Daniel Ricciardo - GP Russland 2019 Motorsport Images
Start - GP Russland 2019
Lewis Hamilton - GP Russland 2019
Valtteri Bottas - GP Russland 2019
Charles Leclerc - GP Russland 2019 22 Bilder

Renault zeigt Potenzial nicht

Zu viele verschenkte Punkte

Eigentlich könnte es ein spannendes Duell um Platz vier sein. Doch seit dem GP Russland steht die Bilanz 101:68 für McLaren. Renault verschenkt zu viele Punkte. Wir haben die lange Liste der Probleme.

Es ist wie verhext. Seit der Sommerpause ist Renault in der Lage, McLaren im direkten Duell zu schlagen. Doch in den letzten vier Rennen hat der französische Rennstall nur ein Mal seine Möglichkeiten genutzt. In Spa, Singapur und Sotschi blieben viele Punkte auf der Strecke liegen.

Dabei hat es Renault-Kunde McLaren dem Werksteam noch einfach gemacht. Drei Mal fiel ein McLaren aus. Trotzdem schrumpfte Renaults Rückstand seit Ende August nur um 10 Punkte. Mit 101:68 liegt McLaren jetzt im Kampf um Platz 4 fast uneinholbar weit vorn.

Das Problem von Renault war immer die erste Runde. In Spa wurde Daniel Ricciardos Auto nach der ersten Kurve von Lance Stroll torpediert. Der Australier musste an die Box und schleppte danach ein verwundetes Auto auf Platz 14 ins Ziel. Nico Hülkenberg musste dem Chaos ausweichen und kehrte auf Platz 14 aus der ersten Runde zurück. Zwei WM-Punkte für den Deutschen waren Schadensbegrenzung.

In Singapur ging die Reise kurz nach der Qualifikation schon rückwärts. Ricciardo qualifizierte sich auf Platz 8, wurde dann aber ans Ende der Startaufstellung versetzt, weil die MGU-K zu viel Leistung abgegeben hatte. Hülkenberg wurde in eine Kollision mit Carlos Sainz verwickelt. Der fällige Boxenstopp warf ihn auf Rang 18 zurück. Auch hier musste Hülkenberg noch froh sein, am Ende zwei Punkte zu bekommen. In Russland steckte Ricciardo mitten in einer Kollision ausgangs Kurve 5. Und der im Training so starke Hülkenberg verlor beim Start zwei Plätze.

Nicht schuld und doch schuld

Die Bilanz der letzten vier Rennen zeigt, dass Renault jedes Mal in der Anfangsphase Punkte verschenkt hat. Nur in Monza lief alles nach Plan. Am Speed lag es nicht. Beide Fahrer qualifizierten sich in allen vier Rennen in den Top Ten. Auch in Belgien, doch da stuften Motorstrafen die beiden gelbschwarzen Autos zurück. Die Tabelle zeigt das ganze Problem des WM-Fünften.

Renault-Bilanz 2019

Rennen Startplatz Platz Rd.1 Ergebnis
GP Belgien 10/12* 17/14 14/8
GP Italien 5/6 6/4 4/5
GP Singapur 20/8 15/18 14/9
GP Russland 10/6 19/9 Ausfall/10
*Ric/Hülk      

Teamchef Cyril Abiteboul will keine Ausreden gelten lassen: „Wenn du mitten im Feld startest ist die Chance eines Unfalls größer. Wir müssen unseren Fahrern bessere Startplätze und fehlerfreie Abläufe bieten, wenn wir den Speed des Autos umsetzen wollen.“

Daniel Ricciardo traf zwar an der Kollision mit Antonio Giovinazzi und Romain Grosjean in Sotschi keine Schuld, aber der Mann aus Perth gab seinem Chef Recht: „Hätte ich mich besser qualifiziert, wäre ich in diese Situation erst gar nicht gekommen. Deshalb nehme ich die Schuld auf mich, auch wenn ich bei dem Unfall nur Passagier war.“

Boxenstopp kostet 4,5 Sekunden

Nico Hülkenbergs Rennen war komplexer. „Alles hat mit einem schlechten Start angefangen. Da habe ich schon mal Positionen verloren. Eine habe ich mir zurückgeholt. Wir haben einen Undercut versucht, aber dann hat uns der langsame Boxenstopp zurückgeworfen. Als Ergebnis musste ich Tempo machen. Das hat die Reifen früh verschlissen. Das VSC kam zur falschen Zeit. Da sind nur wieder zwei Leute durchgerutscht.“

Die Serie an Pannen und falschem Timing ging weiter: „Die frischen Soft-Reifen, die ich mir in der Safety-Car-Phase geholt habe, haben sich nicht genug ausgezahlt. Nach dem Re-Start hat es zu lange gedauert, um an Stroll vorbeizugehen. Als ich dann endlich an Lando dran war, waren meine Reifen schon angeschlagen. Der Effekt der verwirbelten Luft ist so riesig. Das killt dich auf einer Strecke wie dieser. In den letzten zehn Runden habe ich auch noch Motorleistung verloren. Deshalb konnte ich Norris nicht mehr angreifen und habe ich auch um eine Sekunde gegen Magnussen verloren.“

Nico Hülkenberg - GP Russland 2019
Motorsport Images
In Russland kostete ein verpatzter Boxenstopp wertvolle Punkte.

Der Boxenstopp, bei dem Hülkenbergs Renault vom vorderen Wagenheber fiel, kostete 4,5 Sekunden. Ohne das Missgeschick wäre der Deutsche vor Ricciardo und Giovinazzi wieder auf die Bahn gekommen. So verlor er vier Runden, bis er endlich wieder freie Fahrt hatte, um Tempo zu machen.

Das Safety-Car war schließlich sein einziger Freund an diesem Tag. Es erlaubte den Wechsel von Medium-Reifen zurück auf Soft und kostete nur einen Platz. Nicht in der Rechnung war, dass Hülkenberg acht Runden brauchen würde, um Stroll zu knacken. Am Ende hatte er noch Glück, dass Stroll nicht mehr zurückschlug. Die beiden trennte weniger als eine Sekunde. „Auf den Stroll habe ich gar nicht geachtet. Ich hatte nur Norris im Auge.“

Vielleicht lädt sich Renault auch zu viel Druck auf. Man will mit Macht Platz 4, weil er wichtig für das Binnenklima ist. Hülkenberg sieht die Aufgabe in den letzten fünf Rennen pragmatisch: „Wenn du Punkte verlierst, kannst du nicht auf McLaren aufholen. Und das ist uns nicht zum ersten Mal passiert. Wir dürfen jetzt einfach nicht mehr auf den WM-Stand schauen, sondern stattdessen uns nur auf uns konzentrieren und versuchen, aus jedem Rennen das Maximum rauszuholen.“

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