Rennanalyse GP China

Schwarzer Tag für Schumi

Foto: dpa

Wie sagt der Rheinländer: "Man muss auch jönne könne." Unter diesem Leitspruch kann Weltmeister Michael Schumacher den Großen Preis von China abhaken. Der überragende Fahrer dieser Saison gönnte Teamkollege Rubens Barrichello seinen Sieg, er selbst war wegen technischer Pannen und zweier Fahrfehler chancenlos.

Was lief bei Michael Schumacher schief?

Michael Schumacher hatte bei diesem Rennen in Shanghai nicht viel zu lachen. Es begann mit einem leckgeschlagenen Motor, der ihn zum Start vom letzten Platz verurteilte. Das Team wollte aus der Not eine Tugend machen und schickte Schumacher mit zusätzlichem Sprit und Zweistoppstrategie aus der Boxengasse ins Rennen.

Mit schwerem Auto tat sich Schumacher schwer. Nach zehn Runden fehlten ihm auf Spitzenreiter Rubens Barrichello bereits 35 Sekunden. Ein Sieg wäre utopisch gewesen. Nach zwölf Runden verlor der Weltmeister hinter Christian Klien die Geduld und rammte den Jaguar aus dem Weg. "In einem Moment habe ich ihn noch weit hinter mir im Rückspiegel gesehen, dann war er plötzlich neben mir", sagte Klien, der mit krummer Aufhängung aufgeben musste. "Ich dachte, die Tür wäre offen", sagte Schumacher.

Der Ferrari kam ungeschoren davon. Das Auto war schnell genug, um kurz vor Rennende noch die schnellste Runde zu drehen, doch die war nur noch für die Galerie. Erst leistete sich Schumacher einen Dreher, der ihn drei Plätze kostete. Angeblich seien durch den vorausfahrenden Fernando Alonso verursachte Luftturbulenzen verantwortlich geweden.

Nach 35 Runden erlitt der Ferrari mit der Nummer 1 einen Reifenschaden hinten links. Die Reifen hatten 15 Runden auf dem Buckel. Der schlagartige Luftverlust lässt die Bridgestone-Verantwortlichen mutmaßen, dass nicht Verschleiß, sondern ein Fremdkörper den Defekt verursachte. Noch 21 Runden waren zu absolvieren. Das Team musste nach Bridgestone-Warnung auf eine Dreitstopp-Strategie umstellen, denn der Reifenpartner hatte die maximale Laufleistung mit 20 Runden festgelegt und war nach dem Plattfuß entsprechend sensibel.

"Das war ein Rennen, wo alles schief ging", sagte Schumacher, der noch nie auf so einem schlechten Rang (12) ins Ziel kam. Tröstlich sei nur, dass sich das ganze Pech dieser Saison auf dieses Rennen konzentriert habe. Berechnungen ergaben, dass Schumacher ohne Pannen durchaus bis auf's Treppchen hätte fahren können.

Welche Strategie war die bessere?

Laut Computer-Simulation wäre eine Zweistopp-Strategie in der Theorie um vier bis fünf Sekunden schneller gewesen als die Dreistopp-Variante. Doch gegen den drei Mal stoppenden Ferrari von Rubens Barrichello war dennoch kein Kraut gewachsen. "Wir haben das Rennenn im Training verloren", sprach Michelin-Mann Pierre Vassellon stellvertretend für die unterlegenen Jenson Button und Kimi Räikkönen. BAR-Fahrer Button hatte mit 60 Kilogramm Sprit zu viel Gewicht an Bord, um beim Start weiter nach vorn zu kommen. "Wir müssen unbedingt an unseren Starts arbeiten, moserte der Engländer, der von Sauber-Mann Felipe Massa überrumpelt wurde und den Brasilianer mühsam wieder niederringen musste.

Kimi Räikkönen hatte durch einen Fehler in der Qualifikation die Pole-Position verloren. "Hätten unsere Fahrer vorne fahren könnnen, hätten wir das Rennen kontrolliert", sagte Vassellon. Tatsächlich verlor Räikkönen viel Zeit durch Barrichello, der ihn über die komplette erste Rennhälfte aufhielt. Als Räikkönen gegen Ende in Schwung kam, war der Zug abgefahren. Selbst der zweitplatzierte Jenson Button rettete sich vor ihm ins Ziel.

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