Rennanalyse GP Italien

Ohrfeige für Ferrari

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Abseits der Rennstrecke dominierte beim Großen Preis von Italien der politische Dauerstreit um die Spionage-Affäre zwischen Ferrari und McLaren-Mercedes. Doch die Wahrheit liegt immer noch auf der Rennstrecke, und in Monza bestätigte sich das gegenwärtige Kräfteverhältnis in der Formel 1-WM.

McLaren ist für Ferrari auf bestimmten Strecken eine Nummer zu groß und BMW ist hinter den beiden Top-Teams McLaren und Ferrari auf Platz drei der WM-Hackordnung festgenagelt. Honda konnte in Monza einen deutlichen Sprung nach vorne verbuchen.

Warum war Ferrari in Monza chancenlos?

Zum dritten Mal nach Montreal und Budapest konnte McLaren-Mercedes in Monza Ferrari aus einem klaren Grund bezwingen: Der McLaren MP4-22 ist dem Ferrari immer dann überlegen, wenn die Piloten die Randsteine in die Ideallinie einbeziehen müssen. Der Ferrari ist aerodynamisch sensibler als der McLaren-Mercedes, braucht mehr Federhärte um im aerodynamisch optimalen Arbeitsbereich zu bleiben. Auf topfebenen Rennpisten ist Ferrari wettbewerbsfähig.

Müssen die Fahrer jedoch über die Kerbs räubern, dann springt und bockt das italienische Pferd auf Grund der harten Fahrwerksabstimmung. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Zeittraining verlor Felipe Massa auf die Pole-Zeit von Fernando Alonso knapp sechs Zehntelsekunden, im Rennen verlor Kimi Räikkönen auf Rennsieger Alonso bei der schnellsten Rundenzeit abermals eine halbe Sekunde.

Einstoppstrategie als Alternative?

Da Ferrari gegen McLaren beim Speed keine Chance hatte, polten die Italiener Kimi Räikkönen auf eine Ein-Stopp-Strategie um. Die Rechnung brachte immerhin eine Platzverbesserung für Räikkönen, der nach der Runde der zweiten Stopps vor Lewis Hamilton lag. Doch der junge Engländer holte sich den verloren gegangenen Platz mit einem starken Überholmanöver wieder zurück. "Auch wir haben die Einstopp-Strategie in Erwägung gezogen, nach unserer Kalkulation wäre sie um sechs bis acht Sekunden schneller gewesen als die Zweistopp-Strategie", erklärte der zweitplatzierte McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. "Aber da wir beim Speed einen klaren Vorteil hatten, machte diese Option keinen Sinn. Zudem fürchteten wir, dass die Reifen über die lange Distanz Blasen werfen könnten." Beachtlich: 14 Piloten setzten auf die Einstopp-Taktik, als bester Vertreter schaffte Räikkönen als Dritter den Sprung aufs Podium und Williams-Pilot Nico Rosberg erreichte Platz sechs.

BMW: Luft nach vorne und nach hinten

Bei der BMW-Performance war auch in Monza nicht viel Bewegung zu erkennen, die Münchener hängen zwischen den beiden Top-Teams McLaren-Mercedes und Ferrari und der großen Gruppe des F1-Mittelfeldes fest: McLaren hat doppelt so viel Punkte wie BMW, Renault auf Platz vier nur die Hälfte. Trotzdem war BMW-Sportchef Mario Theissen mit den Plätzen vier und fünf für Nick Heidfeld und Robert Kubica zufrieden.

"Nick Heidfeld ist ein tadelloses Rennen gefahren, Robert Kubica verlor beim ersten Stopp wegen eines abgerutschten Wagenhebers über zehn Sekunden und eine Position auf der Strecke. Aber die konnte er sich später mit einem tollen Überholmanöver gegen Nico Rosberg wieder zurückholen. Letztlich haben beide Piloten neun Punkte für die WM-Wertung geholt, also können wir von einem guten Ergebnis sprechen."

Warum Honda in die Punkteränge fuhr

Honda machte in Monza einen erkennbaren Sprung nach vorne: Die Japaner kamen wie alle anderen Teams mit einer neuen Low-Downforce-Konfiguration nach Monza, doch der Grund für die Leistungssteigerung ist ein anderer: In Monza debütierte eine neue Vorderrad- und Hinterradaufhängung. Die Modifikationen bei der Fahrwerksgeometrie sorgten dafür, dass die Reifentemperaturen nun exakt im gewünschten Temperaturfenster bleiben. Die Konstanz im Rennen über einen vollen Stint profitierte nachhaltig von diesen Maßnahmen. Jenson Button konnte in Monza zum zweiten Mal in dieser Saison nach Magny Cours mit Platz acht in die Punkteränge vorstoßen.

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