Hülkenberg schießt sich in Kurve 4 ab

„Das geht auf meine Kappe“

Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 11. Mai 2019 Foto: Motorsport Images

Tristesse bei Renault. Daniel Ricciardo schaffte es im Spanien-Qualifying gerade so ins Q3, startet mit seiner Strafe aber von Platz 13. Nico Hülkenberg crashte in Kurve 4 und verpasste den Aufstieg ins Q2 um 19 Tausendstel.

Zwei Stunden nach der Qualifikation brandete im Renault-Motorhome Jubel auf. Nicht über die eigenen Leistungen. Nein, Renault-Kaderfahrer Nicholas Latifi hatte gerade das erste Formel-2-Rennen gewonnen. In der Formel 1 musste der französische Rennstall dafür eine bittere Pille schlucken.

Die Startplätze 13 und 16 für Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg sind in Barcelona keine gute Ausgangsbasis auf einer Rennstrecke, auf der Überholen fast so schwierig ist wie in Monte Carlo. „Alles wird wohl wieder von der Startrunde abhängen“, fürchtet Hülkenberg und hofft: „Vielleicht geht noch was mit der Strategie. Es wird auf jeden Fall kein Spaziergang.“

Hülkenberg sorgte für den ersten Höhepunkt der Qualifikation. Der Rheinländer rutschte in Kurve 4 durch das Kiesbett und schlug sich den neuen Frontflügel am Reifenstapel ab. „Ich wollte zu früh zu viel. Beim Bremsen hat vorne ein Rad blockiert und ich bin ins Kiesbett gerutscht. Das geht ganz klar auf meine Kappe.“

Immerhin konnte sich Hülkenberg aus der Falle befreien. Doch an der Box stellten die Mechaniker weitere Schäden im vorderen Bereich des Autos fest. Die Nase samt Frontflügel war schnell getauscht. Die sandgestrahlten Leitbleche nicht. „Ich habe sofort gespürt, dass vorne Abtrieb fehlt und das Auto übersteuert. Das hat natürlich nicht geholfen, als ich es noch einmal probiert habe.“

Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 11. Mai 2019 Foto: Motorsport Images
Nico Hülkenberg verabschiedete sich schon nach der ersten Runde aus der Qualifikation.

Dem Renault fehlt die Konstanz

Da nur noch vier Minuten Zeit blieben schickte Renault den Deutschen mit Sprit für drei fliegende Runden auf die Strecke. „Am Ende waren die Reifen hinüber. Ich habe allein im letzten Sektor vier Zehntel verloren“, erzählte Hülkenberg.

Trotzdem hätte er den Aufstieg ins Q2 fast noch geschafft. „Ausgangs Kurve 15 bin ich über den großen Randstein gerutscht. Das hat mich die entscheidende Zeit gekostet. Damit hätte ich aber meinen Teamkollegen aus dem Feld gekickt.“ Auf Ricciardo auf dem 15. Platz fehlten ganze 19 Tausendstelsekunden.

Ricciardo schaffte es dann sogar noch bis ins Q3. Dann war das Pulver für Renault verschossen. Ricciardo kam über Platz 10 nicht hinaus, was inklusive der Strafe von Baku den 13. Startplatz bedeutet. Der Australier wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte: „In diesem Mittelfeld bestraft dich jeder noch so kleine Fehler. Ich hatte schon Sorge, dass ich im Q1 rausfliege, weil meine Runden nicht optimal waren.“

Beide Fahrer klagten übereinstimmend, dass sie aus ihrem Auto nicht schlau werden. „Es fehlt die Konstanz. Selbst innerhalb eines Trainings verschiebt sich die Balance“, kritisiert Hülkenberg seinen „zickigen“ R.S.19. Ricciardo wird deutlicher: „In der Früh war das Auto schlecht in schnellen Kurven und gut in langsamen. Am Nachmittag war es umgekehrt. Ich kann das Auto noch nicht so richtig lesen.“

Daniel Ricciardo - Renault - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 10. Mai 2019 Foto: Motorsport Images
Ricciardo beklagt, dass er das Verhalten seines Autos noch nicht lesen kann.

Druck von oben

Drei Rennen lang schien Renault klarer Favorit auf Platz 4. Jetzt, wo das Problem mangelnder Standfestigkeit mit dem neuen Motor gelöst sein sollte, fehlt plötzlich der Speed. Das gute Gefühl nach dem Saisonstart ist in Baku und Barcelona verloren gegangen.

Hülkenberg: „In Baku bin ich irgendwie gar nicht dabei gewesen. Und hier haben wir für einen Fehler einen brutalen Preis bezahlt. Unter den Umständen tun uns die verlorenen acht Punkte von Bahrain doppelt weh.“

Im Team ist die Anspannung förmlich zu spüren. Bei einer Vorstandssitzung verlangte die Firmenleitung in Paris nach Erklärungen, warum sich die Investitionen in den letzten Jahren noch nicht in spürbare Erfolge ummünzen ließen und warum der Renault-Kunde McLaren in der Tabelle vor dem Renault-Werksteam steht. Hülkenberg sieht immerhin einen Lichtblick am Horizont: „Unser Auto ist normalerweise gut in langsamen Kurven. Das sollte uns in Monte Carlo helfen.“

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