Renault vs. Racing Point - GP Ungarn 2020 xpb
Vergleich Racing Point RP20 vs. Mercedes W10 - F1 2020
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Vergleich Racing Point RP20 vs. Mercedes W10 - F1 2020 27 Bilder

Renault zieht Berufungsantrag zurück

Vorzeitiges Ende im Kopierstreit?

Renault will nun doch nicht gegen die FIA-Entscheidung im Racing-Point-Kopierstreit in Berufung gehen. Damit bleiben nur noch Ferrari und Racing Point selbst, die das erste Urteil anfechten wollen. Ziehen auch sie zurück?

Während der Corona-Pause hat die Formel 1 lange Zeit Einigkeit bewiesen. Doch kaum ging die Action auf der Rennstrecke wieder los, wurden auch hinter den Kulissen die Messer gewetzt. Der Streit um die angeblich illegale Kopie des Vorjahres-Mercedes durch den Racing-Point-Rennstall beschäftigte die FIA-Experten fast einen ganzen Monat.

Am Ende wurde ein salomonisches Urteil gefällt. Racing Point habe bei der Entwicklung seiner Bremshutzen eine unlautere Abkürzung genommen, entschieden die Kommissare. Die Strafe dafür fiel allerdings relativ mild aus: Dem Rennstall wurden 15 WM-Punkte abgezogen. Dazu kam noch eine Geldstrafe in Höhe von 400.000 Euro.

Doch statt die Parteien mit der Entscheidung glücklich zu machen, erreichte die FIA das Gegenteil. Racing Point beantragte direkt eine Berufung, weil man den Betrugsvorwurf nicht gelten lassen will. Renault kündigte ebenfalls einen Einspruch an, weil die Strafe für das Vergehen zu mild ausfiel. Den Franzosen schloss sich überraschend auch Ferrari an.

Cyril Abiteboul & Toto Wolff - GP Österreich 2019
Motorsport Images
Toto Wolff hatte zuletzt als Vermittler versucht, die Berufung zu verhindern. Im Falle von Renault war der Mercedes-Teamchef erfolgreich.

Renault mit Regeländerungen zufrieden

Doch nun könnte es vielleicht doch nicht zu einer zweiten Verhandlung vor dem Berufungsgericht kommen. Renault hat überraschend angekündigt, die Sache auf sich beruhen zu lassen. "Wir bestätigen hiermit, dass wir den Antrag gestellt haben, den Einspruch gegen die Entscheidung der Kommissare im Falle der Bremshutzen von Racing Point zurückzuziehen", erklärte das französische Werksteam.

Die Verantwortlichen betonten dabei allerdings, dass sie die Streitfrage um Copyright-Verletzungen immer noch als sehr wichtig erachten: "Doch intensive und konstruktive Beratungen der FIA, Renault und aller anderen Teilnehmer haben dazu geführt, dass für die Saison 2021 konkrete Änderungen am sportlichen und technischen Reglement vorgenommen werden, um die Eigenentwicklung als Voraussetzung für die Anerkennung als Konstrukteur sicherzustellen."

Kopierern sei damit für die Zukunft das Handwerk gelegt. Renault habe also sein Ziel erreicht, einen zweiten Racing-Point-Fall zu verhindern. Im Sinne des Sports wurde der Einspruch deshalb fallengelassen. "Wir sollten den Streit zum Start in die aktuellen Saison hinter uns lassen und uns stattdessen auf die Fortführung einer intensiven und einzigartigen Meisterschaft konzentrieren", heißt es im Statement des Teams.

Lawrence Stroll - Formel 1 - 2019
xpb
Lawrence Stroll wollte die aus seiner Sicht unfaire Verurteilung von Racing Point unbedingt anfechten. Oder lässt sich die Berufung vielleicht doch noch abwenden?

Was machen Ferrari und Racing Point?

Die Frage lautet nun, ob auch die anderen beiden Parteien einwilligen, den Streit nicht vor das Berufungsgericht zu bringen. Noch scheint man bei Ferrari nicht gewillt, die Sache auf sich beruhen zu lassen. In Italien hatte man eigentlich gehofft, dass in einer zweiten Verhandlung neue Details auf den Tisch kommen und die Verstrickung von Mercedes in den Fall näher beleuchtet wird. Doch ob man die Sache nun als Einzelkämpfer durchziehen will, ist noch unklar.

Mit einem Rückzug Ferraris alleine wäre aber auch noch nicht sichergestellt, dass der Fall begraben wird. Racing-Point-Teambesitzer Lawrence Stroll zeigte sich zuletzt fest entschlossen, den Namen seines Teams reinzuwaschen. Der kanadische Milliardär will es nicht akzeptieren, dass sein Rennstall des Betrugs überführt wurde. Hochbezahlte Anwälte haben die Verteidigung bereits vorbereitet.

Doch wenn der Druck von allen Seiten zu groß wird und auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff in seiner Rolle als Vermittler auf die Racing-Point-Teamleitung einwirkt, ist es nicht ausgeschlossen, dass die Sache im Sinne des Sports ohne zweite Verhandlung zu Ende gebracht wird. Es bleibt auf jeden Fall weiter spannend.

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