Nico Rosberg - Mercedes - Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Ungarn - Budapest - Rennen - Sonntag - 26.7.2015 xpb
Schweigeminute - GP Ungarn - Budapest - Rennen - Sonntag - 26.7.2015
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Start - GP Ungarn - Budapest - Rennen - Sonntag - 26.7.2015
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Start - GP Ungarn - Budapest - Rennen - Sonntag - 26.7.2015 66 Bilder

Rennanalyse GP Ungarn 2015

Mercedes schlägt sich selbst

Was hätte Mercedes besser machen können? Ist Ferrari schneller geworden? Was war mit Williams los? Wie kam es zum Hülkenberg-Unfall? Und wie wurde Verstappen Vierter? In unserer Rennanalyse klären wir die wichtigsten Fragen zum Ungarn-Kracher.

Was hätte Mercedes besser machen können?

Nach dem Qualifying hatte es einmal mehr nach einer klaren Kiste ausgesehen. Was sollte die Mercedes-Piloten schon von einem Doppelsieg abhalten? Die Antwort: ein unvorhersehbarer Rennverlauf kombiniert mit Fehlern der Piloten und vom Team.

Das Unheil begann bereits am Start. Wie schon beim GP England vor drei Wochen büßten Lewis Hamilton und Nico Rosberg ihre Doppelführung ein. Diesmal nicht an Williams, sondern Ferrari. Den Weltmeister warf die Kupplung aus der Bahn. "Die zweite Formationsrunde hat die Kalibrierung der Kupplung zerstört. Sie wurde viel zu heiß und ist deshalb durchgerutscht", erklärte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Rosberg kam zwar ordentlich vom Fleck, wurde aber ein Opfer der schmutzigeren Startseite.

Hamilton patzte gleich in der ersten Runde ein weiteres Mal. Bei einem Angriffsversuch auf seinen Teamkollegen rodelte er von der Strecke durch das Kiesbett. Das kostete ihn sechs Plätze. Im weiteren Verlauf des Rennens kämpfte sich der Titelverteidiger wieder bis auf die vierte Position nach vorn. Beim Restart in der 48. Runde warf Hamilton ein besseres Resultat weg. Er drückte den heranstürmenden Daniel Ricciardo von der Bahn, der mit den weicheren Gummis einen klaren Vorteil hatte. Die Folge: Zuerst musste Hamilton sich eine neue Nase abholen und dann eine Durchfahrtsstrafe antreten. Zudem brummtem ihm die Kommissare zwei Punkte für die Strafkartei auf.

"Es war keine Absicht, aber meine Schuld", gab Hamilton ehrlich zu. "Er fuhr außen herum eine enge Linie und ich verlor einfach Grip, die Fahrbahn ging mir aus und ich rutschte mit Untersteuern in ihn herein." Mit ein paar Überholmanövern preschte Hamilton zum Schluss noch bis auf den sechsten Rang vor. Trotzdem meinte er: "Es war nicht mein bester Tag im Büro."

Immerhin baute er seine WM-Führung auf 21 Punkte aus, da auch Rosberg einen schlechten Tag erwischte. Der WM-Zweite klagte über Untersteuern und konnte den Ferrari nicht folgen. Der Unfall von Nico Hülkenberg spielte ihm dann eigentlich in die Karten. Weil der Abstand mit einem Schlag eingestampft war. Doch zur Verwunderung der Experten und Zuschauer zog Mercedes seinem Fahrer in der Phase des Virtual-Safety-Car die Medium-Garnitur auf. Statt der Softreifen. Weil Mercedes nur die härtere Garnitur in der Kürze der Zeit bereitstellen konnte. Nach dem Restart kollidierte Rosberg zu allem Überfluss mit Ricciardo und holte sich einen Plattfuß ab. Experten waren sich einig: Der Mercedes-Fahrer hätte dem Australier mehr Platz lassen müssen.

Ist Ferrari schneller geworden?

Am Freitag sah es für Ferrari noch zappenduster aus. Auf Mercedes fehlte über eine Sekunde, dazu fuhr den roten Autos noch Red Bull vor die Nase. Die Balance im Auto stimmte nicht. Außerdem komprimierten technische Probleme das Trainingsprogramm. Für den Samstag drückte man den Reset-Knopf und war ab der dritten Übungseinheit die zweite Kraft.

