Renault - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Freitag - 2.8.2019 ams
Renault RS16 - Formel 1 - 2016
Renault RS16 - Formel 1 - 2016
1977 Renault Turbo V6
Renault Turbomotor 1977 58 Bilder

Renault macht mobil

Großes Aero-Paket für den Schlussspurt

Renault muss sich strecken. Die Saison droht zu einem Fiasko zu werden. McLaren ist enteilt, selbst Toro Rosso vor den Franzosen. Der Umschwung soll mit einer letzten großen Aerodynamik-Ausbaustufe kommen.

Es ist bislang nicht die Saison von Renault. Nach 12 Rennen steht der französische Nationalrennstall auf dem sechsten WM-Platz. 43 Punkte hinter McLaren, noch hinter Toro Rosso. Es war das Saisonziel, den vierten Platz in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft zu festigen und den Abstand auf die Topteams zu halbieren. Stattdessen quält sich Renault mit den bekannten Problemen herum.

Das Auto ist nicht standfest genug. Zuerst plagte man sich mit der Elektromaschine MGU-K. Dann gab es Pleuel-Schäden. In Bahrain und China scheiterte Renault an seinem V6-Turbo. Ein kaputter Auspuff riss Daniel Ricciardo aus dem Rennen in Hockenheim. Dazu kommen Fahrfehler wie der von Nico Hülkenberg in Deutschland. Der Rheinländer war auf dem Weg zu einer zweistelligen Punkteausbeute. So kann man McLaren nicht besiegen. Der Rennstall aus Woking sammelt konstant Punkte.

Updates schlagen nicht voll an

Renault hat die zweitwenigsten Rennkilometer in 12 Rennen abgespult. Nur Haas ist schlechter. Und der R.S.19 trägt immer noch die schlechten Gene seiner Vorgänger. Seit 2017 schleppt Renault ein Problem in mittelschnellen und langgezogenen Kurven mit sich herum. Der Anpressdruck liegt nicht gleichmäßig an.

Je nach Bodenfreiheit, Lenkeinschlag und Drehbewegung um die Hoch- und Vertikalachse ändert der R.S.19 seine Straßenlage. Einlenken, durchreiten, rausbeschleunigen: Die Piloten müssen mit den Zicken ihres Autos leben. Ein Auto, das in mittelschnellen Kurven schwer zu fahren ist.

Die Aerodynamik- und Chassisabteilung konnte dem gelbschwarzen Auto in den letzten Jahren diese Schwäche nicht austreiben. Auch das große Upgrade-Paket beim Heimspiel in Frankreich – Frontflügel, Leitbleche unter der Nase, Unterboden, Verkleidung, Kühlsystem – hat nicht gefruchtet. Renault will die Saison trotzdem nicht abschreiben. „Wir brauchen zwei außergewöhnliche Rennen, und schon sind wir wieder im Spiel.“ Rennen, wie es Toro Rosso in Hockenheim erlebte.

Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Deutschland - Hockenheim 2019
xpb
Der Renault R.S.19 ist eine Baustelle. Die Ingenieure haben dem Auto sein Grundproblem noch immer nicht ausgetrieben.

Letzter großer Rundumschlag

Renault läuft die Zeit davon. Es gibt in dieser bislang verkorksten Saison nur eine Positive, was das Auto anbetrifft. Der Motor hat bei der Leistung zu Mercedes aufgeschlossen. Ferrari liegt im Qualifikationstrimm vor beiden Herstellern. Nach der Sommerpause schiebt Renault die C-Spezifikation seines V6-Turbos nach. „Der Leistungssprung entspricht der Größenordnung wie vom A- auf den B-Spec“, verrät Motorchef Remi Taffin. Also um die zehn PS.

Der überarbeitete V6-Turbo wird zum GP Belgien einsatzbereit sein. Wahrscheinlich wird Renault ihn aber erst in Monza einsetzen. Im Kampf gegen McLaren wird Renault nicht profitieren. Der Kunde bekommt dieselbe Ausbaustufe.

Um McLaren doch noch herauszufordern, müssen Chassis- und Aerodynamikabteilung ranglotzen. In Belgien und Monza kommen die üblichen Updates an den R.S.19. Kleinere Flügel für weniger Luftwiderstand. Den großen Rundumschlag plant Renault für den Saisonendspurt. Der Plan sieht vor, vier oder fünf Rennen vor Schluss ein letztes großes Upgrade zu zünden. „Es befindet sich im Windkanal und muss noch abgesegnet werden“, verrät Chassis-Direktor Nick Chester.

2020er Renault lange im Windkanal

Es heißt, Renault überarbeite den Bereich rund um die Seitenkästen – Bargeboards und Flügel – und das Heck. Mit dem Ziel, dem Werksrennwagen endlich seine Launen auszutreiben. Endlich soll der Anpressdruck gleichmäßig anliegen. Egal, wie stark die Räder eingeschlagen sind, und wie stark das Auto giert.

Mit kleinen Updates seien die Probleme nicht zu kurieren, heißt es bei Renault. Eine große Entwicklung so spät in der Saison zu bringen, kann durchaus Sinn machen. Das Regelwerk 2020 ändert sich nur in Details. Auf der anderen Seite dürfen nicht zu viele Ressourcen in 2019 verschwendet werden. Dafür braucht es den richtigen Spagat.

Der 2020er Renault ist längst im Windkanal. „Wir erproben die Vorder- und Hinterradaufhängung schon seit einiger Zeit ergiebig. Und Teile des Bodyworks.“ Spätestens im kommenden Jahr muss es bei Renault spürbar nach vorne gehen. Ansonsten dürfte der Vorstand das Projekt Formel 1 stark hinterfragen. Die wirksamste Beruhigungspille wäre es, wenn Renault wenigstens souverän auf dem fünften Platz einläuft. Und wenn der geplante Rundumschlag tatsächlich einschlägt. Und nicht wie mit dem Frankreich-Paket maximal die Hälfte von dem ankommt, was Windkanal und Simulator versprochen hatten.

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