Renault - GP Frankreich 2019 ams

Renault bringt Technik-Nachschlag

Upgrade erst in Silverstone komplett

Renault hat aus seinem großen Aero-Upgrade nicht das geholt, was man sich versprochen hat. Deshalb wird beim GP England nachgelegt. Dann kommen die Teile ans Auto, die nicht rechtzeitig zum Heimspiel fertig geworden sind.

Renault hatte sich mehr von seinem Heimspiel erwartet als die Startplätze 8 und 13 und vier WM-Punkte für Nico Hülkenberg. Wäre Daniel Ricciardo nicht bestraft worden, wäre die Bilanz nur minimal besser ausgefallen. Am Ende hatte Renault je einen McLaren und einen Alfa Romeo vor der Nase.

Teamchef Cyril Abiteboul relativiert: „Im Rennen waren wir so schnell wie McLaren. Wir haben es im Qualifying mal wieder nicht geschafft, auf den Soft-Reifen den Grip-Vorteil zu nutzen, den der Reifen eigentlich hergeben sollte. Im Rennen sind wir in der ersten Runde unglücklich hinter Gasly und Räikkönen gefallen. Das hat uns viel Zeit gekostet.“

Nico Hülkenberg meint im Vergleich zum Alfa Romeo: „Ich konnte im Schnitt zwei Zehntel schneller fahren als Kimi. Als er an die Boxen abgebogen ist, bin ich mit meinen uralten Reifen gleich eine Sekunde schneller geworden.“

Der Deutsche sagt aber auch: „Das Upgrade hat noch nicht das gebracht, was wir uns davon versprochen hatten. Da wird mit besserem Verständnis des Pakets noch mehr kommen.“ Im Vergleich zu McLaren sieht er ein Defizit in lang gezogenen Kurven. „Bei den McLaren ist die Balance von Eingang bis Ausgang besser. Die schwankt bei uns immer noch zu stark in Abhängigkeit des Lenkwinkels.“

Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Frankreich - 21. Juni 2019
Motorsport Images
In Le Castellet konnte Renault das Potenzial des Upgrade-Pakets noch nicht zeigen.

Neue F1-Reifen erst ab 2020

Mit der Motor-Ausbaustufe ist Abiteboul zufrieden: „Der Motor hat genau das gebracht, was der Prüfstand versprochen hat.“ Also so rund 10 PS. Von der Aerodynamik muss noch mehr kommen, fordert der Chef. „Es war wegen der Hitze, der grünen Strecke und den heiklen Reifen am ersten Trainingstag etwas schwierig, das Upgrade zu bewerten. Aber die Entwicklungsstufe war auch noch nicht komplett. Teil 2 folgt in Silverstone.“

Abiteboul sieht in der Qualifikation den größten Verbesserungsbedarf: „Da müssen wir mehr rausholen. Es kommt zu viel dazwischen. Nur in Montreal kamen wir problemfrei über die Runden.“ Diesmal erwischte es Hülkenberg. In seiner entscheidenden Q2-Runde spielte das Brake-by-wire verrückt.

Renault zählt zwar auch zu den Reifenkritikern und in den schwersten Stunden fordert man auch schon mal gerne eine Rückkehr zu den 2018er Reifen, doch Abiteboul bemüht sich fair zu bleiben: „Mit Ausnahme von Mercedes erwischt es mal den einen, mal den anderen, dass er neben der Spur ist. Sollen wir Mercedes dafür bestrafen, dass sie einen besseren Job gemacht haben? Das wäre nicht fair. Aber ich finde schon, dass wir uns für 2020 mit Pirelli darüber unterhalten sollten, verlässlichere Reifen zu bekommen. Es ist manchmal ein echtes Lotteriespiel, und du weißt nicht. War jetzt das Auto schuld oder die Reifen?“

Renault F1 Team: Die Equipe im Porträt

Renault Präsenation - F1-Auto - Saison 2019
Renault Präsenation - F1-Auto - Saison 2019 Renault RS16 - Formel 1 - 2016 Renault RS16 - Formel 1 - 2016 1977 Renault Turbo V6 58 Bilder
Motorsport Aktuell Pierre Gasly - GP Japan 2019 Schmidts F1-Blog zum Super-Sonntag Ein Highlight am Tag reicht

Quali und Rennen am einen Tag? Kein Zukunftsmodell, meint Michael Schmidt.

Mehr zum Thema Renault F1 Team
Nico Hülkenberg - GP Japan 2019
Aktuell
Nico Hülkenberg - Formel 1  - GP Japan 2019
Aktuell
Daniel Ricciardo - Renault - Formel 1
Aktuell