Rennanalyse GP Bahrain

Massas Revanche

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Der viel gescholtene Brasilianer gab in Bahrain die abgeklärteste Vorstellung seiner Karriere in einem Rennen, in dem die großen Stars nur Statisten waren. Es war das Rennen der vermeintlich kleinen Leute.

Fast hätte man glauben können, als würde in dem roten Auto auf der Pole-Position Michael Schumacher sitzen. Den Ferrari leicht schräg in der Startbox zu parken, mit angriffslustig in Richtung des Gegners zielender Schnauze, war eine Angewohnheit des siebenmaligen Champions.

Felipe Massa kam mit dem festen Vorsatz nach Bahrain: Das gleiche wie vor Wochenfrist in Malaysia passiert mir sicherlich nicht noch einmal. Da war der Brasilianer zweimal von Rookie Lewis Hamilton vorgeführt worden. Massa machte aus Trainingsplatz eins den Schlußrang fünf. Der Brasilianer war die ganze Woche über unleidig. So sehr, dass er sich nach dem Sieg in Bahrain bei seiner Freundin Raffaela charmant entschuldigte: "Sie hat in den letzten Tagen mit mir allerhand mitgemacht."

Massa mit Handlingsproblemen

Die Drohgebärde von Bahrain mag geholfen haben, wenn auch nur der Psyche des sensiblen Massa. Lewis Hamilton ließ sich jedenfalls nicht einschüchtern. Der Brite stürmte respektlos los, besaß aber die nötige Coolness zurückzustecken, als er sah, dass gegen den Ferrari nichts zumachen war. Im ersten Stint konnte er Massa gut folgen, aber nur deswegen, weil der Ferrari-Mann mit Handlingsproblemen kämpfte. "Beim ersten Boxenstopp haben die Mechaniker den Frontflügel justiert und ich habe gebrauchte Reifen bekommen", sagte Massa nach dem dritten Sieg seiner Karriere. "Danach war das Auto prima."

Die vermeintlichen Teamkapitäne Kimi Räikkönen (Ferrari) und FernandoAlonso (McLaren) hatten wenig zu lachen. Im Vergleich zu den aufmüpfigen Youngstern machten sie eine schwache Figur. Der Finne gondelte auf Rang drei. Er verlor das Rennen am Start, als er sich hinter Alonso als Vierter einreihen mußte. Anders als später Heidfeld im BMW fand der Finne keinen Weg vorbei und verlor so den Anschluß an Massa und Hamilton.

Fernando Alonso: Ruppiger Stil

Weltmeister Alonso lief nur auf Rang fünf ein. Er litt unter der mangelnden Stabilität des McLaren beim Bremsen. Wenn das Auto in denVerzögerungszone unartig herumschwänzelt, verliert der Fahrer das Vertrauen. Die Rundenzeiten fallen ab und die Konkurrenz kann bisweilen sogar Erfolg versprechende Attacken vortragen - so wie Heidfeld in Bahrain.

Die Erklärung dafür, warum das Problem bei Kollege Lewis Hamilton nicht auftrat, ist einfach: Es liegt am Fahrstil. Der Brite fährt wesentlich runder als der ruppig einlenkende Spanier.

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