Lewis Hamilton - Mercedes - F1-Test - Barcelona - 27. Februar 2020 xpb
Antonio Giovinazzi - Alfa Romeo - F1-Test - Barcelona - 27. Februar 2020
Antonio Giovinazzi - Alfa Romeo - F1-Test - Barcelona - 27. Februar 2020
Red Bull - F1-Test - Barcelona - 27. Februar 2020
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Renault hat den zuverlässigsten Motor

Vier Mal Alarm bei Mercedes

Lewis Hamiltons Arbeitstag war am Donnerstag nach 14 Runden beendet. Wegen fallendem Öldruck schaltete der Motor sicherheitshalber ab. Es war das vierte Problem im Umfeld der Antriebseinheit bei Mercedes. Auch Ferrari und Honda hat es schon erwischt. Bis jetzt blieb nur Renault von Schäden verschont.

Im letzten Jahr zählte der Renault V6-Turbo zu den anfälligsten Antriebseinheiten im Feld. Die Fahrer des Werksteams und von McLaren kassierten wegen diverser Schäden viele Startplatzstrafen. Deshalb konzentrierte sich Renault über den Winter hauptsächlich auf die Verbesserung der Standfestigkeit. Mit Erfolg.

Renault ist der einzige Motorhersteller im Feld, der die ersten fünf Testtage ohne Defekt überstanden hat. In den Autos tut immer noch die erste Einheit von Verbrennungsmotor, Turbolader, MGU-K, MGU-H, Batterie und Leistungselektronik ihren Dienst.

Bei Mercedes dagegen herrscht Alarm. Der Klassenprimus beklagte bereits in der erste Woche zwei Defekte. Einer im Williams von Nicholas Latifi, der andere im Auto von Valtteri Bottas. Bei Latifi betraf es den Verbrennungsmotor, bei Bottas die MGU-H. Die Kundenteams mussten deshalb vorübergehend auf die Version 1.0 zurückrüsten. Erst in der zweiten Barcelona-Woche wurde wieder die Melbourne-Spezifikation eingebaut.

Esteban Ocon - Renault - F1-Test - Barcelona - 27. Februar 2020
Stefan Baldauf
Die anderen straucheln, nur Renault hat bisher keine Probleme mit der Standfestigkeit seiner Motoren.

Ölverbrauchsregel eine Herausforderung

Mercedes erwischte es auch in der zweiten Woche. Erneut war Latifi das Opfer. Er parkte am vierten Testtag seinen Williams in einer Rauchwolke am Streckenrand. Diagnose: kein Öldruck. Die Elektronik schaltete den Motor nicht rechtzeitig ab. Damit gab es Kleinholz. Daraufhin wurde die Software so modifiziert, dass der Motor schon bei den geringsten Anzeichen einer Unregelmäßigkeit seinen Dienst einstellt. Als bei Lewis Hamilton am fünften Testtag nach 14 Runden der Öldruck sank, ging der Motor aus. Noch rechtzeitig, um die Verbrennungsmaschine jetzt in Brixworth zu untersuchen. Für Hamilton war der Tag damit beendet.

Die Probleme mit dem Öldruck treiben Mercedes um. Hat es vielleicht etwas mit den neuen Restriktionen für den Ölverbrauch zu tun? Teamchef Toto Wolff räumt ein: „Das ist eine echte Herausforderung.“ Offenbar auch für Ferrari. Die Italiener verloren in der ersten Testwoche einen Motor wegen Problemen mit der Ölversorgung. Teamchef Mattia Binotto beschwichtigte: „Das Problem ist im Griff.“

Doch warum sind die Werksautos meistens mit gedrosselter Leistung unterwegs? Nur die Kundenteams Alfa Romeo und Haas durften bis jetzt die Power aufdrehen. Sebastian Vettel widerspricht: „Auch wir haben hin und wieder die Leistung aufgedreht. Aber in Runden, wo keiner hinschaut.“

Selbst Honda kam nicht ungeschoren davon. Nach einem Problem mit den Einspritzdüsen vermutete Honda ein Los mit Produktionsfehlern. Die Motoren wurden ausgebaut, gecheckt und nach erfolgter Reparatur einen Tag später wieder eingebaut. Honda will mit den Antriebseinheiten, mit denen der Test begonnen wurde, so viele Kilometer wie möglich abspulen. Abgesehen von der Misere mit den Einspritzdüsen in der ersten Woche liefen die japanischen Triebwerke ohne Probleme. Einer im Fahrerlager spottet: „Wenn du in zwei Jahren eine Milliarde investierst, muss es sich ja mal auszahlen.“

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