Ricciardo wieder besser

Vettel wird Opfer der Strategie

Sebastian Vettel - GP England 2014 Foto: xpb 75 Bilder

Im Red Bull-Lager gewöhnt man sich langsam daran, dass Ricciardo vor Sebastian Vettel ins Ziel kommt. In Silverstone setzte es für den Weltmeister die siebte Niederlage in Folge. An der Pace des Deutschen lag es dieses Mal allerdings nicht.

Vielleicht sollte Sebastian Vettel mal die Glücksmünze in seinem Schuh wechseln. Nach 4 WM-Titeln in Folge scheint sie ihre Wirkung verloren zu haben. Irgendwie ist diese Saison der Wurm drin. Im Teamduell gegen Daniel Ricciardo sah der Champion zuletzt kein Land. Nach der Disqualifikation in Australien und dem Ausfall in Malaysia kam der Neuling im Team 7 Mal in Folge ins Ziel – immer vor Vettel.

Vettel zu früh beim ersten Boxenstopp

Oft lag es dabei gar nicht an der fahrerischen Leistung des Heppenheimers. Die Red Bull-Technik spielte Vettel häufig einen Streich. In Silverstone passte die Zuverlässigkeit ausnahmsweise mal und schon klappte es nicht mit der Strategie. "Ich hätte eigentlich mit Platz 3 gerechnet. Die Pace war da, aber die Strategie hat nicht gepasst. Deshalb ist am Ende nur der fünfte Platz rausgekommen", klagte Vettel, während Teamkollege Daniel Ricciardo auf dem Podium feierte.

Der Australier war mit einer Einstopp-Taktik besser gefahren als Vettel mit der Zweistopp-Taktik. Der Deutsche hatte allerdings kaum eine andere Wahl, wie Teamchef Christian Horner erklärt: "Wir haben beide Piloten relativ früh reingeholt, um an den McLaren vorbeizukommen. Das hat auch funktioniert, aber Sebastian war so früh dran, dass er keine Chance mehr auf die Einstopp-Strategie hatte."

Eigentlich sollte auch Ricciardo ein zweites Mal zum Boxenstopp kommen. Doch die weichen Reifen hielten unerwartet gut durch. Mit Jenson Button hatte Ricciardo außerdem einen schwächelnden Gegner. Und Vettel wurde hinten von Alonso aufgehalten und verlor viel Zeit. Deshalb konnte Ricciardo das Risiko eingehen, das mit Platz 3 belohnt wurde.

Duell Vettel vs. Alonso bietet gute Unterhaltung

Für die Zuschauer bot das Duell Vettel gegen Hamilton allerdings beste Unterhaltung. Der Red Bull und der Ferrari lagen mehrmals Rad an Rad im Clinch. "Meiner Meinung nach hat er es zwei Mal in Kurve 6 am Ende der Wellington-Gerade übertrieben", schimpfte Vettel anschließend. "Ich wollte außen vorbei, war auch leicht vorne. Deshalb musste er eigentlich zurückstecken, hat es aber nicht gemacht. Ich musste bremsen, um die Kollision zu vermeiden. Wenn man mit Fernando kämpft, weiß man, dass es hart ist."

Beide Piloten schimpften per Funk über die Fahrweise des Gegners. Vor allem das häufige Verlassen der Strecke wurde bemängelt. "Ich habe eine Warnung über Funk erhalten und wusste, dass er sich beschwert. Deshalb habe ich das gleiche gemacht", so Vettel. "Ich weiß nicht, wer das verbale Duell am Ende gewonnen hat und in der Liste vorne steht. Ich konnte ihn natürlich vor mir besser sehen als er mich im Rückspiegel. Ich weiß nicht wie gut die Auflösung der Ferrari-Rückspiegel ist, aber gemessen an der Zahl seiner Beschwerden muss sie fantastisch sein."

Vettel mit mutigem Überholmanöver

Als Vettel in der 48. Runde schließlich doch mit der Brechstange in der schnellen Copse-Kurve vorbeikam, forderte Alonso, dass sein Rivale die Position zurückgeben müsse. Das Argument: Vettel soll DRS aktiviert haben, wo es gar nicht erlaubt ist. Vettel konnte darüber nur schmunzeln: "Der Vorwurf mit dem DRS ergibt keinen Sinn. Es ist durch das System geregelt, an welchen Stellen es aktiviert werden darf. Wenn Ferrari es woanders einsetzen kann, dann würde das Einiges erklären. Da muss er wohl etwas anderes gesehen haben."

Alonso wollte den Zweikampf später nicht groß kommentieren. Das Gespräch mit seinem Gegner will er nicht suchen: "Wir können uns das Rennen in 10 Jahren noch einmal anschauen und wären dann immer noch nicht einer Meinung."

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