Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Deutschland - Hockenheim 2019 xpb
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Qualifying
Mercedes - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Qualifying
Toto Wolff - Mercedes - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Qualifying
Toto Wolff - Mercedes - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Qualifying 44 Bilder

Renault verpasst besseren Startplatz

33 Tausendstel entscheiden in Hockenheim

An der Spitze thront Mercedes. Im Mittelfeld tobt der Kampf um das letzte Tausendstel. Renault erlebte es am eigenen Leib. Nico Hülkenberg kletterte ins Q3, Daniel Ricciardo verpasste es um 33 Tausendstel.

Das Qualifying hätte besser enden können für Renault. Der sechste Startplatz war in Reichweite. Es wurde der neunte Rang für Nico Hülkenberg. Es hätte aber auch schlechter laufen können für den französischen Nationalrennstall. Wäre Hülkenberg im zweiten Qualifikationsteil von Hockenheim nur eine Spur langsamer gefahren, wären beide R.S.19 durch den Rost gefallen. So erwischte es nur den Teamkollegen.

Sextett kämpft um Q3

Im Mittelfeld der Formel 1 toben die spannenden Kämpfe. Nicht wie an der Spitze, wo Mercedes von Pole zu Pole und Sieg zu Sieg eilt. Doch so eng wie im Qualifying zum GP Deutschland war es noch nie. In Q2 trennten den Achtschnellsten vom 13. Platz gerade einmal 33 Tausendstel. Vier verschiedene Fabrikate kämpften um den Einzug in den Schlussabschnitt: Renault, Haas, Alfa-Sauber und Racing Point. Aus dem Mittelfeld hatten nur Kimi Räikkönen (Alfa) und Carlos Sainz (McLaren) einen kleinen Puffer zum Sextett aus Nico Hülkenberg, Romain Grosjean, Sergio Perez, Antonio Giovinazzi, Kevin Magnussen und Daniel Ricciardo.

Hier die einzelnen Rundenzeiten aus dem zweiten Qualifying-Durchgang. Damit Sie besser sehen, wie knapp die Piloten zusammen lagen:

8. Nico Hülkenberg: 1:12.766 Minuten

9. Romain Grosjean: 1:12.769

10. Sergio Perez: 1:12.776

11. Antonio Giovinazzi: 1:12.786

12. Kevin Magnussen: 1:12.789

13. Daniel Ricciardo: 1:12.799

Während Hülkenberg, Grosjean und Perez in den letzten 12 Minuten weiter mitmischen durften, scheiterten Giovinazzi, Magnussen und Ricciardo. „Als ich sah, dass ich Achter bin und Daniel 13. dachte ich: Cool, das muss ein großer Abstand zwischen uns sein. Als ich auf den Zeitenschirm in der Box schaute, war ich schockiert“, berichtete Hülkenberg. „Aber so sind die Würfel nun mal gefallen.“

Daniel Ricciardo - GP Deutschland 2019
Motorsport Images
Daniel Ricciardo scheiterte denkbar knapp im zweiten Quali-Teil.

Kleine Fehler entscheiden

Bei diesen Abständen entscheiden Nuancen. Entscheiden Winzigkeiten über das Abschneiden. Einmal zu früh bremsen oder zu spät. Ein Quersteher. Ein zu früher oder zu später Gangwechsel. „Es ist frustrierend auf der falschen Seite zu stehen“, meint Ricciardo, der zum dritten Mal in dieser Saison im Quali-Duell gegen den Teamkollegen unterlag. „Auf der anderen Seite macht es das Fahren so spannend. Bei diesen geringen Abständen ist es eine noch größere Belohnung, ins Q3 einzuziehen. Heute hat es für mich leider nicht geklappt.“

Der Australier weiß auch ganz genau, wo er die entscheidenden Hundertstel hat liegenlassen. „Ich bin zu schnell in Kurve 12 eingebogen. Das hat sich am Kurvenausgang gerächt.“ Das ist der Highspeed-Knick rein ins Motodrom. Auch die anderen Nichtaufsteiger beklagten kleine Fehler. Antonio Giovinazzi verschenkte eine Zehntelsekunde in Kurve acht. Kevin Magnussen verbremste sich in seinem zweiten Run auf den weichen Reifen in der zweiten Kurve, und brach ab. Die erste Rundenzeit von Q2 reichte nicht aus, um sich in den Finalteil vorzuarbeiten.

