Max Verstappen - GP USA 2016 sutton-images.com
Girls - GP USA 2016
Daniel Ricciardo & Gerard Butler - GP USA 2016
Lewis Hamilton - GP USA 2016
Lindsay Vonn - GP USA 2016 57 Bilder

Rennanalyse GP USA 2016

Verstappen hält sich nicht ans Drehbuch

Beim Rennen in Austin lief alles auf den großen Showdown zwischen Daniel Ricciardo und Nico Rosberg hinaus. Doch dann brachte Max Verstappen das Drehbuch durcheinander. In unserer Rennanalyse beantworten wir die letzten offenen Fragen.

Warum kam Verstappen ohne Vorwarnung an die Box?

Max Verstappen lieferte mal wieder die größten Schlagzeilen nach dem Rennen. Sein unangekündigter Boxenstopp sorgte kurzzeitig für Hektik am Kommandostand. „Er hat gefunkt, dass er zum Boxenstopp kommt. Da war er aber schon in der Boxengasse“, schüttelte Teamchef Christian Horner den Kopf. Die 10 Sekunden Vorwarnzeit waren nicht genug, um die Reifen rechtzeitig bereitzustellen.

Verstappen verlor rund 12 Sekunden durch den Fauxpas. Der Pilot konnte den Fehler anschließend selbst nicht richtig erklären. „Mir wurde in der Runde zuvor gesagt, dass ich Gas geben soll. Irgendwie habe ich gedacht, dass ich dann auch zum Reifenwechsel muss. Erst als ich in der Boxengasse war, habe ich gemerkt, dass es gar keinen Befehl gab“, entschuldigte sich der Pilot.

Max Verstappen - GP USA 2016
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Panik am Kommandostand: Verstappen kommt ohne Vorwarnung zum Boxenstopp.

Einige Verschwörungstheoretiker im Fahrerlager äußerten den Verdacht, dass Verstappen absichtlich an die Box fuhr, um sich mit dem frühen Stopp einen Vorteil gegen Ricciardo zu verschaffen. Doch die Taktik in Eigenregie konnte nicht funktionieren. Wie man gesehen hat, reicht ein Funkspruch vom Boxeneingang nicht aus, um die Crew rechtzeitig vorzuwarnen. Bei einer früheren Ankündigung befiehlt der Kommandostand dem Fahrer einfach draußen zu bleiben.

Warum fuhr Verstappen mit Getriebe-Defekt noch eine halbe Runde?

Viele Beobachter wunderten sich, dass sich Verstappen mit dem waidwunden Red Bull noch eine halbe Runde um den Kurs schleppte, bis er das Auto endlich am Streckenrand abstellte. „Wir haben erst gedacht, dass es sich um ein Motorproblem handelte“, verriet Teamberater Helmut Marko. „Deshalb haben wir erst einen Reset des Motor-Programms durchgeführt.“

Als der Neustart der Software auch keine Besserung brachte, wurde der Pilot zum Parken an der nächsten Lücke in der Bande aufgefordert. „Leider blieb das Getriebe im Gang stecken. Deshalb konnte das Auto nicht schnell weggeschoben werden. Das hat erst die virtuelle Safety-Car-Phase ausgelöst, die dann Rosberg an Ricciardo vorbeibrachte“, klagte Marko.

Wie wäre das Duell Rosberg vs. Ricciardo ohne VSC ausgegangen?

In den Lagern von Red Bull und Mercedes war man unterschiedlicher Meinung, wie das Duell Rosberg gegen Ricciardo ausgegangen wäre, wenn es den zeitsparenden Boxenstopp für Mercedes nicht gegeben hätte. „Daniel hätte den zweiten Platz locker nach Hause gefahren“, ist sich Marko sicher. „Das wäre nicht einmal eng geworden. Er hat sehr gut auf seine Reifen aufgepasst und hatte somit noch Reserven.“

Christian Horner - GP USA 2016
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Was wäre wenn? Christian Horner analysiert das Runden-Diagramm.

