Rennanalyse GP Frankreich

Auf Nummer sicher

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Fernando Alonso hätte in Magny Cours gewinnen können, wenn sein Team bei der Reifenwahl ein Risiko eingegangen wäre. Doch Teamchef Flavio Briatore spielte lieber die sichere Karte und musste sich mit Rang zwei zufrieden geben. In zwei Wochen steht den Blaugelben vermutlich die nächste Niederlage ins Haus.

Als Michael Schumacher nach seinem zweiten Boxenstopp zurück auf die Strecke kam, und sich hinter Fernando Alonso anstellen musste, fürchtete mancher Schumi-Fan um den Sieg seines Lieblings. Doch Alonso machte sich keine Illusionen: "Mir war klar, dass ich nicht gewinnen konnte.“

Erstens wusste der Weltmeister, dass er den Deutschen nur wenige Runden bis zum eigenen zweiten Stopp aufhalten konnte, zweitens zweifelte Alonso nicht daran, dass Schumacher mühelos einen ausreichenden Vorsprung für seinen dritten Stopp herausfahren könnte. Auch das anfängliche Hindernis Felipe Massa wollte der Tabellenführer nicht gelten lassen: "Beim ersten Stint habe ich vier bis fünf Sekunden verloren. Das war nichts, was etwas geändert hätte."

Schon in den ersten zwei Stints, als die Ferrari mit gebrauchten Bridgestone-Reifen dem Renault davonfuhren, war klar, wohin die Reise geht. Ab Rennmitte hatten die Roten dann jeweils zwei frische Reifensätze parat, und das Rennen war entschieden.

Strategie-Wechsel half nicht

Selbst die Idee, während des Rennens von einer Drei- auf eine Zweistoppstrategie zu wechseln, half nicht weiter. Renault hätte nur siegen können, wenn das Team die weiche Michelin-Mischung aufgezogen hätte, doch das war Teamchef Flavio Briatore zu unsicher. Tatsächlich riskierte allein Jacques Villeneuve den Einsatz der weichen Michelins. Der Kanadier fand sich prompt bestätigt: "Ich hatte genau die richtigen Reifen.“

Die Gummis überstanden sogar eine Zweistoppstrategie mühelos. Zum Vergleich: Teamkollege Nick Heidfeld, der als Achter ins Ziel kam drehte seine schnellste Runde auf den härteren Michelins in 1:18,8 Minuten, Jacques Villeneuve war in seinem besten Umlauf in 1:17,9 Minuten fast eine Sekunde schneller. Sein Rennen war allerdings durch das verpatzte Training nicht mehr zu retten.

Überrascht war man im Renault-Lager, dass Felipe Massa im zweiten Ferrari nicht Platz zwei erobern konnte, um Alonso weitere zwei Zähler abzunehmen. "Felipe steckte immer, wenn es wichtig wurde im Verkehr“, entschuldigte Ross Brawn den Brasilianer. Intern jedoch herrschte Unverständnis über den dritten Platz von Massa. Die Zeiten des Nummer 2-Piloten waren nicht konstant genug. Gegen Rennende gab er den Kampf auf. Die Lücke von sechs Sekunden auf Alonso erschien zu groß, Massa beschränkte sich auf Motorenschonung.

Nachsitzen bei Michelin

Überlegen war Renault in Magny Cours nur auf der langen Geraden vor der Adelaide-Spitzkehre. Ferrari führte die Top-Speed-Wertung einmal nicht unangefochten an, denn die roten Renner fuhren mit deutlich steileren Flügeln als gewohnt. Aus Angst, die weichen Reifen durch zu häufiges Rutschen noch schneller zu ruinieren, erhöhte man den Anpressdruck.

Die Niederlage von Frankreich erhöhte die Wachsamkeit im Renault-Lager. Ein 17 Punkte-Vorsprung in sieben verbleibenden Rennen ist immer noch äußerst komfortabel. Doch in zwei Wochen steht in Hockenheim vermutlich die nächste Niederlage an. Das Motodrom in Baden ähnelt in seiner Charakteristik stark dem Circuit de Nevers. Auch das Wetter wird vermutlich wieder heiß sein.

Bei Michelin ist nun Nachsitzen angesagt. Immer, wenn die Temperaturen hoch sind, und die Gummiauflage auf der Strecke zunimmt, hängt die Bridgestone-Top-Team Ferrari die eigene Kundschaft ab.

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