Renaults 4. Platz in Gefahr

Hülkenberg schiebt Frust

Nico Hülkenberg - Renault - GP Japan - Suzuka - Formel 1 - Samstag - 6.10.2018 Foto: sutton-images.com 45 Bilder

Es läuft nicht mehr rund für Renault, und auch für Nico Hülkenberg lief es in Suzuka nicht nach Plan. Im Training schlug ihn Carlos Sainz mit dem Windschatten-Trick. Im Rennen fehlte der Speed. Hülkenberg musste den alten Unterboden fahren.

Renault muss um den 4. Platz zittern. HaasF1 hat wieder aufgeholt. Jetzt fehlen nur noch acht Punkte. Genau jene acht Zähler, um die es am 1. November in der Berufungsverhandlung gegen die Disqualifikation von Romain Grosjean in Monza geht.

Auch wenn die Chancen auf Erfolg für das US-Team statistisch gesehen gering sind, bleibt HaasF1-Teamchef Guenther Steiner optimistisch: „Dann schaffen wir es eben auf der Strecke.“ Der US-Ferrari hat sich nach der Sommerpause nur in Singapur einen Ausrutscher geleistet. Bei Renault hat das mittlerweile Methode.

Der französische Werksrennstall hat aus den letzten fünf Rennen nur 10 Punkte geholt. Auch bei Nico Hülkenberg läuft es nicht rund. Ein einziges Pünktchen kam nach der Sommerpause dazu. Zwei Ausfälle, die falsche Taktik, ein lahmes Auto. Die Liste der Unzulänglichkeiten ist lang, der Frust steigt.

„Wir sind im Moment einfach nicht schnell genug. Es ist schwer zu verstehen, wo die Zeit geblieben ist. Das Auto fühlt sich eigentlich nicht viel anders an als in den ersten zehn Rennen. Aber es ist auch nicht schneller geworden. Andere schon. Uns fehlt das große Upgrade, das uns letztes Jahr zu Saisonmitte weitergebracht hat. Jetzt bekommen wir die Quittung dafür.“

Windschatten-Trick von Sainz

In Suzuka hat sich Hülkenberg mit seinem Unfall im dritten Training selbst ein Bein gestellt. Damit ging er schon einmal mit dem Handikap eines in letzter Minute reparierten Autos ins Q1. Und flog dann sofort raus. „Die Runde war nicht einmal schlecht. Der Unfall war auch aus dem Kopf. Ich fuhr am Limit, habe nichts hergeschenkt.“

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Teamkollege Carlos Sainz kam eine Quali-Runde weiter. Hülkenberg meinte anerkennend. „Der Carlos hat in den letzten Qualifikationen geschickt den Windschatten ausgenutzt. Ich muss das in Zukunft auch tun.“ In der Analyse stellte Hülkenberg fest, dass der Konkurrent im eigenen Stall bei den letzten Grands Prix seinen Abstand zum Vordermann so geschickt timt, dass er noch genug Windschatten vom Vordermann bekommt, in den Kurven aber nicht allzu viel in den Turbulenzen verliert.

In Suzuka lag dieses magische Fenster bei 4 bis 4,5 Sekunden. „Du kannst am GPS sehen, wie mir Carlos auf den Geraden drei Zehntel abnimmt. Die Zeit konnte ich in den Kurven bei freier Fahrt nicht mehr gutmachen.“

Neue Unterböden für Austin

Der Crash im dritten Training hatte noch eine weitere Konsequenz. Renault gehen langsam die Teile aus. Die Kollision von Sainz beim Start in Sotschi und Hülkenbergs Unfall in Suzuka hat zwei der drei neuen Unterböden beschädigt. Hülkenberg musste danach mit einem alten Exemplar fahren. Modell Spa.

Das mag ein Grund sein, warum der Rheinländer im Rennen nie richtig auf Speed kam und trotz der härteren Reifen am Start zwei Runden früher zum Reifenwechsel musste als Sainz. Kurz danach gab Hülkenberg aus undefinierten Gründen auf. Renault formulierte den Ausfallgrund mit „Problemen im Heck“. Für Austin fliegt das Team zwei neue Böden ein. Einsatzleiter Alan Permane stöhnt: „Mein Frachtbudget ist längst überschritten.“

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