Teamchef Christian Horner sah die Angelegenheit differenzierter. In der Presserunde nach dem Rennen hatte der Brite das Rundendiagramm auf dem Tisch und philosophierte über den möglichen Ausgang: „Daniel hätte in der Schlussphase vor Nico gelegen, der sicher den weicheren Reifen aufgezogen hätte. Damit hätte er einen Pace-Vorteil gehabt. Aber er hätte sich den Platz auf der Strecke erarbeiten müssen. So wurde er ihm geschenkt.“

Bei Mercedes ist man etwas anderer Meinung. Während Teamchef Toto Wolff einen harten Fight gegen Ricciardo erwartete, glaubten die Strategen im Silberfeil-Team, dass Rosberg den Doppelsieg locker klargemacht hätte. „Wir hätten ihn relativ spät auf die weichen Reifen gesetzt. Er wäre dann mit rund 4 Sekunden Rückstand wieder auf die Strecke gegangen. Das Reifen-Delta hätte 1,5 Sekunden pro Runde betragen. Somit hätte er Ricciardo in den letzten Runden easy geschnappt.“

Warum war Rosberg sauer auf Wehrlein?

Nico Rosberg zuckelte in der virtuellen Safety-Car-Phase direkt im Getriebe von Mercedes-Junior Pascal Wehrlein herum. Beide waren parallel beim Boxenstopp und schlichen anschließend im Parallelflug um den Kurs. Nach dem Rennen erklärte Rosberg, dass er gerne etwas schneller gewollt hätte: „Ich habe hinter ihm festgesteckt. Er war einfach zu langsam. Da habe ich 3 Sekunden verloren.“

Wehrlein hatte offenbar nicht schnell genug reagiert, bevor die künstliche Einbremsung der Rennleitung wieder beendet wurde. „Das war etwas nervig in dem Moment. Aber er hat mich danach immerhin superschnell vorbeigelassen. Von daher war es schon okay“, zeigte sich Rosberg versöhnlich.

Gerne hätte der Mercedes-Pilot den Manor schon direkt nach dem Boxenstopp überholt. Die Experten trauten ihren Augen kaum, als Rosberg trotz Überholverbot in der VSC-Phase einen Angriff startete. „Bis zur Safety-Car-Linie, die ein gutes Stück nach dem Boxenausgang kommt, hätte ich noch vorbeigedurft. Das habe ich aber leider nicht geschafft. Erst danach herrschte Überholverbot“, klärte Rosberg auf.

Kimi Räikkönen - GP USA 2016
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Feuerwerk bei Ferrari: Beim Räikkönen-Stopp verkantet die Mutter.

Was lief beim Räikkönen-Boxenstopp schief?

Bei Kimi Räikkönens drittem Boxenstopp sprühten die Funken. Rechts hinten hatte sich die Radmutter verkantet. Eigentlich dürfte die Boxenampel dann nicht grün anzeigen, weil der Schlagschrauber nicht bis zum Anschlag hämmern kann. Es passierte trotzdem, und Räikkönen fuhr los. An der Boxenausfahrt wurde der Finne per Funkspruch gestoppt. Die Aktion kostete 5000 Euro Strafe.

Das Problem ist nicht ganz unbekannt. Es passierte auch schon HaasF1 in Malaysia. Damals verlor Esteban Gutierrez nach einem Boxenstopp das linke Vorderrad. Gleiches Problem: Die Radmutter hatte verkantet, der Schlagschrauber gab keinen Alarm, die Ampel schaltete auf Grün. Liegt es vielleicht daran, dass Ferrari und HaasF1 die gleichen Räder, Achsen und Radmuttern verwenden?

In der Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die spektakulären und kuriosen Szenen des Rennens von Austin.

GP USA 2016: Ergebnis Rennen

Fahrer Team Zeit / Rückstand
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:38:12.618 Std.
2. Nico Rosberg Mercedes + 0:04.520 Min.
3. Daniel Ricciardo Red Bull + 0:19.692
4. Sebastian Vettel Ferrari + 0:43.134
5. Fernando Alonso McLaren + 1:33.953
6. Carlos Sainz Jr. Toro Rosso + 1:36.124
7. Felipe Massa Williams 1 Runde
8. Sergio Perez Force India 1 Runde
9. Jenson Button McLaren 1 Runde
10. Romain Grosjean Haas 1 Runde
11. Daniil Kvyat Toro Rosso 1 Runde
12. Kevin Magnussen Renault 1 Runde
13. Jolyon Palmer Renault 1 Runde
14. Marcus Ericsson Sauber 1 Runde
15. Felipe Nasr Sauber 1 Runde
16. Valtteri Bottas Williams 1 Runde
17. Pascal Wehrlein Manor 1 Runde
18. Esteban Ocon Manor 2 Runden
19. Kimi Räikkönen Ferrari Ausfall
20. Max Verstappen Red Bull Ausfall
21. Esteban Gutierrez Haas Ausfall
22. Nico Hülkenberg Force India Ausfall
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