Risiko bei HaasF1, Sauber, Force India

Der Platz hinter Mercedes und Ferrari

Kevin Magnussen - HaasF1 - GP Russland 2018 - Sotschi - Qualifying Foto: sutton-images.com 47 Bilder

Renault verzichtete auf Runden in Q2. HaasF1, Sauber und Force India hingegen qualifizierten sich auf den Hypersoftreifen für den dritten Durchgang und müssen auf den sensiblen Pirellis starten. Alle drei Teams wollten auf den ersten Platz hinter Mercedes und Ferrari. Kevin Magnussen schaffte es.

Es war die große Frage vor dem Qualifiying. Wer im Mittelfeld scheitert freiwillig im zweiten Teil, um am Rennstart freie Reifenwahl zu haben und nicht auf den Hypersoft-Gummis in den ersten Stint zu müssen? Renault entschied sich für den Verzicht. „Wir wussten, dass es ein Team machen wird. Nur nicht welches“, verriet HaasF1-Teamchef Guenther Steiner. Force Indias Teammanager Andy Stevenson meinte: „Es lag nahe, dass Renault auf eine Ausfahrt in Q2 verzichtet. Ihr Auto ist zu langsam. Den Beweis haben sich durch ihr Nichtfahren angetreten.“

Magnussen mit fehlerfreier Runde

Die fünf Motorenstrafen gegen Red Bull, Toro Rosso und McLaren eröffneten den Taktik-Poker. Weil mit Max Verstappen, Daniel Ricciardo und Pierre Gasly drei der Sünder in Q2 aufstiegen, waren Renault die Startplätze 11 und 12 sicher. HaasF1, Force India und Sauber gingen hingegen Risiko. Alle mit demselben Gedanken. Sie wollten auf den fünften Platz hinter Mercedes und Ferrari.

Carlos Sainz - Nico Hülkenberg - Renault - GP Russland 2018 - Sotschi - Qualifying Renault plant für das Rennen Die Nichtfahr-Taktik

Alle drei trauten es ihren Fahrern und ihren Autos zu. Kevin Magnussen vollstreckte im HaasF1 VF-18. „Es war eine wirklich gute Runde. Ich habe alle Kurven zusammengebracht. Das Auto war gut. Ich hätte nicht erwartet, dass mein Vorsprung zum nächsten so groß ausfällt.“ Der Däne distanzierte Esteban Ocon im Force India um über zwei Zehntel. Es folgten Charles Leclerc als Siebter, Sergio Perez als Achter, Romain Grosjean als Neunter und Marcus Ericsson als Zehnter.

Besonders für die hinteren Fahrer der Top 10 könnte sich der Einzug ins Q3 als Bumerang im Rennen erweisen. „Neunter oder Zehnter willst du nicht sein“, sagt HaasF1-Teamchef Steiner. „Da ist der elfte Platz durch die freie Reifenwahl die bessere Position.“ Romain Grosjean ist Neunter. Der 32-jährige Franzose fuhr im dritten Qualifikations-Durchgang fast zwei Zehntel langsamer als im zweiten. Seine Reifen waren zu kalt. „Er steckte gegen Ende der Aufwärmrunde jeweils im Verkehr und musste Abstand schaffen. Dabei sind die Reifen ausgekühlt. Das Ergebnis war ein schlechter erster Sektor. Die Q2-Zeit hätte immerhin für den achten Platz gereicht“, erzählt Steiner. Bei Saubers Marcus Ericsson passte weder die erste noch die zweite Runde in Q3.

Das Rennen wird die Frage beantworten, was die bessere Taktik für das Qualifying war. Im Sochi Autodrom gehörte das Überholen in der Vergangenheit zu den schwereren Übungen. Die Strategen rechnen vor, dass es ein Delta von 1,5 Sekunden braucht. Deshalb könnte die Track Position wichtiger sein als die taktische Flexibilität. Die Hypersoftreifen sollten zwischen 12 und 16 Runden halten. Dann werden die Mittelfeldteams aus den Top 10 der Quali voraussichtlich auf den Softreifen wechseln. Renault dürfte auf den Ultrasoftgummis starten. Oder ein Auto auf den Ultrasoft setzen und das zweite auf den Soft.

Graining auch auf Ultrasoft

Steiner sieht neben der guten Startposition von Magnussen noch mehrere gute Gründe, warum die Haas-Taktik aufgehen könnte. „Am Start ist der Hypersoft besser als der Ultrasoft. Vorne ist die Gefahr kleiner, in einen Unfall verwickelt zu werden als mitten im Feld. Der Ultrasoft ist auch anfällig für Graining. Das haben wir in den Trainings gesehen. Die Fahrer, die darauf starten, müssen ebenfalls die Reifen streicheln. Das Rennen fängt eigentlich erst an, wenn du auf den Softreifen wechselst. Es darf uns nur nicht passieren, dass wir nach dem Stopp hinter einem langsamen Auto steckenbleiben.“ Das gilt auch für Force India und Sauber. Das könnte ihr Rennen ruinieren. Sauber-Rennleiter Frédéric Vasseur macht sich wenig Sorgen. „Wir wollen Magnussen vor uns schnappen. Das ist unser Ziel. Wir waren bei den Longruns am Freitag schnell und konstant. Wenn wir diese Pace am Sonntag umsetzen und uns aus Unfällen heraushalten, können wir mit beiden Autos punkten. Es ist hier so schwer, zu überholen.“

Ein frühes Safety Car könnte die Hypersoft-Starter retten. Es ist gar nicht unwahrscheinlich, dass es im Sochi Autodrom in der ersten Runde kracht. „Das nehmen wir gerne an, um gratis zu wechseln“, sagt der HaasF1-Teamchef. Und prophezeit: „Mit einem Safety Car werden alle kommen.“ Und was ist mit den Red Bulls, die aus der letzten Reihe starten? „Wenn es uns gelingt, bis zu den Boxenstopps der Hypersoft-Fahrer sechs bis sieben Autos zu überholen, sollten wir sie über die Strategie packen“, glaubt Helmut Marko. „Die Plätze fünf und sechs sehe ich für uns als Optimum.“ Kevin Magnussen hofft: „Hoffentlich schlagen sich die Red Bulls mit Renault herum. Das würde beiden schaden und uns Luft verschaffen.“

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