Im Rennen legte Ferrari noch eine Schippe drauf. Nach gewonnenem Start flogen Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen ihrem ersten Verfolger Rosberg davon. Einen Grund für die starke Geschwindigkeit sah Vettel in der freien Bahn. "Du hängst nicht in der verwirbelten Luft und kannst die Pace diktieren."

Bei genauer Analyse der Zeiten zeigte sich aber, dass Hamilton ohne Verkehr schneller als die Ferrari war. Im Schnitt zwischen drei und acht Zehnteln. In der 32. Runde ließ sich Hamilton zum Beispiel eine Zeit von 1:26.947 Minuten notieren, während Vettel für die 4,381 Kilometer 1:27.775 Minuten benötigte. "Lewis war bei freier Fahrt zwar schneller als wir, aber er hatte halt kein sauberes Rennen", kommentierte Vettel.

Bei den schnellsten Rundenzeiten taucht Vettel an der fünften Stelle auf. Hinter Ricciardo, Rosberg, Hamilton und Kvyat. Räikkönen drehte den insgesamt siebtschnellsten Umlauf als er noch die volle Elektrokraft aus der MGU-K zur Verfügung hatte.

Was war mit Williams los?

Vor drei Wochen forderte Williams im Rennen die Mercedes und war klar schneller als Ferrari. Nur der Regen machte dem Team einen Strich durch die Rechnung und spülte es vom Podest. In Ungarn ging es dagegen rückwärts. Es war das alte Lied: Auf langsamen Strecken fehlt dem FW37 Abtrieb.

"Mercedes, Ferrari und Red Bull waren klar besser. Und Force India ziemlich nah dran an uns", klagte Valtteri Bottas. "Die langsamen und langgezogenen Kurven im letzten Sektor haben uns besonders wehgetan." Im finalen Streckenabschnitt verlor Felipe Massa über eine halbe Sekunde auf den schnellsten Ricciardo, Bottas fehlten sieben Zehntel.

Trotzdem hätte es zu einem Top-6-Resultat für den Finnen reichen können. Wenn ihm nicht Max Verstappen beim Restart den Reifen aufgeschlitzt hätte. Der WM-Vierte aus dem Vorjahr rettete sich zwar in der 49. Runde zurück zu seiner Crew, doch an Punkte war danach nicht mehr zu denken.

Der neue Frontflügel, den nur Bottas am Auto trug, brachte noch nicht den gewünschten Sprung. "Um ehrlich zu sein, war der Zugewinn klein. Aber es ist ein gutes Konzept und sollte uns für die Zukunft nach vorne bringen."

Felipe Massa tauchte beim GP Ungarn nie ganz vorne auf. Das höchste der Gefühle war seine achte Startposition. Am Ende reichte es für den kleinen Brasilianer nur für den zwölften Rang. Eine Position vor seinem Teamkollegen. "Spa und Monza sollten uns wieder besser liegen", sagten die enttäuschten Piloten.

Wie kam es zum Hülkenberg-Unfall?

Es war die heißeste Szene des Rennens. In der 42. Runde löste sich am Ende der Zielgeraden der Frontflügel am Force India von Nico Hülkenberg, das Luftleitelement geriet unter das Auto und zerfiel in dutzende Carbon-Teile. "Ich habe Vibrationen gespürt. Eine Sekunde später flogen nur noch die Trümmer umher. Ich war nur noch Passagier", erzählte der lange Rheinländer.

Force India vermutet die Randsteine als Übeltäter. Sie klopften über das Wochenende bereits die Aufhängung von Sergio Perez und den Frontflügel von Kimi Räikkönen weich. "Es muss etwas damit zu tun haben. Im Rennen flog bei Räikkönen ja noch die Kamera ab. Die Kräfte auf das Material sind auf dieser Strecke nicht höher als auf anderen. Aber die Kerbs sind etwas außergewöhnlich", sagte Force India-Sportchef Otmar Sznafnauer.

