Ricciardo wechselt zu Renault

Sainz oder Gasly zu Red Bull?

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Freitag - 27.7.2018 Foto: sutton-images.com 44 Bilder

Das ist ein Paukenschlag. Nachdem Daniel Ricciardo bis zuletzt beteuert hatte, eine Vertragsverlängerung mit Red Bull sei nur noch Formsache, wechselt der Australier jetzt zu Renault. Red Bull und Ricciardo konnten sich nicht über die Vertragsdauer und das Gehalt einigen.

Noch beim GP Ungarn hatten Daniel Ricciardo und Red Bull-Motorsportdirektor Helmut Marko erklärt, dass ein Vertragsverlängerung mit Red Bull lediglich Formsache sei. Doch so sicher wie gedacht, war die Sache offenbar doch nicht. Fünf Tage nach dem GP Ungarn platzte die Bombe.

Wie Renault mittlerweile offiziell bestätigt hat, wird Ricciardo der neue Teamkollege von Nico Hülkenberg. Die Option auf Esteban Ocon, die sich Renault kürzlich von Mercedes gesichert hat, ist damit hinfällig. Und das Zugriffsrecht von Red Bull auf Carlos Sainz, das noch bis zum 30. September gilt, ist plötzlich wieder brandaktuell.

Ricciardo sucht neue Herausforderung

Max Verstappen - Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Österreich - 28. Juni 2018 Foto: sutton-images.com
Max Verstappen bekommt 2019 einen neuen Teamkollegen. Aber wer bekommt das Cockpit?

„Das war wohl eine der schwierigsten Entscheidungen meiner Karriere. Ich war aber einfach der Meinung, dass es nun an der Zeit für mich war, eine neue, frische Herausforderung anzunehen“, begründete der Australier seinen Wechsel.

„Ich weiß, dass Renault noch einen langen Weg vor sich hat, bis man wieder ganz an der Spitze mitkämpfen kann, aber ich bin sehr beeindruckt von den Fortschritten in den letzten beiden Jahren. Ich weiß, dass Renault immer auch irgendwann gewonnen hat, wenn sie in diesem Sport dabei waren. Ich hoffe, dass ich ihnen auf diesem Weg helfen und sowohl auf als auch neben der Strecke einen Beitrag leisten kann.“

Red Bull hatte die Entscheidung seines Fahrers das Team zu verlassen bereits wenige Stunden zuvor bestätigt und sich für die Dienste für sieben Jahren in der Red Bull-Familie, darunter fünf Jahre beim A-Team, bedankt. In den Verhandlungen war es bis zuletzt vor allem ums Geld und die Vertragsdauer gegangen, emotional auch um den gefühlten Nummer-1-Status von Max Verstappen.

Ricciardo soll bei Red Bull 20 Millionen Euro aufgerufen haben. Da spielte das Team offenbar nicht mit. Verstappen ist schon teuer genug. Ricciardo fühlte sich offenbar unter Wert verkauft. Helmut Marko hatte zum Thema Gehalt immer gesagt: „Wer bei uns erfolgreich ist, verdient gutes Geld.“

Zu viele Fahrer für zu wenig Teams

Ricciardo, Horner & Marko - GP Monaco 2018 Foto: Red Bull
Ricciardo hat die Red-Bull-Führung über seinen Abschied informiert.

Möglicherweise hat Ricciardo das Vertrauen verloren, dass er mit einem Red-Bull-Honda 2019 erfolgreich sein kann. Deshalb wollte sich der siebenfache GP-Sieger auch nur ein Jahr lang binden. So wäre er flexibel gewesen, wenn Honda den Rückstand auf Ferrari und Mercedes doch nicht aufholen kann.

Ob er bei Renault im nächsten Jahr mehr Erfolg haben wird, muss aber auch angezweifelt werden. Renault ist es bis jetzt nicht gelungen, die Lücke zu den Top-Teams zu schließen. Es besteht sogar die Gefahr, dass Ferraris Kundenteam HaasF1 den französischen Werksrennstall im Kampf um Platz 4 noch abfängt.

Ricciardos Transfer kommt für alle Beteiligten überraschend. Noch beim GP Ungarn hatte der Clan von Carlos Sainz seine Kontakte zu McLaren intensiviert, weil man Angst haben musste, zwischen alle Stühle zu fallen. Es hatte sich herumgesprochen, dass Renault-Sportdirektor Cyril Abiteboul Mercedes eine Option auf Esteban Ocon abgeluchst hatte. Er war damit McLaren-Chef Zak Brown zuvorgekommen, der ebenfalls ein Auge auf den Franzosen geworfen hatte.

Gasly oder Sainz als Ricciardo-Ersatz?

Vielleicht muss sich Sainz aber auch weiterhin nach einem neuen Arbeitgeber umschauen. Es ist nämlich auch möglich, dass Red Bull auf die jüngere Option Pierre Gasly setzt. Der Franzose konnte bei seinen Auftritten im Toro Rosso bisher voll überzeugen. Zuletzt raste der Mann aus der Normandie in Ungarn auf Platz 6. Sollte Gasly den Aufstieg schaffen, wäre das eine Chance für Brendon Hartley sein Cockpit zu behalten. Der Neuseeländer stand nach durchwachsenen Leistungen schon auf der Abschussliste.

Der Fahrermarkt könnte aber nicht nur durch Ricciardos Abschied bei Red Bull durcheinandergewirbelt werden. Auch ein möglicher Zusammenbruch von Force India hätte größere Auswirkungen auf das Transferkarussell. Es gäbe dann zu viele Fahrer für zu wenig Teams.

Wenn sich Renault, McLaren und Williams weiter weigern, Force India mit neuen Besitzern am Preisgeldkuchen teilhaben zu lassen, könnten schon ab dem GP Belgien Esteban Ocon und Sergio Perez auf der Straße stehen. Dann wird auch das Rennen um die beiden Force India-Piloten beginnen.

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