Ricciardo setzt Renault unter Druck

Hülkenberg will Marktwert erhöhen

Daniel Ricciardo - GP Belgien 2018 Foto: sutton-images.com 102 Bilder

Nico Hülkenberg bekommt nächstes Jahr ein schweres Kaliber zum Teamkollegen. Doch der Deutsche sieht die Ankunft von Daniel Ricciardo bei Renault als Aufwertung des Teams und als Chance für ihn selbst. Wenn er Ricciardo schlägt, geht sein Marktwert durch die Decke.

Nico Hülkenberg wusste bis 24 Stunden vor der Verkündung nichts von seinem neuen Teamkollegen. Am Donnerstagabend nach dem GP Ungarn, einen Tag vor der Bekanntgabe, rief ihn sein Teamchef Cyril Abiteboul an und teilte ihm den neuen Teamkollegen mit. Dass es Daniel Ricciardo sein würde, schlug auch bei dem Deutschen ein wie eine Bombe.

Nico Hülkenberg - GP Belgien 2018 Foto: sutton-images.com
Für Hülkenberg ist die Ricciardo-Verpflichtung eine Chance.

„Natürlich war ich erst einmal baff. Ich hatte eigentlich eher mit Ocon gerechnet“, gibt Hülkenberg zu. Abiteboul bestätigte Daniel Ricciardos Version vom Lauf der Dinge. „Es war eine Entscheidung in letzter Minute. Am Wochenende des GP Ungarn war noch nichts klar.“ Ricciardo stand seit längerer Zeit auf der größeren Liste von möglichen Fahrern für das zweite Cockpit. Wie Esteban Ocon und Carlos Sainz. „Es war keine Option, die erst kurz vor Torschluss um die Ecke bog. Wir haben schon länger miteinander geredet“, gab Riccuardo zu.

Abiteboul erklärt: „Wir haben bei Daniel mit offenen Karten gespielt und ihm ehrlich gesagt, was ihn bei uns erwartet. Keiner im Team hat ihm falsche Hoffnungen gemacht.“ Dazu zählte, dass der Australier 2019 mit dem Renault aller Wahrscheinlichkeit noch nicht mit Siegen oder gar dem WM-Titel rechnen darf.

„Ich habe Daniel mit allen leitenden Ingenieuren zusammengebracht. Sie haben ihm einen guten Überblick darüber gegeben, wo wir stehen und wo wir hinwollen. Dann war es allein seine Entscheidung. Wir haben ihm auch keinen Druck gemacht. Er sollte in Ruhe darüber nachdenken.“

Ricciardo gibt Renaults Projekt ein neues Gewicht

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Am Ende kam dann aber doch Druck auf. Renault hatte sich in Hockenheim mit einer Option auf Esteban Ocon doppelt abgesichert. Und die hätte das Team in der Sommerpause einlösen müssen. Für Ricciardo das Zeichen, Farbe zu bekennen.

Offenbar war dem Australier der Tapetenwechsel wichtiger als alles andere. Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz soll in letzter Minute sogar noch mehr Geld geboten haben, um dem Australier nicht das Gefühl zu geben nur die Nummer 2 hinter Max Verstappen zu sein. Eine Summe, die er von Renault nicht bekommen kann.

Hülkenberg freut sich auf seinen neuen Teamkollegen. Nicht nur, weil er sich privat mit Ricciardo blendend versteht. „Es ist gut für das Team und mich. Sein Kommen setzt das Team unter Druck, und es ist für mich eine Herausforderung, gegen ihn zu bestehen. Daniel ist einer der besten Fahrer im Feld. Als mehrmaliger GP-Sieger hat er einen hohen Stellenwert. Aber ich glaube nicht, dass ich mich vor ihm verstecken muss.“ Hülkenberg denkt so: Wenn er mit Ricciardo mithält oder den Neuzugang sogar schlägt, dann hat er für auf dem Transfermarkt für die Saison 2020 sehr gute Karten.

Der WM-Siebte sieht sich in seiner Wahl für Renault bestätigt. „Ich bin zu Renault, weil ich Potenzial in dem Team sehe. Es ist noch ein langer Weg, aber die Hälfte haben wir bereits geschafft.“

Der lange Rheinländer erwartet, dass Renault bis zum Auslaufen des aktuellen Reglements Ende 2020 die Lücke zu den Top-Teams schließen kann. Und Ricciardo ist auch für das Team ein Gewinn: „Er bringt viel Erfahrung von Red Bull mit. Das kann uns nur helfen. Daniels Entscheidung stärkt die Wahrnehmung von Renault und gibt unserem Projekt ein höheres Gewicht.“

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