Rennanalyse GP Malaysia

Taktische Fehler bei Ferrari

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Ferrari warf am Sonntag (19.3.) gleich mehrfach ihre Rennstrategie bei GP von Malaysia über den Haufen. Die Quittung bekam Michael Schumacher mit Rang sechs. Dabei wäre für die Roten durchaus mehr drin gewesen. Auch bei Renault lief trotz des Doppelsieges nicht alles nach Fahrplan.

Der sechste Platz in Sepang war für Michael Schumacher allenfalls Schadensbegrenzung. Mit seinen drei Punkten reichte es immerhin, um mit elf Zählern Tabellenrang zwei zu verteidigen. So weit der guten Nachrichten. "Mehr war nicht drin", sagte Schumacher nach dem Ziel, doch das ist nicht ganz richtig. Felipe Massa zeigte, dass man mit dem Ferrari von Rang 21 auf Platz fünf fahren kann.

Schumacher startete vom 14. Platz. Die meiste Zeit verlor er im ersten Renndrittel, als er mit Jacques Villeneuve und Jarno Trulli zwei der breitesten Barrieren in der Formel 1 vor sich hatte. Die Ferrari-Strategie war halbherzig. Wäre Schumacher mit wenig Sprit in Qualifikation und Rennen gegangen, hätte er zum einen in der Startaufstellung weiter vorn gestanden, zum anderen wäre das Überholen der langsameren Gegner vor ihm einfacher gewesen.

Platz vier vergeigt

Hätte Ferrari seinen Superstar mit vollem Tank losgeschickt, hätte der sich einen Boxenstopp sparen können. Schon am Freitag verkündete Technik-Chef Ross Brawn, die Reifen hielten eine Rennhälfte mühelos durch, und Massa trat am Sonntag den Beweis an, doch bekamen die roten Strategen Angst vor der eigenen Courage und vergeigten mit der halbherzigen Strategie Platz vier, denn Juan Pablo Montoya im McLaren-Mercedes lag im Ziel nur rund vier Sekunden vor den Ferrari.

Ein Sieg lag dagegen für Ferrari nie in Reichweite. In seiner schnellsten Runde fuhr Fernando Alonso acht Zehntel schneller als Schumacher in seinem besten Umlauf. Sieger Giancarlo Fisichella konnte immer noch vier Zehntel pro Runde schneller fahren als Schumacher. Der tröstet sich mit dem Blick nach vorn: "Das ist okay, denn das hier war mit Sicherheit die schlechteste Strecke für uns."

Schumacher erwartet Ferrari in Australien (2.4.) wieder ganz vorn. Eigentlich war er in der kommenden Woche für Testfahrten eingeplant, doch der Rekord-Weltmeister bleibt in Asien und entspannt lieber: "Ich mache den jährlichen Honeymoon-Urlaub mit meiner Frau."

Renault: Reifen am Ende

Zu einer taktischen Änderung gezwungen wurde dagegen Renault. Fernando Alonso wurde mit viel Benzin auf die Reise geschickt. Von den Spitzenleuten tankte er als Letzter (26. Runde). Der Plan war, gegen Rennende einen sehr späten und kurzen Stopp machen zu können.

Doch die Reifen machten dem Weltmeister einen Strich durch die Rechnung. Die weichen Michelin-Pneus hielten die lange Distanz nicht durch. Daher wurde das Auto mit der Nummer eins beim ersten Stopp nur kurz betankt, bis zum zweiten Boxenstopp drehte Alonso nur 18 Runden.

Wegen einer Panne mit der Tankanlage musste Alonso die Qualifikation mit schwerem Sportgerät absolvieren. Für das Rennen wurde nur ein Teil dieser Menge wieder aufgefüllt, dennoch war Alonsos Auto beim Start noch 25 Kilogramm schwerer als das seines Teamkollegen. Wie schnell ein leichter Renault ist, bewies Alonso mit der mit Abstand schnellsten Rennrunde. Sieger Fisichella war eine halbe Sekunde langsamer, Juan Pablo Montoya fehlten als bestem Nicht-Renault sieben Zehntel.

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