Rennanalyse GP Belgien

Der andere Sieger

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Zum ersten Mal brauchte die Ferrari-Konkurrenz kein Glück zum Gewinnen. Michael Schumacher begnügte sich nicht freiwillig mit Rang zwei, aber mehr war für den frisch gebackenen Weltmeister nicht zu gewinnen.

Wer löste die große Unfallserie am Anfang aus?

Es war Felipe Massa, dessen Sauber in der La Source-Haarnadel in den McLaren von Kimi Räikkönen rutschte. Dann traf Jenson Button im BAR den Sauber von Massa. Beim Ausweichversuch fuhr Takuma Sato im zweiten BAR in Olivier Panis Toyota. Mark Webber traf im Jaguar den Ferrari von Rubens Barrichello. Beim Überfahren der Wrackteile beschädigte Nick an seinem Jordan Frontflügel und Leitbleche.

Der Jaguar nahm die Kollision so übel, dass er ausgangs Eau Rouge plötzlich rechtwinklig abbog und Satos BAR von der Straße räumte. Zsolt Baumgartner erschreckte sich so sehr, dass er seinen Minardi in den von Teamkollege Gianmaria Bruni lenkte. Bruni flog ab, Giorgio Pantano im zweiten Jordan konnte nicht mehr ausweichen.

Webber, Sato, Pantano und Bruni waren damit ausgeschieden, sechs weitere Autos (Button, Baumgartner, Massa, Barrichello, Panis und Heidfeld) kamen während der Safetycar-Phase zur Reparatur an die Box. Bei Barrichello und Massa stellten die Mechaniker einen gebrochenen Heckflügel fest und beorderten sie ein zweites Mal herein. Beide schafften es, trotz Reparaturen in der gleichen Runde wie die Spitze zu bleiben. Gelaufen war das Rennen für Nick Heidfeld. Seine Luftleitbleche vor den Seitenkästen waren auf die Schnelle nicht zu richten, mit starkem Untersteuern rollte der Rheydter als Hindernisfahrzeug über die Renndistanz. Ein Spätopfer der Anfangsturbulenzen war Juan Pablo Montoya, dessen Hinterreifen in der 33. Runde durch Trümmerteile aufgeschlitzt wurde. Die Reifenschäden bei David Coulthard und Zsolt Baumgartner blieben vorerst ungeklärt.

Warum war Michael Schumacher anfangs so langsam?

Der Weltmeister war auf einer Zweistoppstrategie und hatte reichlich Benzin an Bord. Doch das galt auch für Kimi Räikkönens McLaren und Juan Pablo Montoyas Williams. Beide arbeiteten sich nach dem Restart ohne Mühe an Schumacher vorbei, denn dessen Reifen kamen nicht schnell genug auf Temperatur - ein bekanntes Phänomen bei Bridgestone. Zudem hatte sich Schumacher für die harte Mischung entschieden. Während andere Bridestone-Fahrer innerhalb von zwei Runden ihr Renntempo fanden, musste Schumacher sich vier Runden gedulden, bis er am Vorsprung von Montoya knabbern konnte.

Hat Schumacher den Sieg zugunsten der sicheren Titelverteidigung verschenkt?

Die Antwort lautet nein. Schumacher konnte nicht schneller fahren. Durch sein anfängliches Reifenproblem verlor er den Anschluss auf den späteren Sieger. Eine Safetycar-Phase bevorteilte Räikkönen, Schumacher konnte seinen Vorteil des größeren Spritreservoirs nicht ausspielen. Bei der nächsten Gelbphase profitierte Schumacher. Sonst hätte er den Zwölfsekunden-Rückstand nicht gutmachen können. Räikkönen hatte das schnellere Auto, er fuhr die schnellste Runde und kontrollierte das Feld am Ende mühelos. "Ich wäre nie vorbeigekommen", gestand Michael Schumacher nach der ersten Siegerehrung 2004, bei der er sich auf der Strecke geschlagen geben musste.

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