden fuhr Hülkenberg teilweise bis zu zwei Sekunden schneller als die Konkurrenz. „Das hat echt Spaß gemacht. Ich hatte ja gute Reifen unter mir. Das hilft auf einer Strecke mit hohen Kurvengeschwindigkeiten, wo die Reifen schnell in die Knie gehen.“ In den letzten fünf Runden mussten noch Ricciardo, Grosjean und Gasly dran glauben. Antonio Giovinazzi schoss sich selbst aus dem Rennen, bei Lando Norris erledigte das die Technik. Renault durfte die vier Punkte für Hülkenberg als Ausgleichende Gerechtigkeit betrachten.

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