Hülkenbergs Frontflügelbruch zog einen Sicherheitswechsel der Nase am Auto von Sergio Perez nach sich. Die spätere Aufgabe hatte aber nichts mit dem Flügel zu tun. "Sergios Auto war von dem Zusammenstoß mit Maldonado schon beschädigt. Am Ende wurde sein Bremspedal länger. Da wir in einer aussichtslosen Situation waren, haben wir Sergio reingeholt."

Wie wurde Verstappen Vierter?

Max Verstappen erreichte in Ungarn sein bis dahin bestes Karriere-Resultat. Der Niederländer fuhr beherzt, hatte aber auch das nötige Glück. Zum Zeitpunkt des Safety-Cars lag er eine Runde zurück auf Position acht. Doch während der Neutralisiation durfte er sich zurückrunde. Und lag damit in Schlagdistanz zur vorderen Gruppe.

Ohne das Safety-Car hätte Verstappen nicht von den Zwischenfällen um Rosberg, Hamilton und Bottas profitiert. Zumindest nicht in diesem Ausmaß. Weil noch Räikkönen ausschied, sprang der vierte Platz heraus – trotz einer Durchfahrtstrafe wegen Überschreitung der Delta-Zeit während des Safety-Cars. Grund: Hinter Verstappen klaffte eine Lücke von 21,8 Sekunde auf, da nicht alle Fahrer rechtzeitig zum Safety-Car aufschließen konnten.

GP Ungarn 2015: Ergebnis Rennen

Fahrer Team Zeit/Rückstand    
1. Sebastian Vettel Ferrari 1:46.09,985 Std.    
2. Daniil Kvyat Red Bull + 0:15.748 Min.    
3. Daniel Ricciardo Red Bull + 0:25.084    
4. Max Verstappen Toro Rosso + 0:44.251  
5. Fernando Alonso McLaren-Honda + 0:49.079
6. Lewis Hamilton Mercedes + 0:52.025    
7. Romain Grosjean Lotus + 0:58.578  
8. Nico Rosberg Mercedes + 0:58.876    
9. Jenson Button McLaren-Honda + 1:07.028
10. Marcus Ericsson Sauber + 1:09.130  
11. Felipe Nasr Sauber + 1:13.458
12. Felipe Massa Williams + 1:14.278    
13. Valtteri Bottas Williams + 1:20.228    
14. Pastor Maldonado Lotus + 1:25.142  
15. Roberto Merhi Manor F1 + 2 Runden
16. Will Stevens Manor F1 Ausfall
17. Carlos Sainz Toro Rosso Ausfall    
18. Kimi Räikkönen Ferrari Ausfall    
19. Sergio Perez Force India Ausfall  
20. Nico Hülkenberg Force India Ausfall    
Fahrer Team Zeit/Rückstand    
1. Sebastian Vettel Ferrari 1:46.09,985 Std.    
2. Daniil Kvyat Red Bull + 0:15.748 Min.    
3. Daniel Ricciardo Red Bull + 0:25.084    
4. Max Verstappen Toro Rosso + 0:44.251  
5. Fernando Alonso McLaren-Honda + 0:49.079
6. Lewis Hamilton Mercedes + 0:52.025    
7. Romain Grosjean Lotus + 0:58.578  
8. Nico Rosberg Mercedes + 0:58.876    
9. Jenson Button McLaren-Honda + 1:07.028
10. Marcus Ericsson Sauber + 1:09.130  
11. Felipe Nasr Sauber + 1:13.458
12. Felipe Massa Williams + 1:14.278    
13. Valtteri Bottas Williams + 1:20.228    
14. Pastor Maldonado Lotus + 1:25.142  
15. Roberto Merhi Manor F1 + 2 Runden
16. Will Stevens Manor F1 Ausfall
17. Carlos Sainz Toro Rosso Ausfall    
18. Kimi Räikkönen Ferrari Ausfall    
19. Sergio Perez Force India Ausfall  
20. Nico Hülkenberg Force India Ausfall    
Motorsport Aktuell GP Ungarn - Budapest - Start - Sonntag - 26.7.2015 GP Ungarn 2015 (Rennen) Vettel gewinnt Ungarn-Kracher

Sebastian Vettel hat in Ungarn seinen zweiten Saisonsieg gefeiert.

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