Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - 26. April 2019 Motorsport Images

Renault steht mit Reifen auf Kriegsfuß

Wie bekommt man Hitze in die Gummis?

Renault erlebte in Baku einen der schwächsten Trainingsfreitage seit langer Zeit. Sowohl Nico Hülkenberg als auch Daniel Ricciardo kämpften mit mangelndem Grip. Die Ursache des Problems ist erkannt, die Lösung aber noch nicht ganz.

In den ersten Rennen sahen die beiden Renault-Piloten immer wie sichere Top-Ten-Kandidaten aus. Wenn die Technik mitspielte, waren die R.S.19 immer im vorderen Mittelfeld bei der Musik. Doch am Freitag in Baku fanden sich Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg plötzlich im Süden der Zeitentabelle wieder.

„Wir konnten alle im ersten Training nicht fahren, aber ich glaube, dass es uns ein bisschen mehr getroffen hat als die anderen“, grübelte Hülkenberg am Abend. „Mir hat auf der Strecke immer der richtige Grip gefehlt. Hätten wir das schon im ersten Training herausgefunden, hätte man direkt für die zweite Session reagieren können.“

Boxentafel - Hamilton - GP Aserbaidschan 2018
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Der Grund für die mangelnde Haftung auf dem schnellen Stadtkurs in Baku war schnell ausgemacht. Die Pirelli-Gummis kamen einfach nicht auf Temperatur. „Wir waren von der Balance und den Reifen nie im richtigen Fenster“, stöhnte der Rheinländer. „Der Asphalt ist hier nicht besonders rau. Dazu haben wir dieses Jahr Reifen mit dünnerer Lauffläche als früher. Da ist es generell schwierig, Temperatur in den Gummi zu bekommen.“

Ricciardo verheizt beide Reifensätze

Teamkollege Ricciardo kämpfte mit dem gleichen Problem. Beim Australier sahen die Auswirkungen allerdings noch eine Stufe dramatischer aus. „Ich habe die letzte halbe Stunde zuschauen müssen, weil ich mir die Reifen eckig gebremst habe – und das auf beiden Sätzen, die zur Verfügung standen. Deshalb konnte ich am Ende leider keine Longruns mehr abspulen“, berichtete der Australier frustriert.

Beide Piloten haben allerdings schon Ideen, wie man das Problem mit den zu niedrigen Reifentemperaturen lösen kann. Ricciardo plädierte dafür, größere Flügel anzubauen. „Ich hatte vorher schon bei den anderen geschaut und gesehen, dass unsere Flügel etwas kleiner sind. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass wir mehr Abtrieb fahren sollten. Damit werden die Reifen mehr gefordert.“

Kollege Hülkenberg hat noch eine andere Idee: „Wir haben ja auch noch die Option mit dem Aufheizen der Reifen über die Felgen.“ Damit meint der Rheinländer, dass die Gummis über die Hitze der Bremsen von innen erwärmt werden. Je nach Größe der Löcher in den Bremsverkleidungen strahlen die Carbon-Scheiben mehr oder weniger Hitze ab.

Daniel Ricciardo - Renault - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - 26. April 2019
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Daniel Ricciardo hatte nach zwei heftigen Verbremsern plötzlich keine Reifen mehr.

Hülkenberg glaubt an Top-Ten-Potenzial

Egal wie die Lösung am Ende aussieht, beide Piloten sind sich sicher, dass es schon am Samstag viel besser laufen sollte. „Wir dürfen uns von dem Tag heute nicht unterkriegen lassen“, appelliert Ricciardo an sein Team. „In der einen Stunde im dritten Training müssen wir einfach super-effizient arbeiten. Wenn man die Reifen einmal auf Temperatur hat, dann ist auch sofort der Grip da. Und wenn man dann einen guten Rhythmus findet, dann verbessern sich auch die Rundenzeiten direkt.“

Auch Hülkenberg schreibt das Wochenende noch längst nicht ab: „Ich glaube, wir haben noch Zeit, das für morgen richtig zu stellen. Ich glaube immer noch an unser Top-Zehn-Potenzial, sowohl im Qualifying als auch im Rennen.“

Ricciardo hofft dabei auch wieder auf ein bisschen Chaos am Sonntag, wie in den letzten beiden Jahren. „Hier kann am Sonntag jeder glänzen. Das geht immer verrückt zur Sache. Ich finde, dass es ein guter Zeitpunkt ist, dass wir endlich mal mit beiden Autos ins Ziel kommen und fette Punkte einfahren.“

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