Daniel Ricciardo - GP Portugal 2021 Motorsport Images
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Ricciardo, Leclerc & Alonso: Stars in Erklärungsnot

Star-Piloten in Erklärungsnot Ricciardo erlebt Alptraum-Start

GP Portugal

Für Charles Leclerc, Daniel Ricciardo und Fernando Alonso war das Trainingsergebnis eine Niederlage. Während Ricciardo rätselt wo der Fehler lag, sucht Leclerc die Schuld bei sich. Alonso blendet die Pleite aus und freut sich über den Fortschritt am Auto.

Charles Leclerc, Daniel Ricciardo und Fernando Alonso sind Gewinnertypen. Es kommt nicht so oft vor, dass sie Niederlagen erklären müssen. Doch am Samstag in Portimao waren alle drei Verlierer. Leclerc schaute zum ersten Mal seinem neuen Teamkollegen Carlos Sainz in den Auspuff. Der Spanier war um 0,267 Sekunden schneller.

Ricciardo erlebte die größte anzunehmende Blamage für einen Fahrer seiner Klasse. Er flog im Q1 aus der Wertung. Teamkollege Lando Norris kam ins Q3. Alonso blieb im Q2 hängen. Stallrivale Esteban Ocon war um neun Zehntel schneller und stieg ins Top Ten-Finale auf.

Für Leclerc war der Fall klar. Er hielt sich nicht lange mit Erklärungen über die Reifen auf, die sich nur schwer aufwärmen ließen und er weigerte sich den ständig wechselnden Wind für seinen achten Startplatz verantwortlich zu machen. "Es gibt keine Entschuldigung. Reifen und Wind waren für alle gleich. Die Schuld liegt allein bei mir. Ich bin einfach schlecht gefahren."

Dann ging der Ferrari-Pilot ins Detail. "Im Q2 auf den Medium-Reifen habe ich noch einen guten Job gemacht. So starte ich wenigstens auf den richtigen Reifen. Aber auf den Soft-Reifen im Q3 sind mir zu viele Fehler unterlaufen."

Der Monegasse pickte sich nicht einmal eine spezielle Kurve heraus: "Ich war generell am Kurveneingang zu wild und habe dann im Scheitelpunkt und am Ausgang dafür bezahlt. Dann fängt das Heck zu rutschen an. Bei derart kritischen Bedingungen musst du dich selbst einbremsen und es ruhiger angehen lassen."

Carlos Sainz - Ferrari - GP Portugal - Portimao - 1. Mai 2021
xpb
In der letzten Quali-Runde war Sainz deutlich besser unterwegs als Leclerc.

Der Alptraum von Ricciardo

Ein ganz anderes Bild gab Daniel Ricciardo ab. Der 16. Startplatz schlägt dem sonst immer so gut gelaunten Australier ordentlich aufs Gemüt. "Ich habe keine Erklärung dafür, was da passiert ist. Am Freitag lief es noch so gut. Ein echter Schritt vorwärts. Auch beim ersten Versuch auf den Medium-Reifen habe ich mich noch gut gefühlt. Auf den Soft-Reifen ging dann gar nichts mehr. Die Runde fing schlecht an und hörte schlecht auf."

Der McLaren-Pilot stieß zu Beginn der Runde in den letzten Q1-Minuten zuerst auf Verkehr, und dann stolperte er im letzten Abschnitt über zu viele Fehler. "Der Teil der Runde war voller Ecken und Kanten. Als ich es noch einmal probieren wollte, ist der Reifen auseinandergefallen. Ich bin echt schockiert und sauer. Das ist der Alptraum eines Fahrers." Für die Statistik: Ricciardo blieb zum letzten Mal beim GP Japan 2019 im Q1 hängen.

Fernando Alonso machte trotz Startplatz 13 ein beinahe fröhliches Gesicht. "Das Auto fühlte sich das ganze Wochenende viel besser an als in Imola. Es war ein klarer Fortschritt. Ich habe mich von der ersten Trainingsrunde an wohl gefühlt in meinem Auto. Bis zum dritten Training lief alles nach Plan. Mir gingen schnelle Runden leicht von der Hand, und ich wusste, dass ich jeder Zeit einen Platz in den Top Ten in der Hand hatte. Wir müssen noch analysieren, warum ich in der Qualifikation nicht mehr den Grip gespürt habe, der zwei Stunden vorher noch da war."

Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 30. April 2021
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Alonso fand im Qualifying keinen Grip. Der Spanier freut sich dennoch über den generellen Aufwärtstrend.

Alonso setzt auf das Rennen

Im dritten Training egalisierte Alonso sogar die Zeit von Lewis Hamilton und wäre als Dritter gewertet worden, wäre die Runde nicht wegen Überschreitens der Streckenbegrenzung in Kurve 1 gestrichen worden. Einsatzleiter Alan Permane verrät: "Wir hatten eine kleine Änderung am Unterboden dabei, die eine große Wirkung gezeigt hat. Mehr als wir uns selbst erwartet haben." Esteban Ocon lieferte mit dem sechsten Startplatz den Beweis.

Alonsos Freude über den Fortschritt am Auto überdeckte den Ärger über das enttäuschende Trainingsergebnis. "Ob es eine Trendwende ist, wissen wir noch nicht. Aber es ist ein guter Schritt in die richtige Richtung und das Resultat einer extrem intensiven Vorbereitung auf dieses Rennen. Ich habe noch nie so viel Aufwand erlebt. Wir haben die Probleme von Imola analysiert, es gab endlose Besprechungen und viele Simulatorsitzungen. Das ist mir wichtiger als das Ergebnis heute. Das Team hat gezeigt, dass es auf Probleme reagieren kann."

Nach Alonsos Logik war die Qualifikation nur ein Ausreißer. Er rechnet damit, dass Fahrer und Auto am Sonntag wieder zu alten Form zurückfinden. "Und dann kommst du oft zu der Erkenntnis, dass es besser war mit freier Reifenwahl außerhalb der Top Ten zu starten." Der Spanier war eben schon immer ein Meister der Selbstmotivation.

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