Renault überstrapaziert Reifen

Update-Plan bis Suzuka

Nico Hülkenberg - Renault - GP Ungarn - Budapest - F1-Test - 31. Juli 2018 Foto: xpb 68 Bilder

Renault fährt nach einem schwachen Rennen in die Sommerpause. Der R.S.18 nimmt die Reifen zu hart ran. Deshalb muss Renault im Rennen mit den härteren Mischungen fahren. Das Auto wollen die Franzosen bis zum GP Japan weiterentwickeln. Ansonsten droht der Verlust der vierten WM-Position.

12 Rennen sind vorbei. Die Formel 1 macht Urlaub. Zumindest müssen die Teams die Fabriken zwischen Ungarn und Belgien für zwei Wochen schließen. Die Denkfabrik arbeitet weiter. Und die Renault-Ingenieure müssen viel dachdenken. Renault verließ Budapest enttäuscht. Sportchef Cyril Abiteboul sprach von einem schlechten Renntag. Carlos Sainz startete aussichtsreich vom fünften Platz, was dem Regen-Qualifying geschuldet war, und wurde auf die neunte Position zurückgereicht. Nico Hülkenberg sprang in der Startrunde in die Punkte und verpasste sie nach 70 Runden dennoch.

Für Sainz verliefen die ersten Meter umgekehrt. Eigentlich kam der Spanier in seinem Renault R.S.18 gut vom Fleck. Doch in der ersten Kurve überraschte ihn Max Verstappen auf der Innenseite. Sainz wurde nach außen gedrängt, konnte deshalb nicht gut beschleunigen und rutschte hinter Pierre Gasly und später hinter Kevin Magnussen zurück. Die Renaults rollten auf den Rängen acht und zehn, kamen einen Platz nach vorn nach Verstappens Ausfall und fielen in der Folge hinter Daniel Ricciardo zurück, der von hinten das Feld aufrollte.

Renault muss auf HaasF1 aufpassen

In den Rennen davor überzeugte Renaults Taktikabteilung. Die frühen Boxenstopps in Budapest waren allerdings die falsche Entscheidung. Hülkenberg legte die weichen Reifen in der 23. Runde gegen die Mediums ab. Sainz zwei Umläufe später. McLaren verfolgte die gleiche Reifentaktik, zögerte den ersten Stopp aber weiter hinaus und überflügelte den französischen Werksrennstall damit. Renault konnte von Glück sprechen, zwei Punkte mitzunehmen statt nur einem Zähler. Stoffel Vandoorne scheiterte an einem Getriebedefekt.

Renaults Hauptproblem ist das reifenfressende Chassis. Das hat damit zu tun, dass das Aerodynamikfenster, in dem konstanter Anpressdruck anliegt, zu klein ist. In den letzten Rennen mussten die gelb-schwarzen Rennwagen deshalb immer mit den härteren Mischungen fahren. Weil sie sonst nicht mit einem Stopp über die Distanz gekommen wären.

Hülkenbergs zweiter Reifenwechsel war eher der Verzweiflung geschuldet. Der Rheinländer ärgerte sich über den Qualifying-Samstag. Da hatte ihm eine fehlerhafte Tankanlage eine bessere Startposition versaut. „Es floss vor Q2 nicht die vorprogrammierte Spritmenge in den Tank. Wenn man sieht, wo Carlos gelandet ist, muss man von einer vertanen Chance sprechen.“

Nico Hülkenberg - Renault - GP Ungarn 2018 - Qualifying Foto: sutton-images.com
Nico Hülkenberg hatte Pech in der Ungarn-Quali.

Der R.S.18 überstrapaziert vor allem die Hinterreifen. Auf einer Strecke wie dem Hungaroring, wo Traktion gefragt ist, und die vielen aufeinander folgenden Kurven und heißen Asphalttemperaturen die Laufflächentemperaturen in die Höhe treiben, straft das doppelt. Toro Rosso und HaasF1 konnten mit Ultrasoft und Soft fahren. Sie haben reifenschonendere Autos.

„Wir hatten die falschen Reifen am Start“, meint Abiteboul. „Unser Auto zwingt uns die härteren Reifen auf. Vielleicht sind wir aber auch zu konservativ. Wir müssen das überprüfen. Generell hatten wir im Rennen nie die richtigen Reifen zur richtigen Zeit an unseren Autos. Unsere Balance war schlecht. Die falschen Reifen haben sie weiter verschlechtert.“

HaasF1 verkürzte den Abstand in der Team-WM zu Renault auf 16 Punkte. Und der US-Rennstall hat im Allgemeinen das bessere Auto. Wehe, HaasF1 bringt an einem Wochenende mal alles zusammen, begeht keine Fahrfehler oder taktische Fehlentscheidungen und hat das Rennglück auf seiner Seite. Dann ist Renaults Vorsprung schnell aufgebraucht.

Deshalb entwickelt Enstone mit Hochdruck weiter. In Spa soll ein neuer Unterboden ans Auto geschraubt werden. Die Motorenabteilung arbeitet an der C-Spezifikation. Bis zum GP Japan sollen in Portionen weitere Aerodynamik-Updates folgen. „Vieles, was wir 2018 noch bringen und lernen, können wir auch auf das nächste Jahr übertragen. Trotz der Regeländerungen“, sagt Chassis-Direktor Nick Chester.

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