Renault plant für das Rennen

Nichtfahr-Taktik für Hülkenberg und Sainz

Carlos Sainz - Nico Hülkenberg - Renault - GP Russland 2018 - Sotschi - Qualifying Foto: xpb 47 Bilder

Drei Minuten vor Ende des Q2 stiegen beide Renault-Piloten aus. Der Plan, der dahinter steckte, war schnell klar. Das Team wollte sich alle Reifenoptionen offen halten. Wegen der vielen Strafen waren die Startplätze 11 und 12 sicher.

Es mag für die Zuschauer unbefriedigend sein, doch das Reglement fordert Strategien wie diese heraus. Renault verschaffte sich durch Nichtfahren einen Vorteil. Carlos Sainz und Nico Hülkenberg können jetzt auf dem Reifentyp starten, der ihnen am besten erscheint. Sie haben von jeder Mischung noch eine frische Garnitur. Der Verlauf des Trainings lud das französische Werksteam geradezu dazu ein. Die letzten fünf Startplätze wurden durch Motorstrafen entschieden. Damit waren beide Red Bull, beide Toro Rosso und Fernando Alonso aus dem Weg. Drei weitere Startplätze wurden von den drei Piloten belegt, die im Q3 aus der Wertung fielen. Damit waren die Startplätze 11 und 12 schon einmal garantiert.

Im Verlauf des Q1 zeichnete sich ab, dass der Aufstieg ins Q3 eine Angelegenheit auf Biegen und Brechen geworden wäre. Teamchef Cyril Abiteboul glaubt, dass es möglich gewesen wäre, ein Autos auf Hypersoft-Reifen ins Q3 zu bringen. Hülkenberg zweifelt: „Wir wären vielleicht bis auf ein oder zwei Zehntel an die Force India, Sauber und HaasF1 rangekommen, mehr nicht. Mit unserem Auto ist es besser, da mit freier Reifenwahl zu starten, wo wir sind.“ Das ist die Lehre aus dem Rennen von Singapur, wo die Fahrer bestraft wurden, die mit Hypersoft-Reifen ins Rennen gehen mussten.

Hypersoft besser bei SafetyCar

Viel spricht dafür, dass die Renault-Piloten ihren ersten Stint auf Ultrasoft-Reifen zurücklegen. Auch wenn es nicht ganz so klar ist, wie es aussieht. Abiteboul erklärt: „Da müssen viele Dinge bedacht werden. Der Start, die Stärke des Undercuts, die Möglichkeit eines SafetyCars. In den vier Russland Grand Prix hatten wir drei Mal innerhalb der ersten zwei Runden ein SafetyCar. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch.“ Das würde für einen Start mit den Hypersoft-Gummis sprechen. Weil man dann den Start-Vorteil mitnimmt und die weichste Reifenmischung gleich wieder los wird und gegen den Soft-Reifen eintauscht.

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Der Startvorteil des Hypersoft-Gummis spielt bei dem langen Anlauf in Sotschi allerdings eine geringere Rolle als sonst. Dafür wiegen die Nachteile beim Reifenabbau schwer. Die haben sich zwar mit mehr Gummi auf der Bahn ein bisschen reduziert, sind aber nach Meinung der Experten immer noch da. Nach fünf oder sechs Runden wird der Ultrasoft-Reifen schnellere Rundenzeiten ermöglichen. Und dann ist man besonders anfällig gegen Undercuts. Weil ein frischer Soft-Reifen schnellere Rundenzeiten erlaubt als ein gebrauchter Hypersoft. „Da ist man mit dem Ultrasoft sicherer unterwegs“, glaubt Abiteboul.

Hülkenberg fordert ein schnelleres Auto

Nico Hülkenberg musste trotz des Verzichts auf das Q2 schlucken, dass er hinter Teamkollege Carlos Sainz starten muss. „Da zählt meine Zeit aus dem Q1. Ich hatte in den Kurve 7 und 8 einen Fehler drin. Deshalb sind wir auch nicht gleich im Q2 ausgestiegen. Es gab noch ein paar Diskussionen, ob wir nicht doch rausgehen sollen, damit ich mich noch vor Carlos qualifizieren kann.“ Hülkenberg treibt seine Mannschaft an: „Wir müssen in allen Ecken zulegen. Ich will, dass meine Karre schneller wird.“

Der neue Unterboden bringt spürbar keinen Vorteil. Was allerdings auch schwierig zu bewerten ist, nimmt Hülkenberg die Ingenieure in Schutz: „Das sind Kleinigkeiten, die da jetzt noch ans Auto kommen. So kleine Upgrades spürst du direkt im Auto nicht. Das Auto fühlt sich ja immer anders an, weil die Strecken, der Asphalt, das Abtriebsniveau und manchmal auch die Reifentypen anders sind. Da fällt ein Vergleich von Wochenende zu Wochenende schwer.“

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