Daniel Ricciardo - Renault - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020 xpb
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020
Max Verstappen - Red Bull - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020 36 Bilder

Renault-Taktik für Belgien-GP

Ricciardo plant Ellbogen-Einsatz

Nach der Pleite von Barcelona führt Renault in Spa-Francorchamps das Mittelfeld plötzlich an. Die Taktik mit extrem kleinen Flügeln ging perfekt auf. Im Rennen will Daniel Ricciardo sogar die Podiumsplätze angreifen.

Das Grinsen im Gesicht von Daniel Ricciardo war nach dem Qualifying zum GP Belgien noch breiter als sonst. Die Freude über Startplatz vier konnte er trotz Gesichtsmaske nicht verbergen. Nun hofft der Mann aus Perth am Sonntag eine Wette mit Teamchef Cyril Abiteboul zu gewinnen. Der Franzose hatte vor der Saison eingewilligt sich tätowieren zu lassen, sollte es Ricciardo mal aufs Podium schaffen.

In Belgien sind die Chancen auf einen Platz unter den ersten Dreien so gut wie lange nicht für den Pilot aus Down Under: "Ich habe mir noch kein Motiv für das Tattoo ausgesucht. So etwas sollte man spontan machen. Da kommen einem immer die besten Ideen", grinste Ricciardo verschmitzt.

Die Stärke des französischen Werksrenners in Spa ist einfach erklärt. Renault flog der Konkurrenz auf den langen Geraden auf und davon. Das Setup mit den ultraschlanken Heckflügeln ging perfekt auf. "Wir haben schon auf anderen Strecken gesehen, dass uns eine Low-Downforce-Abstimmung besser liegt. Hier haben wir einen guten Kompromiss gefunden. Wir kommen gerade so durch die Kurven im Mittelsektor", verrät Ricciardo.

Daniel Ricciardo - Renault - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020
xpb
Daniel Ricciardo will sich nach vorne und nicht nach hinten orientieren.

Ricciardo-Attacke am Start?

Bei den Autos von Mercedes und Red Bull, die am Start direkt vor Ricciardo losfahren, stehen die Flügel deutlich steiler im Wind. Und sie sind mit den härteren Medium-Reifen bestückt, die auf den ersten Metern wohl nicht ganz so viel Grip liefern sollten wie die Soft-Gummis am Renault. "Die Taktik ist einfach: Auf der Geraden vorbeifahren und danach die Ellbogen ausfahren", scherzte Ricciardo.

Bei McLaren gestand man die Niederlage gegen die französische Mittelfeld-Konkurrenz fair ein. "Das war nach der guten Renault-Leistung in Silverstone fast schon zu erwarten. Wir sind schon zufrieden, mit beiden Autos ins Q3 gekommen zu sein. Das hatten wir letztes Jahr nicht geschafft. Es ist also ein Fortschritt zu erkennen", sieht Teamchef Andreas Seidl die Situation positiv.

Carlos Sainz geht von Startplatz sieben ins Rennen. Lando Norris musste sich mit Rang zehn begnügen. "Ich habe leider eine halbe Sekunde im ersten Sektor verloren, weil ich keinen Windschatten gefunden habe", schimpfte der Youngster. "Der Rest der Runde hat sonst eigentlich gut gepasst."

Carlos Sainz - McLaren - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020
Wilhelm
McLaren liegt zwischen Renault und Racing Point in Mittelfeld-Sandwich.

Sainz, der direkt hinter dem zweiten Renault von Ocon startet, glaubt nicht, dass er im Rennen etwas gegen die gelben Raketen ausrichten kann. "Sie sind auch im Longrun zu stark. Und auf den Geraden einfach zu schnell."

McLaren ist wie Renault auch mit relativ wenig Abtrieb unterwegs. "Wir haben es im Training auch mal mit größeren Flügeln probiert, aber das hat gar nicht funktioniert. Deshalb hoffe ich auch ausnahmsweise nicht auf Regen, obwohl ich das normalerweise mag und sich dadurch für Mittelfeldteams immer Möglichkeiten ergeben."

Racing Point rätselt über fehlenden Speed

Auch bei Racing Point konnte man nichts gegen die Renault-Übermacht im Mittelfeld ausrichten. Dabei waren die rosa Rennwagen wegen des bärenstarken Mercedes-Motors im Heck eigentlich als Podiumskandidaten nach Belgien gereist. Am Ende sprangen jedoch nur die Startplätze acht und neun für Sergio Perez und Lance Stroll heraus.

Eine Erklärung für das schwache Abschneiden hatte man kurz nach dem Qualifying noch nicht. "Ich war etwas überrascht, dass nur Platz acht rausgesprungen ist", zuckte Perez mit den Schultern. "Wir müssen mal in den Daten schauen, wo wir die Zeit verlieren. Ich hatte das Gefühl, dass wir heute nicht unsere wahre Pace zeigen konnten."

Auch am Kommandostand hatte man sich deutlich mehr ausgerechnet. Das zeigte auch der hoffnungslose Versuch, mit dem Medium-Reifen durch das Q2 zu kommen. Doch dafür reichte die Pace nicht aus. "Weil es im Mittelfeld so eng zuging, mussten wir noch einen Satz Soft verfeuern", erklärte Teamchef Otmar Szafnauer. "Dadurch hatten unsere Piloten im Q3 nur noch einen frischen Satz. Die Pace war nicht so gut wie erhofft. Das müssen wir verstehen. Aber bekanntlich wird erst am Sonntag abgerechnet."

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