Rennanalyse GP Bahrain

Entschieden 2,5 Kilo Sprit?

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Hat fehlender Sprit für eine Runde Michael Schumacher den Sieg in Bahrain gekostet? Hätte ohne das Missgeschick am Samstag der Gewinner Kimi Räikkönen geheißen? Antworten auf die dringlichsten Fragen nach dem aufregenden Saisonauftakt.

Michael Schumacher suchte nicht nach Ausreden. Er war glücklich über Platz zwei, denn erstmals seit eineinhalb Jahren ist Ferrari wieder aus eigener Kraft siegfähig. Dennoch, wer ein Rennen um nur 1,2 Sekunden verliert, kommt ins Grübeln. In der entscheidenden Szene, als Fernando Alonso vom zweiten Boxenstopp zurückkehrte und Schumacher die Zielgerade herunterbeschleunigte fehlte nur eine Zehntelsekunde, sonst wäre Schumacher vorn gewesen und hätte vermutlich das Rennen gewonnen.

"Es war eine Runde, die letztendlich gefehlt hat", sagte der Zweitplatzierte und spielte auf das Qualifying an, bei dem er eine Runde wegen des großen Verkehrs nicht innerhalb des 110 Prozent-Limits absolvierte. Wer im Training langsam fährt, darf für diese Phase nicht nachtanken. Wer im Rennen eine Runde früher tanken muss, steht länger in der Box.

Mit dem ersten Reifensatz und etwa sieben Kilogramm weniger Sprit an Bord war Michael Schumacher im ersten Drittel knapp schneller. Er nahm Alonso durchschnittlich rund vier Zehntelsekunden pro Runde ab. allerdings war Alonso mit dem zweiten Reifensatz der Schnellere. Er konnte den Rückstand auf Schumacher mühelos aufholen. Hätte Schumacher Benzin für eine weitere Runde an Bord gehabt, wäre er vor seinem zweiten Stopp auf die gleiche Gruppe Überrundeter aufgelaufen, die Fernando Alonso bremste. Er hätte also keinen größeren Vorsprung herausfahren können, um Alonso nach dessen Boxenstopp zu packen.

Keine Rede mehr von Motorproblemen

Bei allen hypothetischen Rennverläufen muss fairerweise erwähnt werden, dass Felipe Massas misslungene Attacke auf Alonso in der achten Runde den Spanier zweienhalb Sekunden gekostet haben. Ohne diesen Zeitverlust hätte der Weltmeister schon nach dem ersten Boxenstopp vorn gelegen und die Möglichkeit gehabt, einen Vorsprung herauszufahren.

Nicht wenige, die die Aufholjagd von Kimi Räikkönen im Auge behielten, kamen zu dem Schluss, dass der wirklich schnellste Mann des Rennens der Finne im McLaren-Mercedes war. Von Motorproblemen ist bei Mercedes keine Rede mehr. Der V8 drehte über 70 Prozent der Renndistanz bis knapp 19.000/min. Räikkönen tankte sich trotz schwerem Auto (wegen Einstoppstrategie) in den ersten Runden mühelos durch das Hinter- und Mittelfeld. Nach sechs Runden lag der von Rang 22 losgefahrene Vizeweltmeister auf Rang elf.

Durch das höhere Gewicht und die Überholmanöver fiel Räikkönen auf eine knappe halbe Minute gegenüber der Spitze zurück, als sich sein Tank gegen Rennmitte lehrte, fuhr er trotz länger beanspruchter Reifen bis zu einer halben Sekunde schneller als Alonso und Schumacher. Offensichtlich schont der MP4-21 die Michelin-Gummis vorzüglich.

Kimi Räikkönen: "Hätte mitfahren können"

Mit gleicher Benzinmenge wie die Konkurenten gegen Rennende blieb der Abstand konstant. Wie schnell der McLaren mit gleiche Strategie wie die Erstplatzierten gewesen wäre, lässt sich nicht herausfinden. Bei den schnellsten Rundenzeiten fehlten Räikkönen vier Zehntel auf Alonso und Schumacher. "Ich würde nicht unbedingt sagen, dass ich gewonnen hätte, aber zumindest hätte ich um den Sieg mitfahren können", sagte der zufriedene Räikkönen.

Die dazu nötige Ausgangsposition für den Sieg hatte Juan Pablo Montoya nach der ersten Runde. Nachdem der mit seinen Bremsen kämpfende Massa zurückgefallen war, hatte Räikkönens Teamkollege freie Fahrt, doch kurz danach musste er sich von Button überholen lassen. In seiner schnellsten Runde war Montoya zwar eine Zehntelsekunde schneller als Räikkönen, doch insgesamt konnte er dem Tempo des Finnen nicht folgen. Aus zeitweilig 17 Sekunden Rückstand machte der drittplatzierte Räikkönen im Ziel 17 Sekunden Vorsprung.

"Wenn ich sehe, zu was das Auto in der Lage ist, bin ich schon etwas enttäuscht. Das war einfach nicht mein Wochenende", sagte Montoya auf Rang fünf. Montoya fühlt sich wie im Vorjahr nicht wohl mit dem McLaren. Der Kolumbianer beschwert sich über zu viel Untersteuern.

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