Renault mit zwei Autos in Top 10

Hülkenberg noch nicht zufrieden

Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 23. März 2018 Foto: xpb 41 Bilder

Aufatmen bei Renault. Der Saisonstart lief schon einmal deutlich besser als im Vorjahr. Der Werksrennstall hat den 4. Platz zwar an HaasF1 abgetreten, doch das soll nur vorübergehend sein. Nico Hülkenberg und Carlos Sainz behaupten, dass sie unter Wert geschlagen wurden.

Renault ist auf dem Papier der erste Kandidat für den vierten Platz im Konstrukteurspokal. Das erwartet man von einem Werksrennstall einfach. Doch im Moment gehört der Spitzenplatz der zweiten Liga HaasF1. Und Renault-Kunde McLaren sitzt dem Werksteam gefährlich nah im Auspuff. Deshalb war das Aufatmen im gelben Lager hörbar, als sich beide Fahrer für die Top Ten qualifiziert haben. Nico Hülkenberg und Carlos Sainz konnten trotz der Startplätze 7 und 9 sagen: Da wäre mehr drin gewesen.

Für Carlos Sainz lief das Wochenende bis zum Q3 nach Maß. Der Spanier rangierte meistens vor Nico Hülkenberg. Und dann passte es ausgerechnet in der wichtigsten Runde des ganzen Wochenendes nicht. Sainz verfehlte seine Q2-Zeit um eine halbe Sekunde. Hätte er die Runde von 1.23,061 Minuten egalisiert, wäre der Spanier vor den beiden HaasF1 gestanden. „Ich weiß ehrlich nicht, wo ich die Zeit verloren habe. Und das ist das schlimmste daran. Ein Zehntel hier, ein Zehntel da. Aber das macht doch nicht gleiche eine halbe Sekunde aus“, blickte Sainz mit einem weinenden Auge zurück.

Fernando Alonso - McLaren - GP Australien 2018 - Melbourne - Qualifying HaasF1 führt das Mittelfeld an Alonso zufrieden mit McLaren

Irgendwie habe im letzten Abschnitt des Q3 der Elan von vorher gefehlt, meinte Sainz. „Die 20 Minuten Pause nach dem Unfall von Bottas haben mich aus dem Rhythmus gebracht. Und ich konnte die Reifen wegen zu viel Verkehr nicht optimal für die schnelle Runde aufwärmen. Da fehlte mir in der ersten Kurve das Vertrauen in den Grip. Ich wollte nicht dort landen, wo Bottas gelandet ist.“ Das Gesamtbild, so Sainz, sei jedoch positiv: „Es ist ein gutes Zeichen, dass wir zwei Autos in die Top Ten gebracht haben. Wir können uns aber nicht auf unserer Position ausruhen. HaasF1 ist stark, McLaren nah dran. Und auf den Strecken mit längeren Geraden werden auch Williams und Force India wieder da sein.“

Hülkenbergs Auto radikal umgebaut

Nico Hülkenberg packte erst in seiner allerletzten Runde den Hammer aus. Der Deutsche haderte den gesamten Freitag über mit der Balance seines Autos, das abwechselnd von Unter- ins Übersteuern fiel. Renault baute daraufhin den R.S.18 mit der Startnummer 27 für den Samstag radikal um. „Die Balance wurde besser, war aber immer noch nicht optimal“, berichtete Hülkenberg. Das lag auch daran, dass die nasse Strecke im dritten Training kaum Möglichkeiten ließ, das neue Setup unter Realbedingungen auszuprobieren. „Immerhin wissen wir, wo wir ansetzen müssen, um das Auto besser zu machen.“

Dann warf der lange Rheinländer im Q2 auch noch einen Reifensatz weg, als er sich in der ersten Kurve verbremste und durchs Kiesbett rodelte. „Ich hatte dann fürs Weiterkommen nur noch eine Kugel im Lauf. Die Runde war ganz gut, sicher besser als die im Q3. Angesichts der Umstände muss ich mit dem Ergebnis zufrieden sein.“ Dass er den Teamkollegen mit 45 Tausendstel in die Schranken wies, zauberte Hülkenberg ein Lächeln ins Gesicht. Nicht jedoch der Rückstand zur Spitze. Auf Lewis Hamilton fehlten 2,4 Sekunden. Eigentlich wollte Renault die Lücke zur Spitze schließen. Eine Kommentar zu den Top 3 wollte sich der Renault-Pilot eigentlich ersparen, sagte dann aber doch: „Ich schau da gar nicht mehr hin. Die sind so weit weg, da kriegst du nur einen Hals, wenn du dich zu viel damit beschäftigst.“

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