Daniel Ricciardo - Renault - GP Emilia-Romagna 2020 - Imola - Rennen xpb
Antonio Giovinazzi - Alfa Romeo - GP Emilia-Romagna 2020 - Imola - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Emilia-Romagna 2020 - Imola - Rennen
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Emilia-Romagna 2020 - Imola - Rennen
Daniel Ricciardo - Renault - GP Emilia-Romagna 2020 - Imola - Rennen 21 Bilder

Renault erobert WM-Platz drei in GP Emilia-Romagna

Renault erobert WM-Platz drei Zurück zur Nürburgring-Form

Renault feierte das zweite Podest im dritten Rennen. Daniel Ricciardo stellte sich auf einen fünften Platz ein. Doch als die Gegner die Geschenke auf der Strecke verteilten, sammelte sie der Australier ein. Einzig der Ausfall von Esteban Ocon trübt die Stimmung.

Eigentlich hatte Renault in Imola nicht das schnellste Auto im Mittelfeld. Und doch ging Daniel Ricciardo nach 63 Rennrunden seinem Ritual nach. Er trank zusammen mit Lewis Hamilton Champagner aus den Rennschuhen. Der salzige Schaumwein auf dem Podest war die Belohnung für eine weitere herausragende Leistung des Mannes mit dem breitesten Grinsen im Fahrerlager.

In der Qualifikation war Alpha Tauri einen Hauch schneller als der Renault mit der Startnummer 3. 18 Hundertstel, um genau zu sein. Im Rennen war Racing Point flotter. Und auch Ferrari hatte über die Distanz etwas mehr Geschwindigkeit als die gelbschwarzen Autos. Charles Leclerc ließ sich von Ricciardo nicht abschütteln. Weder auf weichen, noch auf harten Reifen. Der Ferrari fuhr in der verwirbelten Luft des Renault und beanspruchte die Reifen trotzdem nicht stärker. Das lässt den Schluss zu, dass das rote Auto ein bisschen schneller war.

Daniel Ricciardo - Renault - GP Emilia-Romagna 2020 - Imola - Rennen
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Daniel Ricciardo kam knapp vor Daniil Kvyat über den Zielstrich.

Racing Point schenkt Ricciardo Podest

Doch Renault war am Rennsonntag von Imola clever. Der Werksrennstall und seine Nummer eins sammelten die Geschenke ein. Am Start profitierte Ricciardo davon, dass Pierre Gasly von Lewis Hamilton abgeklemmt wurde. Damit war schon mal eine Position gewonnen. Ricciardo war darauf aus, es sich hinter den großen Drei der Saison einzurichten. "Ich dachte, wir können maximal Vierter werden. Und nachdem uns Perez über den Overcut überholte maximal Fünfter. Die Strecke ist zwar wunderschön, aber das Überholen wahnsinnig schwer."

Ricciardo blieb fehlerlos mit Leclerc in seinem Nacken und schlug zu, als der Rennverlauf plötzlich die Chance auf das Podest offerierte. Max Verstappens Red Bull platzte der rechte Hinterreifen. Racing Point wechselte Sergio Perez ein zweites Mal die Reifen, obwohl man damit rechnen musste, dass nicht alle aus der Gruppe um Ricciardo, Leclerc, Albon, Kvyat, Sainz und Norris folgen werden. Ricciardo, Leclerc und Albon blieben draußen. Damit war der Australier neuer Dritter und hatte gleich zwei Autos als Absicherung gegen den schnelleren Racing Point.

Fahrer und Strategen entschieden Hand in Hand, auf dem harten Reifen auszuharren. "Ich wusste, dass es schwierig sein würde. Aber ich war glücklich, auf den dritten Platz zu rutschen. Die Position ist in Imola wichtiger als ein frischer Reifen", berichtete der Mann aus Perth, der zum 31. Mal auf ein Formel-1-Podest kletterte. Ingenieur und Fahrer standen in regem Austausch, damit die Reifentemperaturen hinter dem Safety Car nicht in den Keller fallen. "Daniel hat es mit seiner Crew vorzüglich hinbekommen, dass die Reifen beim Restart sofort da waren. Mit tollen Schlussrunden hat er uns das Podest abgesichert", lobte Teamchef Cyril Abiteboul.