Hülkenberg freute sich über den Trainingssieg. Jedoch hätte mehr herausspringen können als der neunte Startplatz. Der Rheinländer verfehlte in Q3 seine schnellste Zeit des Samstages um dreieinhalb Zehntelsekunden. Hätte er die Q2-Zeit wiederholt, wäre der Le Mans-Sieger von 2015 auf dem sechsten Platz angekommen. „Die Zeit habe ich in Kurve acht verloren. Es war ganz komisch. Eigentlich bin ich langsamer hereingefahren als sonst. Trotzdem brach das Auto am Kurvenausgang aus“, rapportierte Hülkenberg. Der Quersteher bekam ihm teuer.

Renault am Limit zickig

Es genügt nicht den Ansprüchen der Franzosen, im Mittelfeld hinter Alfa-Sauber, Haas, McLaren und Racing Point anzustehen. Hülkenberg beschreibt, wo die Stärken und Schwächen des R.S.19 in Hockenheim liegen. „Im Schlussabschnitt sind wir ziemlich konkurrenzfähig.“ Das sind die sechs Kurven im Motodrom. „Das liegt daran, dass wir mit ziemlich viel Abtrieb fahren. Dafür schauen wir in den ersten beiden Streckenabschnitten in die Röhre.“ Mit anderen Worten: Renault erkauft sich die Schnelligkeit im Schlussabschnitt, indem man mehr Flügel draufpackt. Auf den Geraden half noch nicht einmal der kräftige Motor. Renault sieht sich sowohl im Qualifikations-Trimm als auch im Rennmodus auf gleicher Höhe mit Mercedes. Nur der Ferrari-V6 hat noch mehr Leistung.

Auf der aerodynamischen Seite fehlt es dem Renault an Anpressdruck. „Es war wie immer in der Qualifikation. Das Auto ist am Limit zickig zu fahren“, sagt Hülkenberg. Die Fahrer müssen sich bis nach der Sommerpause gedulden. Erst dann werden die Ingenieure ein größeres Technik-Upgrade nachschieben. Immerhin wurden die Probleme des Vortages gemildert. Da klagten die Fahrer über ein zu schmieriges Heck. Das Wetter erschwerte die Setuparbeit. Am Freitag herrschte extreme Hitze. Am Samstagvormittag kühlte es ab. Am Nachmittag stiegen die Temperaturen wieder. „Wir waren am Freitag auf der einen Seite des Extrems, was die Fahrzeugkonfiguration angeht. Im dritten Training am Samstag auf der anderen. Für das Qualifying passte es besser“, erzählt Ricciardo.

Das Schlusswort gehört Alfa-Teammanager Beat Zehnder: „So wie im Mittelfeld sollte es im gesamten Feld zugehen. Alle sollten sich in einem so kleinen Zeitfenster bewegen. Vom Mercedes über Ferrari bis hin zu Williams.“

Motorsport Aktuell Sebastian Vettel - Ferrari - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Qualifying Mercedes hat leichtes Spiel in Hockenheim Defektteufel besiegt Ferrari

Ferrari schlägt sich selbst. Mercedes holt die Pole.

Mehr zum Thema GP Deutschland (Formel 1)
Ferrari - Technik - Juli/August 2019
Aktuell
Streckenposten - Rote Flagge - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 11. Mai 2019
Aktuell
Antonio Giovinazzi - GP Deutschland 2019
Aktuell