Ricciardo verteidigt gegen Kvyat

In Imola musste man schon zwei Sekunden schneller sein, um zu überholen. Die Strecke ist zu schmal und zu flüssig, als das der Hintermann einfach dranbleiben kann. Daniil Kvyat sprintete mit den weichen Reifen zwar innerhalb von zwei Kilometern an drei Autos mit eiskalten Reifen vorbei, doch gegen Ricciardo war der Alpha Tauri-Pilot machtlos – trotz weicher Mischung, die allerdings gebraucht war. Trotz eines 1,2 Kilometer langen Vollgasstücks und einer DRS-Zone von mehr als 700 Meter.

Dass der Australier ein eiskalter Vollstrecker ist, hatte er bereits am Nürburgring unterstrichen. Das zweite Podest in den letzten drei Rennen fühlte sich anders an. "Dieses Podium kommt unerwarteter." Weil der 31-Jährige von Pannen und Taktikfehlern der anderen profitierte. Doch der Werksrennstall ist gewachsen, und kann jetzt die Elfmeter auch verwandeln. Renault taktierte richtig – auch schon beim ersten Boxenstopp. Man musste auf Leclercs Undercut reagieren, auch auf die Gefahr hin, Perez die Bahn freizuräumen. Die Ferrari-Mechaniker hatten zwar die flinkeren Hände (Standzeit 2,77 vs. 2,89 Sekunden), doch Ricciardo blieb auf der Strecke vor dem Monegassen.

Die Franzosen haben das schwächere Rennwochenende von Portimao hinter sich gelassen. Da betrieb man auf den Plätzen acht und neun Schadensbegrenzung. Die Ursache für den schwächsten Auftritt der letzten Wochen war schnell gefunden. Die Reifen zu hart, der Asphalt zu glatt, die Temperaturen zu kühl. Dieser Mix lähmte die gelbschwarzen Autos.

Esteban Ocon - Renault - GP Emilia-Romagna 2020 - Imola
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Esteban Ocon scheiterte zum wiederholten Mal an einem Defekt.

Ein Punkt vor McLaren und Racing Point

In Imola kehrte Renault zu der Form zurück, die man am Nürburgring hatte. Weichere Reifen und ein rauerer Asphalt halfen. Der 4,909 Kilometer lange Kurs ist zwar eine schnelle und flüssige Strecke, doch die Kurvenradien sind eher auf der kurzen Seite. Renault hat noch eine Schwachstelle: Das sind schnelle Kurven mit langen Radien. Strecken, auf denen man ohne maximalen Anpressdruck nichts reißt. Wie Barcelona zum Beispiel.

"Racing Point hat aus der Mittelfeldgruppe den meisten Abtrieb", sagt Ricciardo. "Sie haben dadurch einen kleinen Vorteil gegenüber uns und McLaren. Aber Abtrieb ist nicht alles." McLaren ist besser in schnellen Kurven, doch schlechter in langsamen. Und dieser Ricciardo ist in dieser Saison Renaults Faustpfand. In der Qualifikation steigerte er sich um eine halbe Sekunde von Q2 auf Q3, um den fünften Platz vor Albon und Leclerc zu sichern. In den Rennen hat der Australier nun schon 95 Punkte eingefahren. Mehr als Renault in der gesamten letzten Saison (91).

Renault sammelte in der Emilia-Romagna fünf Punkte mehr als McLaren und sieben mehr als Racing Point. Es hätten mehr sein können. Esteban Ocon bleibt das Sorgenkind. Der Franzose kann das Tempo des Teamkollegen auf eine Runde nicht mitgehen. Es hagelte die zwölfte Niederlage im Quali-Vergleich.

Und dann wären da noch die Zuverlässigkeitsdefizite, die den Franzosen aus den Rennen werfen. In Imola schon das vierte Mal in dieser Saison. Auf eine überhitzende Antriebseinheit in der Steiermark, einen Bremsdefekt in der Toskana und Hydraulik-Schlamassel in der Eifel folgte ein Getriebeschaden. So verpasste es Renault, in der Weltmeisterschaft mehr als nur einen Punkt zwischen sich und McLaren sowie Racing Point zu legen. Ricciardo fordert: "Wenn wir die Nase vorne behalten möchten, müssen beide Autos punkten."

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